In Kiew ist eine interaktive Installation in Betrieb gegangen, die es zivilen Besuchern erstmals ermöglicht, live den Umgang mit DOT-Chain Defence nachzuvollziehen – dem geschlossenen Online-Shop, über den ukrainische Militäreinheiten Drohnen und andere Mittel für die Front auswählen und bestellen. Die Installation wurde mit Unterstützung des NAUDI-Fonds realisiert und zeigt, wie eine Einheit in wenigen Klicks eine Bestellung für ein bestimmtes Mittel aufstellt, Videos seiner Funktionsweise ansieht und echte Muster von Drohnen sieht, die im System verfügbar sind. In den Vitrinen mit Glasfronten sind Drohnenmodelle mit Herstellerbeschriftungen ausgestellt – darunter GRIM-S, КОЛІБРІ 10 ADVANCE, АЙ-ПЕТРИ+, VYRIY, XF-10D und weitere –, sodass der Besucher das digitale Menü mit dem physischen Produkt in Verbindung setzen kann.

So funktioniert der „Shop für die Front“

DOT-Chain Defence wurde von der Agentur für Verteidigungseinkäufe DOT (ДОТ) geschaffen. In seiner Logik wiederholt der Service den gewohnten Online-Shop vollständig: Statt Kleidung oder Haushaltsgeräten finden sich im Katalog Drohnen, roboterte Komplexe, Mittel der elektronischen Kampfführung und Munition. Ein Militärexperte wählt das Mittel für eine bestimmte Kampfaufgabe aus, gibt Hersteller und gewünschte Konfiguration an und gibt anschließend die Bestellung auf. Der entscheidende Unterschied zu traditionellen Militäreinkäufen ist das Fehlen papierbasierter Berichte und mehrstufiger Genehmigungen: Der gesamte Prozess reduziert sich auf wenige Klicks in der Oberfläche. Vor der Einführung der Installation war diese Erfahrung ausschließlich Militärangehörigen mit Systemzugang vorbehalten.

Umfang: vom Piloten für 12 Einheiten bis zu 500

Im ersten Jahr wurden über DOT-Chain Defence mehr als 1,2 Millionen Einheiten an Mitteln an das Militär geliefert. Der Service begann als Pilotprojekt für 12 Kampfeinheiten, doch heute stellen bereits 500 Einheiten über ihn Bestellungen auf. Im System sind etwa 1.200 Artikel von 300 Herstellern vertreten. Laut Angaben der Organisatoren wird ein vorhandenes Mittel im Durchschnitt in 9 Tagen an die Front geliefert, in Einzelfällen sogar an einem Tag.

Erweiterung des Sortiments und Logistik

Das Sortiment der Plattform hat sich im Laufe eines Jahres wesentlich weiterentwickelt: Vom Dutzend FPV-Drohnen-Modellen ist der Katalog auf Drohnen mit Glasfaserleitung, Bomber, Abfangdrohnen, bodengestützte roboterte Komplexe, Mittel der elektronischen Kampfführung und Munition für unbemannte Systeme angewachsen. Diese Diversifizierung spiegelt die Veränderung der Taktik beim Einsatz von UAV an der Front sowie den Bedarf der Einheiten an spezialisierten Lösungen für konkrete Aufgaben wider – von der Aufklärung bis zur präzisen Zerstörung von Zielen.

Internationale Resonanz und Reaktion des Gegners

Der ukrainische Online-Shop für Verteidigungseinkäufe hat nicht nur die Aufmerksamkeit internationaler Partner, sondern auch der russischen Führung auf sich gezogen. Laut vorliegenden Angaben wurde in Russland ein Jahr nach dem Start von DOT-Chain Defence die Schaffung eines eigenen Analogs eines solchen Services angekündigt. Dies zeigt, dass das Modell der Digitalisierung von Militäreinkäufen auf Einheiten-Ebene als bedeutender technologischer und organisatorischer Wandel betrachtet wird, der die Versorgung der Front beschleunigen und die Flexibilität der Logistik erhöhen kann.

Widersprüchliche Daten

In den vorliegenden Quellen wurden keine wesentlichen Abweichungen in Zahlen oder Daten festgestellt. Einziger Hinweis: Die Kennzahl „mehr als 1,2 Millionen Mittel im ersten Jahr“ ist eine Gesamtzahl und umfasst alle Warenkategorien – von FPV-Drohnen bis zur Munition. In den öffentlichen Materialien wird nicht präzisiert, wie viel von diesem Volumen genau unbemannte Systeme ausmacht und wie viel – begleitende Positionen (Akкумуляторы, Propeller, Komponenten der elektronischen Kampfführung). Bei der Zitierung der Zahl ist daher anzugeben, dass es sich um alle Kategorien von Mitteln handelt und nicht nur um Drohnen.