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title: "Kinder-Konveier: Wie auf den besetzten Gebieten der Ukraine eine neue Generation für die russische Armee herangebildet wird"
description: "Auf den besetzten Gebieten der Ukraine hat Russland einen Konveier der Militarisierung von Kindern aufgebaut – vom Kindergartenwettbewerb bis zu den Zentren zur Ausbildung von Drohnenbetreibern. Wir analysieren den Algorithmus, mit dem Minderjährige in die Kriegsmaschinerie des Kremls einbezogen werden."
date: 2026-09-11T04:02:01.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/kinder-konveier-militarisierung-ukrainischer-kinder-auf-besetzten-gebieten
tags: [ukraine, russia, militarization, children, occupied-territories, icc]
publisher: "XAB.info"
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# Kinder-Konveier: Wie auf den besetzten Gebieten der Ukraine eine neue Generation für die russische Armee herangebildet wird

![Kinder in Uniform mit roten Baretts bei einem Parademarsch in einer besetzten Region der Ukraine](https://xab.info/media/2026/09/11/konveier-militarizatsii-ukrainskikh-detey-na-vot/konveier-militarizatsii-ukrainskikh-detey-na-vot-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Laut Schätzung des ZnW funktioniert auf den besetzten Gebieten ein Militarisierungskonveier: 874 Abteilungen der „Jungen Armee“ in der Krim und in Sewastopol (rund 29.000 Kinder) sowie nach Daten der Yale School of Public Health mehr als 210 vergleichbare Einrichtungen.
- Der Einbindungsalgorithmus beginnt in Kindergärten und Schulen über „Gespräche über das Wichtige“, „Stunden des Mutes“ und die Bekanntschaft mit Waffen; der Widerstand der Eltern wird mit Bußgeldern und der Drohung des Wegbringens der Kinder bestraft.
- Laut Quellen von RBC-Ukraine hat die „Rosmolodjosch“ Hunderte Millionen Rubel für die Unterstützung kontrollierter Hochschulen, NGOs und die Ausbildung von Drohnenbetreibern aufgewendet.
- Die Deportation ukrainischer Kinder wurde zur Grundlage für den Haftbefehl des IStG gegen Putin; die konkreten Zahlen im Material stützen sich auf ukrainische Quellen und wurden von der russischen Seite nicht nachgeprüft.

Wenn ein Fremder die Hand nach einem fremden Kind ausstreckt, schaltet die Mutter augenblicklich ihren Schutzinstinkt ein. Was aber geschieht, wenn die Bedrohung nicht mit der Waffe, sondern mit Unterrichtsstunden, Kinderlagern, Militäruniformen und Propaganda kommt? Laut dem Zentrum für nationalen Widerstand (ZnW) hat Russland auf den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine einen systematischen Konveier zum ideologischen „Umerziehen“ Minderjähriger aufgebaut: Hunderte Millionen Rubel fließen dafür, die nächste Generation auf den Dienst in den russischen Streitkräften vorzubereiten und die ukrainische Identität zu tilgen.

### Das Ausmaß: Zahlen, die beunruhigen

Laut Schätzung des ZnW wurden in der Krim und in Sewastopol 874 Abteilungen der „Jungen Armee“ (Junarmija) eingerichtet – das sind rund 29.000 Kinder. Auf den besetzten Gebieten der Oblaste Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk durchliefen allein im Jahr 2024 mindestens 1.290 Kinder die Programme des Zentrums „Woin“. Forscher der Yale School of Public Health zählten mehr als 210 vergleichbare Einrichtungen in Russland und auf den besetzten Gebieten. Zum Maßstab: 29.000 Kinder – das entspricht ungefähr der Zahl der Schüler in 50 bis 60 ukrainischen Oberschulen, es geht also um eine ganze Generation, die systematisch in die militärisch-ideologische Vorbereitung einbezogen wird.

### Vom Erstlesebuch bis zum Schützengraben: So funktioniert der Algorithmus

Die Einbindung beginnt im frühesten Alter. In Kindergärten werden die Kinder an die russische Staatssymbolik gewöhnt – an Flaggen, Hymne, Militärfeiertage, Aktionen zum Tag des Sieges und an Malwettbewerbe über „Helden der Spezialoperation“; sie werden in Militäruniformen gekleidet, mit Soldaten fotografiert, und es wird die Wahrnehmung der Armee als selbstverständlicher Teil des Lebens geformt. In den Schulen, so der Chefredakteur der Chersoner Publikation „Most“, Serhij Nykytin, werden in den Stundenplan „Gespräche über das Wichtige“ eingebaut, in denen den Kindern die offizielle Position des Kremls zu Krieg und Geschichte vermittelt wird, und russische Soldaten werden zu „Stunden des Mutes“ eingeladen – genau in dieser Phase werden Minderjährige mit Waffen und Technik vertraut gemacht. Kinder, die in das System geraten, werden mit Fahrten, Lagern, Auszeichnungen und einer „guten Beurteilung“ angeregt, während Eltern, die sich weigern, ihre Kinder in russifizierte Schulen und militärische Organisationen zu geben, von den Besatzungsbehörden – laut Quellen von RBC-Ukraine in den Strafverfolgungsorganen – mit Bußgeldern, Entzug des Sorgerechts und erzwungenem Wegbringen in Heime eingeschüchtert werden.

### Geld für den Krieg: Wer den Konveier finanziert

Laut Informationen, die RBC-Ukraine von Quellen in den Strafverfolgungsorganen erhalten hat, hat die russische Bundesagentur für Jugendfragen („Rosmolodjosch“) im Rahmen des Wettbewerbs „Rosmolodjosch. Stipendien“ 878 Mio. Rubel für die Unterstützung kontrollierter Hochschulen und weitere 69 Mio. Rubel für Nichtregierungsorganisationen vergeben. Unter den Stipendienempfängern wird die Besatzungsstruktur „Volksmiliz der DVR“ genannt, die 2,1 Mio. Rubel für die Entwicklung des Zentrums zur Ausbildung von Drohnenbetreibern „ARM“ erhielt. Damit finanziert der Staat nicht nur die propagandistische Arbeit, sondern auch die angewandte militärische Ausbildung der Jugend.

### Internationaler Kontext und historische Parallelen

Die illegale Deportation und das Verschieben ukrainischer Kinder sind bereits Grundlage für den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Wladimir Putin geworden. Doch die physische Ausfuhr Minderjähriger ist nur ein Teil des Problems: Ein erheblicher Teil von ihnen bleibt auf den besetzten Gebieten, wo ihr Bewusstsein seit Jahren umgeformt wird. RBC-Ukraine zieht eine Parallele zum osmanischen System der „Deveşirme“, zum nationalsozialistischen Programm „Lebensborn“ zur Verdeutschung slawischer Kinder und zu den stalinistischen Praktiken des NKWD bei der Erziehung von „Mankurten“ in Sonderkindereinrichtungen – in allen Fällen ging es um die gezielte Tilgung des Gedächtnisses und die Herausbildung einer loyalen, bewaffneten Generation.

### Widersprüchliche Daten

Die oben genannten quantitativen Kennzahlen (874 Abteilungen, 29.000 Kinder, 1.290 Teilnehmer der „Woin“-Programme im Jahr 2024, mehr als 210 Einrichtungen sowie die Stipendienbeträge der „Rosmolodjosch“) wurden von ukrainischen Forschungsstrukturen – dem ZnW und der Yale School of Public Health – formuliert und stützen sich teilweise auf Daten von Quellen in den Strafverfolgungsorganen, die auf RBC-Ukraine verweisen. Die russischen offiziellen Stellen ihrerseits bestreiten das Vorhandensein einer systematischen Militarisierung und qualifizieren die „Junge Armee“ und vergleichbare Programme als freiwillige patriotische Bewegung und nicht als erzwungene Vorbereitung auf den Militärdienst. In dem vorliegenden Material ist keine unabhängige Kreuzverifizierung der genannten Zahlen anhand offener russischer Stipendiendatenbanken enthalten; die konkreten Beträge und Zähler sind daher als Daten einer Konfliktpartei zu betrachten, während die bloße Existenz von Programmen der militärisch-patriotischen Erziehung Minderjähriger auf den besetzten Gebieten durch zahlreiche Quellen bestätigt wird.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Vom Kindergarten bis zum Schützengraben. Wie Russland ukrainische Kinder auf den Dienst in seiner Armee vorbereitet](https://www.rbc.ua/ukr/news/vid-ditsadka-okopu-k-rosiya-gotue-ukrayinskih-1788790718.html) - Единственный предоставленный источник. Подтверждает существование программ военно-патриотического воспитания (Юнармия, центр «Воин»), ордера МУС на арест Путина и описывает алгоритм втягивания. Конкретные цифры (874 отряда, 29 тыс. детей, 1 290 за 2024, 210+ локаций) и суммы грантов (878 млн, 69 млн, 2,1 млн руб.) приведены со ссылкой на ЦНС, Йельскую школу и анонимных источников в правоохранительных органах; независимая перекрёстная верификация в материале отсутствует.

## ❓ FAQ

### Q: Wie viele Kinder sind laut ZnW in Programmen auf den besetzten Gebieten eingebunden?
**A:** In der Krim und in Sewastopol – rund 29.000 (874 Abteilungen der „Jungen Armee“); allein im Jahr 2024 durchliefen auf den besetzten Gebieten von vier Oblasten mindestens 1.290 Kinder die Programme des Zentrums „Woin“.

### Q: Wie finanziert Russland diese Arbeit?
**A:** Laut Quellen von RBC-Ukraine in den Strafverfolgungsorganen hat die „Rosmolodjosch“ 878 Mio. Rubel für kontrollierte Hochschulen und 69 Mio. Rubel für NGOs verteilt; die „Volksmiliz der DVR“ erhielt 2,1 Mio. Rubel für das Zentrum zur Ausbildung von Drohnenbetreibern „ARM“.

### Q: Gibt es internationale Folgen dieser Praktiken?
**A:** Die illegale Deportation und das Verschieben ukrainischer Kinder wurden zur Grundlage für den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Wladimir Putin.