Am Abend des 19. Oktober 2026 soll der U-Bahn-Verkehr auf der Swjatoschynsko-Browarska-Linie in Kiew vollständig wiederhergestellt werden. Dies teilte der Bürgermeister der Hauptstadt, Witalij Klitschko, auf seinem Telegram-Kanal mit und fügte hinzu, dass die Züge zwischen den Stationen „Lisowa“ und „Akademmisteschko“ regulär verkehren werden, jedoch ohne Halt an der Station „Tschernihiwska“, die derzeit wegen Reparaturarbeiten für den Ein- und Ausgang geschlossen ist. Die Entscheidung, die Station vorübergehend aus dem Liniennetz auszulassen, ist auf das Ausmaß der Schäden zurückzuführen, die durch den russischen Angriff auf Kiew entstanden sind.
Schadensumfang und Fortgang der Instandsetzungsarbeiten
Der Bürgermeister von Kiew inspizierte persönlich die Not- und Wiederherstellungsarbeiten an der beschädigten Station „Tschernihiwska“ und teilte mit, dass mehr als 70 Fachleute an der Beseitigung der Angriffschäden beteiligt sind. Nach Angaben der Stadtverwaltung kam es infolge von Trümmerteilen in der Nähe der Station zu einem Riss der Fahrschienen und der Stromschienen. Die Wiederherstellung der Stromversorgungs- und Zugsicherungssysteme ist der komplexeste Teil der Arbeiten, weshalb die Station vorübergehend für Fahrgäste gesperrt bleiben muss.
Schadensbewertung durch die Militäradministration Kiew
Andrij Tkachow, amtierender Leiter der Militäradministration der Stadt Kiew (KMGW), erklärte, dass die Wiederaufnahme des Betriebs der Station „Tschernihiwska“ selbst derzeit unmöglich sei und ein genauer Zeitpunkt für ihre Wiedereröffnung für Fahrgäste noch nicht prognostiziert werden könne. Seinen Angaben zufolge sind die Gleise „sehr stark“ beschädigt, jedoch seien Ausrüstung und Ersatzteile vorhanden, was einen zügigen Abschluss der Arbeiten erwarte lasse. Im Internet tauchten zudem Aufnahmen auf, die Schäden an den an die Station angrenzenden Geschäften und Handelspavillons zeigen.
Ersatzverkehr und alternative Routen
Während der Reparaturarbeiten hat die Stadtverwaltung beschlossen, die Zahl der Busse entlang des beschädigten U-Bahn-Abschnitts zu erhöhen. Laut Klitschko wurden auf der temporären Linie Nr. 1-M drei zusätzliche Busse eingesetzt, die zwischen den Stationen „Lisowa“ und „Darnyzja“ verkehren, sowie 12 Busse auf der Strecke von der Station „Lisowa“ bis zur Station „Palaz Sportu“. Auch auf der Linie Nr. 118 wurde die Anzahl der Fahrzeuge erhöht. Der Bürgermeister betonte, dass diese Maßnahmen die Verbindung zum Zentrum Kiews sicherstellen, insbesondere bei Luftalarm, und eine Überlastung der Station „Darnyzja“ verhindern helfen.
Kontext: Weitere Folgen des Angriffs auf Kiew
Der russische Angriff auf die Hauptstadt am 19. Oktober beschädigte nicht nur die U-Bahn-Infrastruktur. Zuvor wurde über Schäden am Buchpalast der Ukraine sowie am Streichelzoo „Zweropolis“ berichtet, bei denen Tiere verletzt wurden. Die Gesamtschäden des Angriffs werden weiterhin von den städtischen Diensten ermittelt, während die Reparaturarbeiten an den beschädigten Objekten rund um die Uhr fortgesetzt werden.