Am 5. September 2026 wurde die Oblast Kiew erneut von den russischen Streitkräften massiv beschossen. Laut offiziellen Angaben der Kiewer Oblaststaatlichen Verwaltung kamen infolge des Angriffs zwei Menschen ums Leben – Einwohner des Buchaner Bezirks. Bis 18:00 Uhr desselben Tages wurden in der Region 28 beschädigte zivile Objekte in fünf Bezirken registriert. Dies erklärte der OWA-Chef Timur Tschatschenko in seinem Telegram-Kanal, auf den sich RBC-Ukraine bezieht.
Umfang der Zerstörungen und Einsatz der Notdienste
Zu den betroffenen Gebieten zählen der Buchaner, der Fastower und weitere Bezirke der Oblast. Im Fastower Bezirk brachen infolge der Treffer Brände aus, zu deren Bekämpfung Einheiten des Staatlichen Dienstes für Notfälle (SRS) herangezogen wurden. Bis zum Abend des 5. September lagen keine Angaben über Verletzte in diesem Bezirk vor. Die Not- und Rettungsdienste setzten ihre Arbeit an den Unfallorten fort, um die Folgen des Angriffs zu dokumentieren und den Schaden zu bewerten. Laut UNN wurde in Kiew vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe der Betrieb des U-Bahn-Netzes geändert, in der Oblast wurden neue Schäden an Lagerräumen festgestellt.
Erklärung des OWA-Chefs: „Menschliches Leben, Familie, Angehörige“
„Heute wurde die Region Kiew erneut einem feindlichen Angriff ausgesetzt. Leider sind im Buchaner Bezirk zwei Menschen ums Leben gekommen. Das ist das Schlimmste. Hinter jeder solchen Meldung stehen ein menschliches Leben, eine Familie, Angehörige, die heute einen unheilbaren Schmerz erleben“, betonte Timur Tschatschenko. Der Leiter der Oblastverwaltung rief die Bewohner der Region auf, auf sich zu achten, Warnungen vor Gefahren nicht zu ignorieren und den Anweisungen der Notdienste zu folgen. Laut seinen Angaben blieben zum Zeitpunkt der Erklärung alle Rettungseinheiten an den Einsatzorten, um die Zerstörungen vollständig zu erfassen.
Kontext: Serie von Angriffen auf Kiew und die Oblast
Der Angriff vom 5. September war der Fortgang einer mehr als eine Woche andauerenden Serie von Schlägen. Laut UNN dauerten die Beschussungen aus Russland zu diesem Zeitpunkt bereits den siebten Tag an. Am Vortag hatte ein russischer Treffer auf die Sotschewska Borshtschahiwka bei Kiew zu Bränden in Lagerräumen geführt. Zudem fielen bei einem weiteren Schlag auf die Hauptstadt Trümmer abgeschossener Drohnen in vier Stadtbezirken, die Zahl der Verletzten belief sich auf 14, darunter ein Kind. Nach Angaben der UNN wurden bei einem der nächtlichen Angriffe insgesamt 163 Drohnen gestartet, bis zu die Hälfte davon vom Strahlentyp; die Luftabwehr arbeitete in allen Regionen, doch ein Teil der Ziele durchbrach die Abwehr.
Politischer Hintergrund: Erklärung Selenskyj zu den Verhandlungen
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass mit der russischen Seite gegenseitige Vereinbarungen getroffen wurden, während der Durchführung von Verhandlungen mit Beteiligung der amerikanischen Seite von Angriffen auf Kiew und Moskau abzusehen. Diese Erklärung erfolgte im Kontext von Bemühungen um eine diplomatische Regelung; die Ereignisse vom 5. September zeigen jedoch, dass ein Waffenstillstand bei den Angriffen auf die Schlüsselstädte offenbar nicht eingehalten oder nur eingeschränkt gilt. Der Widerspruch zwischen der erklärten Position und den tatsächlichen Folgen der Angriffe bleibt eine der zentralen Fragen, auf die bislang keine der Seiten eine öffentliche Antwort gegeben hat.