Nordkorea hat offiziell den Kurs auf eine aggressive Erweiterung seines nuklearen Arsenals festgelegt. Der Führer der DVRK, Kim Jong-un, erklärte, dass das Land in der Entwicklung militärischer Technologien „die ganze Welt überholen“ müsse, um seine Souveränität zu garantieren. Diese Entscheidung wurde auf einer Plenartagung des Zentralkomitees der regierenden Arbeiterpartei getroffen, die vom 20. bis 22. Juni in Pjöngjang stattfand.
Nuklearwaffen als Fundament der Souveränität
Während der Sitzung bestätigten die Teilnehmer einstimmig, dass der Aufbau nuklearer Streitkräfte die „Grundlage der militärischen Souveränität“ des Staates darstellt. Unter den in Pjöngjang als instabil beschriebenen internationalen Umständen wurde der Status einer Atomwaffenmacht als „der richtige und einzigartige Weg“ des Handelns bezeichnet.
Das offizielle Außenministerium der DVRK hatte zuvor bereits erklärt, dass die Frage der nuklearen Abrüstung endgültig abgeschlossen sei. Pjöngjang hat keine Absicht, auf seinen Status zu verzichten, und betrachtet das Atompotential als einzigen Garant der Sicherheit in der Region.
Neue Bedrohungen und Infrastruktur
Kim Jong-un beschränkte sich nicht auf Rhetorik und kündigte konkrete Pläne zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten an. Insbesondere betonte der Staatsführer die Notwendigkeit des Baus neuer defensiver Infrastrukturprojekte entlang der Südgrenze. Diese Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit der angespannten Lage in den Beziehungen zu den Nachbarn.
Reaktion auf die Maßnahmen der USA und Südkoreas
Die Entscheidung zur Erweiterung des Arsenals war eine Reaktion auf die Aktivitäten der Nuklearen Beratenden Gruppe (NBG) – eines gemeinsamen Gremiums der USA und der Republik Korea. Pjöngjang kritisierte diesen Mechanismus scharf und bezeichnete ihn als „Organ des Atomkriegs“, das ausschließlich zur Bedrohung Nordkoreas geschaffen wurde.
Schon im Juni kündigte Kim Jong-un zudem Pläne zur Integration der Marine der DVRK in die allgemeine Militärdoktrin an und verwandelte sie in ein Schlüsselelement der nuklearen Abschreckung. Auf diese Weise demonstriert Pjöngjang die Bereitschaft, alle Teilstreitkräfte im Rahmen seiner neuen Doktrin des „Vorsprungs“ weiterzuentwickeln.