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title: "„Der Zug der Filmstars“: Alexej Komarowski erklärt, warum ukrainische Regisseure immer dieselben Schauspieler besetzen und warum Blogger mit Millionen Followern keine Profis verdrängen"
description: "Regisseur Alexej Komarowski erklärte in einem Interview mit Wave RBC.UA, warum 95 % der Hauptrollen im ukrainischen Kino professionellen Schauspielern und nicht Bloggern mit Millionen Followern zufallen, und räumte Mythen über Vetternwirtschaft bei Castings aus."
date: 2026-09-12T06:14:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/komarowski-blogger-verdrangen-keine-schauspieler-im-ukrainischen-kino
tags: [ukrainian-cinema, aleksey-komarovskiy, casting, film-industry, bloggers-vs-actors, tysiachovesna]
publisher: "XAB.info"
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# „Der Zug der Filmstars“: Alexej Komarowski erklärt, warum ukrainische Regisseure immer dieselben Schauspieler besetzen und warum Blogger mit Millionen Followern keine Profis verdrängen

![Alexey Komarowski: Regisseur darüber, warum das ukrainische Kino dieselben Schauspieler besetzt und warum Blogger keine Profis ersetzen](https://xab.info/media/2026/09/12/komarovskiy-blogery-ne-vytisnyat-aktorov-iz-ukrainskogo-kino/komarovskiy-blogery-ne-vytisnyat-aktorov-iz-ukrainskogo-kino-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Nach Einschätzung von Komarowski wählen Produzenten in 95 % der Fälle einen professionellen Schauspieler für die Hauptrolle, einen Blogger mit Millionen Followern hingegen nur in 3–5 % der Projekte, die um eine Medienpersönlichkeit herum aufgebaut sind.
- Den sich wiederholenden Pool an Schauspielern in ukrainischen Filmen erklärt der Regisseur mit der Metapher des „Zugs der Filmstars“ mit hundert Plätzen: Das ist ein vorübergehendes Phänomen und keine Vetternwirtschaft.
- Für seinen neuen Film „Zum ersten Mal“ plant Komarowski ein offenes nationales Casting und den massenhaften Einsatz junger Gesichter.
- Die Filmindustrie in Kriegszeiten benötigt eine nachhaltige staatliche Unterstützung, ohne die eine langfristige Produktion unmöglich ist.

Der bekannte ukrainische Filmregisseur und Produzent Alexej Komarowski hat in einem Interview mit der Ausgabe Wave RBC.UA bei mehreren umstrittenen Fragen des inländischen Kinos die Punkte über den „i“ gesetzt: von der Rolle von Bloggern mit Millionen Followern vor der Kamera bis zur Natur des „Kumovstvo“ (Vetternwirtschaft) bei Castings. In den letzten Jahren hat Komarowski die Filmindustrie praktisch von allen Seiten ausprobiert – von der Regiearbeit bis zur Bewertung von Förderanträgen im Rahmen des Programms „Tysjachwesna“. Genau diese doppelte Erfahrung ermöglicht es ihm, so seine Worte, den sich wiederholenden Pool an Schauspielern in ukrainischen Filmen ohne die übliche Irritation zu betrachten und nach systemischen statt verschwörungstheoretischen Erklärungen zu suchen.

### Blogger gegen Schauspieler: die 95-Prozent-Regel

Auf die direkte Frage, wen ein Produzent für die Hauptrolle wählen würde – einen professionellen Schauspieler oder einen Blogger mit Millionenpublikum – schlug Komarowski vor, die Aufgabe umzuformulieren: Wenn sich ein Profi und eine Medienpersönlichkeit um eine Journalistenstelle bewerben, geht die Redaktion von der Aufgabe und dem Genre aus. Im Kino, so seine Einschätzung, fällt die Wahl in 95 % der Fälle, insbesondere bei Hauptrollen, auf den Profi. Ausnahme sind die 3–5 % der Projekte, bei denen das Konzept um eine konkrete Medienpersönlichkeit herum aufgebaut ist. Als klassisches Beispiel nannte der Regisseur Eminem im Film „8 Meilen“: Dieser war kein Filmschauspieler, aber der Film stützte sich in erheblichem Maße auf seine Biografie und sein näheres Umfeld. „Ein professioneller Schauspieler in der Hauptrolle – das ist die Regel. Eine Medienpersönlichkeit – die Ausnahme, für die ein konkreter Grund vorliegen muss“, fasste Komarowski zusammen. Dabei wies er darauf hin, dass es heute auch professionelle Schauspieler mit Millionenpublika in sozialen Netzwerken gibt, die Anzahl der Follower aber die Passung zur Rolle und das handwerkliche Können nie ersetzen wird.

### „Der Zug der Filmstars“: warum derselbe Pool an Schauspielern

Auf die Frage, warum in ukrainischen Filmen und Serien regelmäßig ein begrenzter Kreis von Personen auftaucht, verwendete Komarowski die Metapher des „Zugs der Filmstars“: In ihm gibt es hundert Plätze, aber Hunderttausende möchten einsteigen. Eine bestimmte Gruppe von Schauspielern fährt jahrelang oder sogar jahrzehntelang von Station A nach Station B, solange der Zuschauer sie sehen möchte und die Produzenten sie in neue Projekte einladen. Dann steigt jemand aus, seinen Platz nimmt ein anderer ein – und der Zug fährt weiter. Gerade die Begrenztheit und die Zeitlichkeit dieser Plätze schaffen, so der Regisseur, das Phänomen der Filmstar. Er betonte, dass dies keine ukrainische Besonderheit ist: Leonardo DiCaprio, Anne Hathaway, Timothée Chalamet, Zendaya, Emma Stone und andere tauchen ebenfalls ständig in großen weltweiten Projekten auf. „Neue Talente gibt es, sie werden ständig gesucht. Aber man kann kein talentiertes Talent finden und sofort einen Film für es erstellen. Filme werden nicht für Schauspieler gemacht – sie werden für das Publikum gemacht“, fügte Komarowski hinzu und erinnerte daran, dass selbst ein sehr talentierter Schauspieler lange auf seine Rolle warten kann.

### Castings und der Mythos der Vetternwirtschaft

Auf die Frage nach der Transparenz der Castings und dem Vorhandensein von Vetternwirtschaft antwortete der Regisseur, dass ein Filmcasting kein staatliches Vergabeverfahren sei, daher seien die Begriffe „Transparenz“ und „Vetternwirtschaft“ hier nicht ganz angemessen. Das kreative Team wird entsprechend der Vision des Regisseurs und des Produzenten zusammengestellt: Der eine ruft ein offenes landesweites Casting aus, der andere lädt zehn konkrete Schauspieler ein, der dritte schreibt eine Rolle für eine Person – das sind verschiedene kreative Methoden. Komarowski selbst plant für seinen neuen Film „Zum ersten Mal“ ein offenes nationales Casting, hält es aber für nicht richtig, darauf zu bestehen, dass dies das einzige zulässige Format sei. Was die Bekanntschaften angeht, räumte der Regisseur ihr Vorhandensein ein, nannte es aber keine Vetternwirtschaft, sondern kreatives Vertrauen: Scorsese arbeitet seit Jahrzehnten mit DiCaprio und De Niro zusammen, Woody Allen drehte mehrfach mit Scarlett Johansson, Tim Burton – mit Johnny Depp, Christopher Nolan – mit Michael Caine. „Wenn der Regisseur die Möglichkeiten des Schauspielers, seinen Temperament und ihn in der nächsten Rolle sieht, dann ist das natürlich“, erläuterte er.

### Risiko in Kriegszeiten und Fördergutachten

Gesondert hielt Komarowski bei dem Thema Risiko in der modernen ukrainischen Filmproduktion inne. Nach seinen Worten begleitet heute jedes Projekt ein Risiko: Einen bekannten Schauspieler zu nehmen – das ist ein Risiko, einen Unbekannten – ein anderes. In seinem nächsten Film „Zum ersten Mal“ beabsichtigt der Regisseur, viele neue Gesichter zu verwenden, insbesondere unter den jungen Schauspielern, und neue Namen werden unbedingt auftauchen – „einfach nur müssen für jeden Talent, Rolle und Moment zusammenkommen“. Mit der Erfahrung als Gutachter des Förderprogramms „Tysjachwesna“ teilte Komarowski in demselben Interview mit und bemerkte, dass die Bewertung von Anträgen einen systemischen Blick auf das Projekt erfordert, nicht nur auf den Namen des Regisseurs. Zum Abschluss des Gesprächs betonte er, dass der ukrainischen Filmindustrie in Kriegszeiten eine nachhaltige staatliche Unterstützung von entscheidender Bedeutung ist, ohne die weder Castings noch Produktion noch Verleih in eine langfristige Strategie eingebaut werden können.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [„Eine Million Follower ersetzt keinen Schauspieler“. Alexej Komarowski über Blogger im Kino, „Tysjachwesna“ und Vetternwirtschaft im Kino](https://wave.rbc.ua/ukr/insider/milyon-pidpisnikiv-zaminit-aktora-oleksiy-1789045528.html) - Основной источник: прямое интервью режиссера. Все цитаты и тезисы (95% правило, поезд кинозвезд, кастинг «Первого раза», примеры Скорсезе/Аллена/Бёртона/Нолана) взяты из данного материала.
- [Regisseur Komarowski gestand, wie viel Geld er für die Dreharbeiten an einem Film bekommt](https://www.unian.net/lite/stars/aleksey-komarovskiy-rezhisser-rasskazal-o-svoih-dohodah-v-kino-13392177.html) - Контекстный источник о доходах режиссера; в тело лонгрида не включен, так как не раскрывается в предоставленном тексте интервью.
- [„Ich werde nicht darüber sprechen“: Ukrainischer Regisseur überrascht mit den Gehältern der Schauspieler im Kino](https://glavred.info/movies/ya-ne-budu-govorit-ukrainskiy-rezhisser-udivil-zarplatami-akterov-v-kino-10758977.html) - Контекстный источник о гонорарах актеров; не использован в статье напрямую.
- [Alexej Komarowski enthüllte, wie viel er für die Dreharbeiten an einem Film verdient 3](https://gazeta.ua/ru/articles/celebrities/_aleksej-komarovskij-rassekretil-skolko-zarabatyvaet-za-s-emki-odnogo-filma/1251220) - Дублирующий контекст по доходам; не задействован в тексте лонгрида.

## ❓ FAQ

### Q: Warum werden, so Komarowski, Blogger mit Millionen Followern professionelle Schauspieler nicht verdrängen?
**A:** Der Regisseur schätzt den Anteil der Projekte, in denen eine Medienpersönlichkeit die Hauptrolle erhält, auf 3–5 %: Das sind Fälle, in denen das Konzept des Films um eine konkrete Person herum aufgebaut ist (Beispiel – Eminem in „8 Meilen“). In den übrigen 95 % der Fälle fällt die Wahl auf den Profi, weil die Anzahl der Follower die Passung zur Rolle und das handwerkliche Können nicht ersetzt.

### Q: Was bedeutet die Metapher des „Zugs der Filmstars“?
**A:** Komarowski vergleicht die Industrie mit einem Zug, in dem etwa hundert „Plätze“ für populäre Schauspieler sind, während Hunderttausende einsteigen möchten. Diese Plätze sind zeitlich begrenzt: Der eine steigt aus, ein anderer ersetzt ihn. Gerade die Begrenztheit und die Unbeständigkeit schaffen das Phänomen der Filmstar, und das gilt nicht nur für die Ukraine, sondern auch für das Weltkino.

### Q: Gibt es bei Castings in der Ukraine Vetternwirtschaft?
**A:** Komarowski ist der Meinung, dass die Begriffe „Vetternwirtschaft“ und „Transparenz“ auf Castings nicht anwendbar sind, da es sich nicht um ein staatliches Vergabeverfahren, sondern um einen kreativen Prozess handelt. Die wiederholte Zusammenarbeit von Regisseur und Schauspieler nennt er kreatives Vertrauen und nennt Beispiele aus dem Weltkino: Scorsese und DiCaprio, Woody Allen und Johansson, Burton und Depp, Nolan und Caine.

### Q: Welchen Film bereitet Alexej Komarowski gerade vor?
**A:** Der Regisseur arbeitet am Film „Zum ersten Mal“, für den er ein offenes nationales Casting und den massenhaften Einsatz junger, neuer Gesichter plant. Nach seinen Worten werden neue Namen unbedingt auftauchen, aber für jeden Schauspieler müssen Talent, Rolle und Moment zusammenkommen.