In der Ukraine wurde eine dringende Überprüfung aller Schutzräume des Zivilschutzes eingeleitet. Ministerpräsident Sergei Korezki erklärte, dass die Kontrolle sowohl den Zustand der Objekte als auch deren Zugänglichkeit für die Bürger betreffen wird. Die Anweisung wurde an die zuständigen Ministerien, Dienste und regionalen Militärverwaltungen erteilt, einschließlich der Stadtmilitärverwaltung Kiews und der Organe der lokalen Selbstverwaltung.
Persönliche Verantwortung der Beamten
Der Regierungschef betonte, dass die Überprüfung total sein und jeden Schutzraum ohne Ausnahme betreffen wird. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Zugangsverfahren: Die Türen müssen nicht nur nach der offiziellen Alarmierung geöffnet werden, sondern auch dann, wenn die Gefahr bereits offensichtlich ist, der Signalton jedoch noch nicht ausgelöst wurde.
„Unter den Bedingungen einer ständigen ballistischen Bedrohung müssen die regionalen Behörden und Stadtverwaltungen operativer handeln und von dem tatsächlichen Schutzbedarf der Menschen ausgehen', so Korezki. Er bezeichnete es als inakzeptabel, dass im fünften Jahr des umfassenden Krieges Probleme beim Zugang zu Schutzräumen auftreten, und legte die persönliche Verantwortung dafür auf jedes Beamte.
Vorfälle in Kiew
Die Entscheidung zur Überprüfung wurde vor dem Hintergrund von Berichten über Zugangsprobleme zum U-Bahn-System in Kiew während eines nächtlichen Angriffs getroffen. In sozialen Netzwerken und Telegram-Kanälen erschienen Informationen darüber, dass Menschen angeblich aufgrund von Überfüllung nicht auf bestimmte Stationen gelassen wurden. Im Netz verbreitete sich zudem ein Video, auf dem Fahrgäste bitten, die Türen im Moment der ersten Explosionen zu öffnen.
Vertreter des KP „Kiewer U-Bahn' widerlegten die Informationen über geschlossene Stationen und erklärten, dass alle Eingänge unmittelbar nach der Alarmierung geöffnet wurden. Laut Angaben der Behörde suchten in dieser Nacht mehr als 56.000 Menschen Schutz in der U-Bahn.