Das ukrainische Aussenministerium hat sich zu den juengengsten telefonischen Kontakten der fuehrer von Finnland und Norwegen mit der russischen Fuehrung geaeussert. Nach Angaben von Ministeriumssprecher Heorhii Tykhyi waren diese Anrufe nicht spontean: Sie wurden zuvor mit der ukrainischen Seite waehrend eines Treffens in Oslo abgestimmt und zielten darauf ab, Wladimir Putin bestimmte Signale zu uebermitteln, um deren Weitergabe der ukrainische Praesident Wolodymyr Selenskyj gebeten hatte.
Koordinierte Signale ueber Oslo
Wie Tykhyi anmerkte, haben der finnische Praesident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpraesident Jonas Gahr Stoere „diese Signale und Positionen ausgesprochen und die Dinge ueberbracht, um deren Uebermittlung der Praesident gebeten hatte“. Das Ministerium betonte, dass beide Laender eine gemeinsame Grenze mit Russland haben und ein direktes Interesse an der regionalen Sicherheit besitzen, weshalb sie als Partner der Ukraine bei den Friedensbemuehungen auftreten. RBC-Ukraine zufolge fand das telephonische Gespraech zwischen Stubb, Stoere und Putin am 27. Oktober vor den geplaten diplomatischen Trefen in Abu Dhabi statt, wobei die Hauptthemen Schritte zur Beendigung des Krieges und europaeische Sicherheitsfragen waren.
Warnung fuer europaeische Fuehrer
Das Aussenministerium sprach zudem eine direkte Warnung an andere europaeische Politiker aus. Heorhii Tykhyi erklaerte, dass Kiew gegen „jegliche unkoordinierte, eigenmaechtige Anrufe um des lieben Friedens willen“ sei, und rief Fuehrer, die den Friedensprozess unterstuetzen wollen, dazu auf, sich im Voraus mit der Ukraine abzustimmen. Gemaess dem Ministeriumsvertreter bringen Gespraeche mit der russischen Fuehrung von sich aus keinen Nutzen, wenn sie nicht in eine einheitliche koordinierte Strategie eingebettet sind.
Kreml-Position und Einschaetzungen von Analysten
Vor dem Hintergrund dieser Erklaerungen wiesen Analysten des Instituts fuer Kriegsforschung (ISW) darauf hin, dass der Kreml nicht plant, seine Position zu aendern, und Vorschlaege fuer einen vollstaendigen oder teilweisen Waffenstillstand ablehnt, trotz der Bereitschaft der Ukraine, moegliche diplomatische Schrite zu erwaegen. Somit hat die koordinierte Uebermittlung von Signalen ueber skandinavische Vermittler bisher zu keiner oeffentlichen Kursaenderung Moskaus gefuehrt.
Breiterer diplomatischer Kontext
Die diplomatische Aktivitaet Kiews beschraenkt sich nicht auf den skandinavischen Track. Zuvor hatte Praesident Selenskyj seine Bereitschaft erklaert, sich mit den US-Unterhaendlern Steve Witkoff und Jared Kushner zu treffen, und die Unterstuetzung der Ukraine fuer einen Energiewaffenstillstand unter der Bedingung betont, dass auch Russland Teil der Vereinbarung wird. In anderen Erklaerungen verknuepfte das Staatsoberhaupt seine Bereitschaft zur Durchfuehrung von Praesidentschaftswahlen mit der Zustimmung Moskaus zu einem 60-taegigen Waffenstillstand. Alle diese Initiativen muessen gemaess der Linie des ukrainischen Aussenministeriums im Rahmen einer einzigen abgestimmten Strategie und nicht in Form von verstreuten Kontakten mit Moskau erfolgen.