In Kiew ist für die kommende Woche der Beginn des Baus von Ersatzdämmen und Pontonbrücken über den Dnjepr geplant. Dies erklärte der ukrainische Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Transport Mykola Kalaschnik in einem Interview mit Suspilne. Dieser Schritt erfolgt als Reaktion auf die massiven russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur der Hauptstadt, darunter die jüngsten Schläge gegen die Nord- und Südbrücke.

Schutzstrategie und Zeitplan

Laut dem Minister hat die Verstärkung der bestehenden Brücken oberste Priorität, doch als schnelle Alternative wurden bereits Standorte für Dämme und Pontonübergänge festgelegt. Die Bauarbeiten sollen bis zu drei Monate dauern, wobei das Wiederaufbauministerium, die Wiederaufbauagentur, das Militär und die Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten.

Kapazität und Tunnelpläne

Die provisorische Infrastruktur soll mindestens die Hälfte des aktuellen täglichen Verkehrsaufkommens der Hauptstadt von 600.000 Fahrzeugen auffangen. Langfristig erwägt das Ministerium zudem den Bau eines Tunnels unter dem Dnjepr, was jedoch aufgrund der Kosten von Dutzenden oder Hunderten Milliarden Hrywnja von internationaler Geberunterstützung abhängt.

Während offizielle Stellen betonen, dass die Arbeiten unverzüglich in der kommenden Woche beginnen und rasch abgeschlossen werden sollen, weisen externe Experten auf mögliche Verzögerungen hin. Angesichts der komplexen Logistik und der anhaltenden Sicherheitsrisiken im Kriegszustand könnten die ambitionierten Fristen schwer einzuhalten sein.