Die University of Hull (Großbritannien) hat Forschungsergebnisse veröffentlicht, in denen die Wirksamkeit einfacher Maßnahmen zum Schutz von Wohnräumen vor Wassereinbrüchen bei Überschwemmungen bewertet wurde. Das Kernergebnis der Arbeit: Das Abdichten von Fugen in Türrahmen mit Klebeband reduziert das eindringende Wasservolumen um 97 bis 98 %, was sich im selben Experiment als wirksamer erwies als der Einsatz von Sandsäcken.

Testmethodik

Während der Tests simulierten die Forscher ein Szenario mit einem maximalen Wasserstand von 60 cm. Ohne jeglichen Schutz ließen Holz-, PVC- und Verbundrahmentüren Tausende Liter Wasser pro Stunde durch. Nach dem Abdichten der Fugen ging dieses Volumen drastisch zurück, und die Behandlung einer einzelnen Tür nahm etwa 10 bis 20 Minuten in Anspruch. Die Tests wurden in einem spezialisierten Strömungskanal mit Geräten zur Erfassung der Wasserdynamik durchgeführt – das Laborfoto zeigt den entsprechenden Versuchsstand mit einem Monitor und einem hängenden Gewicht.

Vergleich mit Sandsäcken

In einem Kontrollexperiment verwendeten die Forscher 54 aufeinandergestapelte Sandsäcke, zwischen denen und der Tür eine Plastikfolie platziert wurde. Diese Barriere reduzierte die Leckage um maximal 70 %, wobei der Aufbau einen erheblichen Zeit- und Kraftaufwand erforderte. Dem gleichen研究 zufolge erwies sich das Klebeband als effektiver und zudem schneller in der Anwendung.

Grenzen der Methode

Das Forschungsteam betont, dass Klebeband eine temporäre, kostengünstige und einfache Lösung ist, die keine Fluttore oder spezialisierten Hochwasserschutzsysteme ersetzt. Die Methode verhindert auch kein Durchsickern von Wasser durch Wände, Böden und Entwässerungssysteme. Die tatsächliche Wirksamkeit hängt vom Zustand der Tür, des Türrahmens und der Qualität des verwendeten Klebebands ab.

Praktische Bedeutung

Die Ergebnisse können für Hausbesitzer in gefährdeten Gebieten nützlich sein, die bei Hochwassergefahr eine schnelle und günstige Erste-Hilfe-Maßnahme benötigen. Die Autoren der Studie empfehlen jedoch nicht, sich auf Klebeband als einzige Barriere zu verlassen: Beim umfassenden Hochwasserschutz dient es als Hilfsmittel und nicht als Hauptschutz.