Der nationale Betreiber elektronischer Kommunikation „Kiivstar' hat das Testen der 5G-Technologie in Odessa begonnen, die zum fünften Standort des Pilotprojekts des Unternehmens wurde. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Pressemeldung des Betreibers berichtet, umfasst die 5G-Abdeckung in der Stadt das historische Zentrum, den Primorski-Prunkboulevard, die Potemkin-Treppe und das angrenzende Gebiet. Somit umfasst die Geografie der Pilotzonen, die gemeinsam mit der ukrainischen Regierung festgelegt wurde, nun Kiew, Lwiw, Charkiw, Borodyanka und Odessa.
Umfang des Pilotprojekts: 1,6 Millionen Nutzer und 200 Tausend Verbindungen pro Tag
Seit dem Start des Pilotprojekts haben bereits mehr als 1,6 Millionen „Kiivstar'-Abonnenten die Fünfte-Generation-Kommunikation genutzt. Das Unternehmen betont, dass täglich mehr als 200 Tausend Nutzer das 5G-Netz nutzen – obwohl die genaue Zahl je nach Wochentag variiert. Der Betreiber unterstreicht, dass 5G in der aktuellen Phase LTE nicht ersetzt, sondern ergänzt: Die Technologie wird dort eingesetzt, wo Bedarf zur Entlastung des LTE-Netzes, zusätzlicher Kapazität, Erhöhung der Datenübertragungsrate und der gleichzeitigen Nutzung einer großen Anzahl von Geräten besteht.
Technische Parameter: NSA-Architektur und Geschwindigkeiten bis 2,4 Gbit/s
In den Testzonen verwendet „Kiivstar' die 5G-NSA-Architektur (Non-Standalone) im Bereich 3500 MHz. Dieser Ansatz ermöglicht es, die bestehende 4G-Infrastruktur zu nutzen und gleichzeitig die Möglichkeiten der neuen Kommunikationsgeneration zu testen. Laut Betreiberangaben überstieg die maximale Datenübertragungsrate im 5G-Netz 2,4 Gbit/s. Nach der Öffnung des Zugangs für alle Nutzer und dem Anstieg der Verbindungen beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit im Testnetz 600–800 Mbit/s, und die Spitzenrate erreicht 2 Gbit/s. Für die Verbindung genügt ein 5G-fähiges Smartphone, eine aktuelle Firmware-Version, eine Standard-USIM-Karte und der Aufenthalt in der Abdeckzone; die Abrechnung erfolgt nach den Bedingungen des geltenden Tarifs.
4G bleibt die Grundlage: Abdeckung von 96 % der Bevölkerung
Das 5G-Pilotbetrieb erfolgt parallel zur Entwicklung der vierten Generation, die nach wie vor die Haupttechnologie der Mobilkommunikation in der Ukraine ist. Derzeit ist das schnelle 4G von „Kiivstar' für mehr als 96 % der Bevölkerung des Landes verfügbar. Das PJSC „Kiivstar', das seit 28 Jahren auf dem Markt tätig ist, bedient Stand 2026 etwa 21,8 Millionen Mobilfunk- und mehr als 1,3 Millionen Festnetzabonnenten. In den letzten drei Jahren hat der Betreiber mehr als 5,6 Milliarden UAH in die Unterstützung der Streitkräfte, der Abonnenten und die Umsetzung sozialer Projekte investiert.
Widersprüchliche Daten
Trotz des aktiven Marketings des Pilot-5G-Projekts und des Starts eines neuen Standorts in Odessa veröffentlichte das Magazin „Ekonomitscheskaja Prawda' (minfin.com.ua) im August 2026 einen Artikel mit der Überschrift „5G muss warten: „Kiivstar' nennt das Haupthindernis'. Dies deutet darauf hin, dass, obwohl die Tests unter realen Bedingungen laufen und an Fahrt gewinnen, die vollständige kommerzielle Einführung von 5G im Land auf systemische Barrieren stößt – vor allem im Zusammenhang mit dem regulatorischen Umfeld, der Zuweisung des Frequenzspektrums und den Bedingungen des Kriegszustands. Somit spiegelt das erklärte „5G bereits in Odessa' die Phase des Pilottests wider und nicht den massenhaften kommerziellen Start, und zwischen den optimistischen Pilotzahlen und den tatsächlichen Zeitrahmen für breite Verfügbarkeit bleibt eine erhebliche Lücke.
Regulatorischer Kontext und Perspektiven
Die Erprobung von 5G-Ausrüstung in der Ukraine wurde von der NKÉK (der Nationalen Kommission, die die Regulierung in den Bereichen Kommunikation und Information durchführt) erlaubt, was in den Materialien von delo.ua festgehalten ist. Genau diese Entscheidung gab den Betreibern eine rechtliche Grundlage für die Durchführung von Feldtests. Vor dem Hintergrund, dass die 5G-Abdeckung derzeit auf fünf Standorte begrenzt ist und im NSA-Modus arbeitet, betonen Experten und Regulierer die Notwendigkeit, eine einheitliche Strategie zur Einführung der Fünften Generation zu entwickeln, die sowohl die technologische Bereitschaft als auch die geopolitischen Realitäten des Jahres 2026 berücksichtigt.