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title: "«Sie nutzten Informationsbomben»: Klymenko äußert sich erstmals zur Erwähnung seines Namens in den Bändern des „Karthago“-Falles"
description: "NSDC-Sekretär Ihor Klymenko hat sich erstmals zur Erwähnung seines Namens in den NABU-Bändern zum „Karthago“-Fall geäußert und erklärt, der Anführer der „Chimprom“-Gruppe habe gedroht, eine politische Krise herbeizuführen und eine Fake-Kampagne gegen Beamte zu starten."
date: 2026-11-06T19:37:02.788Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/klimenko-kommentiert-nabu-baender-chimprom-karthago
tags: [ukraine, nabu, klimenko, snbo, khimprom, drug-syndicate, synthetic-cannabinoids, cartage-case]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# «Sie nutzten Informationsbomben»: Klymenko äußert sich erstmals zur Erwähnung seines Namens in den Bändern des „Karthago“-Falles

![NSDC-Sekretär Ihor Klymenko in einem schwarzen Hemd sitzt während einer Rede vor einem blauen Bildschirm](https://xab.info/media/2026/11/06/klimenko-kommentiruet-plyonki-nabu-kimprom-kartfagen/klimenko-kommentiruet-plyonki-nabu-kimprom-kartfagen-1.webp)

## Kernpunkte

- Ihor Klymenko äußerte sich erstmals öffentlich zum Auftauchen seines Namens in NABU-Aufzeichnungen zum „Karthago“-Fall
- Laut Klymenko drohte der Bandenführer „Der Mexikaner“ mit einer politischen Krise und einer Fake-Informationskampagne gegen Beamte
- Die „Chimprom“-Gruppe nutzte Gesetzeslücken bei synthetischen Cannabinoiden aus und verkaufte Drogen über ein Filialnetz
- Das Filialnetz wurde im April nach Abstimmung der Verordnung mit dem Gesundheitsministerium und der Nationalpolizei vollständig zerschlagen
- NABU-Leiter Oleksandr Abakumov bestätigte, dass Burkin versuchte, das Verbot synthetischer Cannabinoide zu blockieren

Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Ihor Klymenko, hat sich erstmals öffentlich zu dem Auftauchen seines Nachnamens in den Aufzeichnungen geäußert, die vom Nationalen Antikorruptionsbüro im Rahmen des Falls um die Drogenbande „Chimprom“, in der Medienlandschaft als „Karthago“-Fall bekannt, veröffentlicht wurden. Bei einem Treffen mit Journalisten reagierte der Beamte emotional darauf, dass sein Name in den Ermittlungsmaterialien auftaucht, und beschrieb detailliert die Druckmechanismen, die die kriminelle Vereinigung seiner Aussage nach gegenüber Staatsbediensteten anwandte.

### «Informationsbomben» und die Drohung einer politischen Krise

Klymenko zufolge drohte auf den Aufzeichnungen einer der Anführer der Bande mit dem Spitznamen „Der Mexikaner“ — Jegor Burkin, den der Leiter der NABU-Detektive Oleksandr Abakumov zuvor als Chef des russischen Drogen-Syndikats „Chimprom“ bezeichnet hatte —, eine politische Krise im Land herbeizuführen, die Absetzung der Führung des Innenministeriums zu organisieren und eine massive Informationskampagne mit gefälschten Materialien über eine Reihe von Telegram-Kanälen und Websites zu starten. „Das heißt, sie nutzten solche Informationsbomben, um Dinge zu sprengen, um Beamte in diesem Informationslärm reputationstechnisch anzuschlagen. Das war ein Druckmittel“, erklärte der NSDC-Sekretär.

### Schattenbudgets und die Suche nach Einflusshebeln

Klymenko erinnerte daran, dass die kriminelle Vereinigung über kolossale Schattenbudgets verfügte und gezielt nach Wegen suchte, um den damaligen Innenminister zu beeinflussen, damit dieser keine Beschränkungen einleitet, die ihr illegales Geschäft untergraben könnten. Nach Angaben des NABU war es genau Burkin („Der Mexikaner“), der versuchte, das Verbot synthetischer Cannabinoide in der Ukraine zu blockieren, und sich dabei sowohl direkter Kontakte zu Beamten als auch der Drohung eines öffentlichen Skandals bediente.

### Gesetzeslücke und Filialnetz

Der Sekretär des Sicherheitsrates wies darauf hin, dass die Bande Lücken in der ukrainischen Gesetzgebung bezüglich synthetischer Cannabinoide ausnutzte und Betäubungsmittel über ein Netz spezialisierter Geschäfte vertrieb. Um dieses rechtliche Schlupfloch zu schließen, war die Ausarbeitung einer Verordnung erforderlich, in der laut Klymenko „chemische Formeln festgehalten werden mussten“. Die Arbeit an dem Dokument nahm zweieinhalb Monate in Anspruch, die Initiative wurde mit dem Gesundheitsministerium und dem Chef der Nationalpolizei abgestimmt. „Es war wichtig, tatsächlich alle Derivate zu verbieten, die zu diesem chemischen Element gehören“, betonte er.

### Beseitigung des Netzwerks und nächste Schritte

Klymenko teilte mit, dass die Strafverfolgungsbehörden nach längerer operativer Arbeit, Ermittlungen und der Verabschiedung entsprechender Regierungsentscheidungen das Filialnetz bereits im April vollständig zerschlagen haben. Seinen Angaben zufolge ist heute kein einziger solcher Standorte mehr in Betrieb, die Arbeit zur Identifizierung und strafrechtlichen Verfolgung aller beteiligten Personen wird jedoch fortgesetzt. Somit bleibt der „Karthago“-Fall offen, und die Ermittlungsbehörden beabsichtigen, die verfahrensrechtliche Arbeit bis zur vollständigen Aufklärung aller Glieder der kriminellen Struktur voranzutreiben.

## Faktencheck und Quellen

- ["Я офигел": Клименко впервые высказался о своем упоминании в пленках НАБУ](https://www.rbc.ua/ukr/news/ya-ofigel-klimenko-vpershe-vislovivsya-svoyu-1793993407.html) - Primärquelle: Direkte Zitate von Klymenko bei einem Treffen mit Journalisten, Verweis auf Abakumovs Erklärung, Chronologie der Netzwerkzerschlagung (April), Details zur Ausarbeitung der Verordnung (2,5 Monate, chemische Formeln, Abstimmung mit Gesundheitsministerium und Nationalpolizei). Alle Fakten des Artikels stammen aus dieser Quelle.

## Häufige Fragen

### Warum tauchte Klymenkos Nachname in den Bändern des „Karthago“-Falles auf?

Nach Angaben von Klymenko selbst und des NABU versuchte der Anführer der „Chimprom“-Gruppe mit dem Spitznamen „Der Mexikaner“ (Jegor Burkin), den damaligen Innenminister zu beeinflussen, damit dieser kein Verbot synthetischer Cannabinoide einleitet. Auf den Aufzeichnungen drohte die Person, eine politische Krise herbeizuführen und eine gefälschte Informationskampagne gegen Beamte zu starten.

### Was genau tat die „Chimprom“-Gruppe?

Die Gruppe nutzte Lücken in der Gesetzgebung zu synthetischen Cannabinoiden aus und verkaufte Drogen über ein Filialnetz. Nach Angaben des NABU verfügte sie über erhebliche Schattenbudgets und suchte nach Einflusshebeln auf staatliche Organe.

### Wann und wie wurde das Filialnetz zerschlagen?

Laut Klymenko wurde das Netzwerk nach längerer operativer Arbeit und Regierungsbeschlüssen im April vollständig zerschlagen. Die Verordnung zum Verbot von Derivaten synthetischer Cannabinoide wurde in 2,5 Monaten ausgearbeitet und mit dem Gesundheitsministerium sowie dem Chef der Nationalpolizei abgestimmt.

### Laufen die Ermittlungen noch?

Ja. Klymenko erklärte, dass die Strafverfolgungsbehörden ihre Arbeit zur Identifizierung und Rechenschaftslegung aller beteiligten Personen fortsetzen. Der „Karthago“-Fall bleibt offen.