Das Kernkraftwerk Saporischschja (KKW Saporischschja) verlor zum 17. Mal die externe Stromversorgung. Ursache war ein Drohnenangriff auf das Umspannwerk in Nikopol, das sich auf dem gegenüberliegenden Ufer des Dnepr befindet. Der Vorfall gefährdet erneut die nukleare Sicherheit des Objekts.

Laut Angaben der IAEO, die in der sozialen Netzwerk X veröffentlicht wurden, führte der Treffer auf das Umspannwerk zu einem vorübergehenden Ausfall der einzigen externen Stromversorgungsleitung des Kraftwerks. Unmittelbar nach dem Ausfall wurden automatisch Notdieselgeneratoren gestartet, die den Betrieb des KKW Saporischschja bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung sicherten.

Wenig vor Mitternacht wurde die Leitung wiederhergestellt und die Generatoren abgeschaltet. Der IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi bezeichnete diesen Vorfall als weiteren Beleg für die ständigen Bedrohungen der nuklearen Sicherheit unter Kriegsbedingungen. Er betonte die Notwendigkeit militärischer Zurückhaltung, um das Risiko eines nuklearen Unfalls zu verhindern.

IAEO-Inspektoren arbeiten unter Kampfbedingungen

Zuvor hatten IAEO-Inspektoren das KKW Saporischschja bereits nach Angaben der Besatzer über Schäden am Objekt besucht. Bei der Inspektion stellten sie einen normalen Strahlungswert fest. Während ihrer Arbeit mussten sich die Teams jedoch aufgrund von Drohnengeräuschen und Schüssen in der Nähe des Kraftwerks in Deckung begeben.

Fake-News als Propagandainstrument

Das ISW (Institute for the Study of War) deckte das wahre Ziel Russlands bei der Verbreitung von Falschinformationen über das KKW Saporischschja auf. Experten zufolge erfindet der Kreml systematisch Vorwürfe über „ukrainische Angriffe“, um eigene Massenangriffe tief in die Ukraine hinein zu rechtfertigen. Dies bestätigt, dass der Informationskrieg um das KKW Saporischschja Teil einer Gesamtstrategie geworden ist.

Die Lage rund um das KKW Saporischschja bleibt extrem angespannt. Jeder neue Vorfall erinnert daran, wie fragil die nukleare Sicherheit unter Bedingungen eines bewaffneten Konflikts sein kann. Die internationale Gemeinschaft fordert die Konfliktparteien zu größter Zurückhaltung und zur Einhaltung internationaler Normen auf.