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title: "Königlicher Schatz unter Vilnius: Wie Bestattungsinsignien, die 90 Jahre lang verborgen waren, entdeckt wurden"
description: "In Vilnius wurden erstmals königliche Bestattungsinsignien gezeigt, die 90 Jahre lang unter der Kathedrale verborgen waren. Im Versteck wurden Kronen, Zepter und einzigartige Schmuckstücke von Monarchen des 16. Jahrhunderts gefunden. 🏰👑 #Vilnius #Geschichte #Archäologie"
date: 2026-07-16T10:22:01.000Z
lang: de
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tags: [vilnius, jagiellon, elizabeth-of-austria, barbara-radziwill, cathedral-treasure]
publisher: "XAB.info"
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# Königlicher Schatz unter Vilnius: Wie Bestattungsinsignien, die 90 Jahre lang verborgen waren, entdeckt wurden

In Vilnius wurden der breiten Öffentlichkeit erstmals seit fast neunzig Jahren königliche Bestattungsinsignien gezeigt. Diese einzigartigen Artefakte aus dem 16. Jahrhundert wurden in einer geheimen Nische unter der Vilniuser Kathedrale gefunden, wo sie während des Zweiten Weltkriegs versteckt worden waren. Die Sammlung umfasst drei Kronen, einen Zepter, eine Reichsapfel, goldene Ringe, Ketten, einen Medaillon und andere wertvolle Gegenstände, die bis vor kurzem als verloren galten.

### Die Geschichte der Entdeckung der königlichen Gräber

Die Geschichte der Funde begann im Jahr 1931. Nach einer Überschwemmung stießen Archäologen während Reparaturarbeiten in den Krypten der Kathedrale auf königliche Gräber. Dort ruhten die Überreste des polnischen Königs und Großherzogs von Litauen Alexander Jagiellon sowie der Königinnen Elisabeth von Österreich und Barbara Radziwiłł.

Zusammen mit den Überresten wurden Bestattungskronen, Insignien und persönliche Schmuckstücke gefunden. Wichtig ist zu beachten, dass diese Kronen nicht zu Lebzeiten der Monarchen verwendet wurden – sie wurden ausschließlich für die Bestattung angefertigt. Solche Artefakte sind extrem selten bis in unsere Zeit überliefert, da sie oft Opfer von Plünderungen wurden oder eingeschmolzen wurden.

### Wie die Insignien aus dem Blickfeld verschwanden

Nach der Untersuchung der Funde wurden sie eine Zeitlang ausgestellt, doch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs beschloss das Klerus, die wertvollsten Reliquien der Kathedrale zu verstecken. Die königlichen Insignien wurden in Zeitungen eingewickelt, in einen Metallkoffer gelegt und in einer zugemauerten Nische unter der Kathedrale versteckt. Es war geplant, sie nach dem Krieg zurückzubringen, doch aufgrund des Machtwechsels, der Besetzung und politischer Ereignisse ging die Information über den genauen Ort des Verstecks verloren.

1985 fanden Arbeiter während der Installation einer Lüftungsanlage zufällig einen Teil des Kirchenschatzes, doch die königlichen Insignien waren dort nicht vorhanden. In den folgenden Jahrzehnten gab es zahlreiche Vermutungen, dass sie verloren, gestohlen oder zerstört worden seien.

### Durchbruch bei der Suche: 2024

Ein Durchbruch gelang erst im Jahr 2024, als Experten Archivpläne aus der Zwischenkriegszeit mit modernen Plänen der Kathedrale und Augenzeugenberichten verglichen. Zur Suche nach versteckten Hohlräumen wurde eine endoskopische Kamera eingesetzt.

Nach mehreren Versuchen entdeckten die Forscher eine zugemauerte Nische hinter einem ehemaligen Treppenhaus. Offiziell wurde der Schatz am 16. Dezember 2024 geöffnet.

### Was im Versteck gefunden wurde

Im Inneren befanden sich die Bestattungskrone von Alexander Jagiellon sowie eine Krone, eine Kette, ein Ring, ein Grabstein und ein einzigartiger Medaillon von Elisabeth von Österreich.

Zur Ausstattung von Barbara Radziwiłł gehörten eine Krone, ein Zepter, eine Reichsapfel, drei goldene Ringe, eine Kette und zwei Grabsteine. Zudem wurden sechs Silberplatten aus der Kapelle des Heiligen Kasimir, bischöfliche Insignien, Ohrringe, kleine Kreuze und andere Votivgaben gefunden.

### Zustand der Artefakte und Restaurierung

Die Artefakte lagen mehr als acht Jahrzehnte lang in einer feuchten Umgebung. Die Korrosion des Metallkoffers, Reste von Zeitungspapier und die Aktivität von Mikroorganismen führten zu Rissen, Verformungen und Oxidationsspuren. Dennoch gelang es, die meisten Gegenstände aus Edelmetallen erfolgreich zu stabilisieren.

Besondere Aufmerksamkeit der Forscher zog der Medaillon von Elisabeth von Österreich auf sich. Er wurde aus einer Goldmünze im Nennwert von zehn Dukaten hergestellt, die 1533 mit den Abbildungen des polnischen Königs Sigismund I. des Alten und Sigismund II. Augustus geprägt wurde. Laut den Organisatoren der Ausstellung sind derzeit keine vergleichbaren Medaillons bekannt.

Die Sammlung enthält auch vier goldene Ringe, die mit Diamanten, Smaragden und Edelsteinen verziert sind. Einige davon zeigen charakteristische Techniken der Juweliere der Renaissance, bei denen Bergkristall oder Granate speziell bearbeitet wurden, um den Effekt teurerer Rubine zu erzeugen.

### Ausstellung im Museum für kirchliches Erbe

Alle gefundenen Artefakte sind derzeit in einer Ausstellung im Museum für kirchliches Erbe in Vilnius zu sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 30. Januar 2027.

Die Restauratoren haben bewusst den ursprünglichen Glanz der meisten Gegenstände nicht wiederhergestellt. Einige Exponate wurden fast in dem Zustand belassen, in dem sie gefunden wurden, damit die Besucher die Spuren der Zeit, der Korrosion und des jahrzehntelangen Aufenthalts im geheimen Versteck unter der Kathedrale sehen können.

Zur Erinnerung: Zuvor wurde berichtet, dass auf Zypern goldene Diademe im Alter von 3400 Jahren gefunden wurden.