Am Morgen des 3. Juli war die ukrainische Hauptstadt von dichter Smog bedeckt. Die Einwohner Kiws beklagen einen starken Geruch nach Rauch und Atembeschwerden. Umweltüberwachungssysteme verzeichnen eine kritische Verschlechterung der Luftqualität, die in einigen Stadtteilen ein gefährliches Niveau erreicht hat.

Rote Zone: Überwachungsdaten

Laut Daten des ukrainischen Umweltüberwachungssystems SaveEcoBot, das die Werte in Echtzeit verfolgt, wurde im städtischen Durchschnitt ein Verschmutzungsgrad registriert, der für empfindliche Bevölkerungsgruppen schädlich ist. Die Berechnungen erfolgen nach der NowCast-Methode (US EPA) mit Fokus auf Feinstaub der Fraktion PM2.5 – die gefährlichste Art der Verschmutzung, die tief in die Lunge eindringen kann.

Um 10:00 Uhr am Freitag betrug der Luftqualitätsindex (AQI) 124 Einheiten. Die Situation ist jedoch ungleichmäßig: In bestimmten Stadtteilen wird ein sogenannter „roter“ Verschmutzungsgrad verzeichnet. Hier erreichen die Indexwerte 190 Einheiten, was auf eine ernsthafte Gesundheitsgefahr für alle Bürgerkategorien hinweist, nicht nur für Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Geografie der Verschmutzung: Wo ist die Luft reiner?

Daten der stationären Überwachungsstellen des Departements für Umweltschutz und Anpassung an den Klimawandel der Stadtverwaltung Kiew (KGGA) zeigen eine Streuung der Werte in der Stadt. Es wird der allgemeine Luftqualitätsindex (CAQI) verwendet, der auf der Gesamtheit der Schadstoffe basiert. Je niedriger dieser Wert ist, desto sicherer ist die Luft.

Die angespannteste Lage herrscht im Zentrum und am rechten Ufer. So erreichte der CAQI-Index auf dem Boulevard der Europäischen Solidarität (Haus 64-G) 90 Einheiten. Gleichzeitig wurde der niedrigste Wert – 59 Einheiten – am linken Ufer der Hauptstadt auf der Charkiwser Straße (Haus 7/1) verzeichnet.

Empfehlungen für die Einwohner

Experten warnen, dass der aktuelle Verschmutzungsgrad Atembeschwerden, Kopfschmerzen und die Verschlimmerung chronischer Erkrankungen verursachen kann. Zur Minimierung der Risiken empfehlen die Spezialisten:

  • Das Verweilen im Freien einschränken, insbesondere in Stoßzeiten.
  • Intensive körperliche Belastungen im Freien vermeiden.
  • Beim Verlassen des Hauses Schutzmasken (Atemschutzmasken) tragen.
  • Zu Hause Luftreiniger installieren und Räume nur zu Zeiten mit geringster Staubbelastung lüften.

Zuvor wurde berichtet, dass der Kiew umhüllende Rauch möglicherweise aus der Sperrzone von Tschernobyl stammen könnte, wo weiterhin Waldbrände wüten. Meteorologen prognostizieren zudem, dass sich das heiße Wetter im Juli fortsetzen wird, was in Kombination mit der Rauchbelastung zusätzliche Gesundheitsrisiken schafft.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei Verschlechterung des Gesundheitszustands wenden Sie sich bitte unbedingt an einen Arzt.