Am 13. August 2026 wurde in Kiew offiziell der Entwurf des Regierungsprogramms der neuen ukrainischen Regierung vorgestellt. Das Dokument, das Ergebnis langwieriger Konsultationen zwischen dem Ministerrat und den Fraktionen der Parlamentskoalition, setzt einen neuen Entwicklungskurs für den Staat unter den Bedingungen des anhaltenden militärischen Konflikts. Ministerpräsident Serhij Korezky, der zuvor „Naftogaz“ leitete, präsentierte eine Strategie, in der die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit, die Beschleunigung der europäischen Integration und die radikale Optimierung der Arbeit des Staatsapparats als tragende Säulen genannt werden.

Effizienz und Verantwortung als neue Standards der Macht

Der neuen Programm liegen drei fundamentale Prinzipien zugrunde: Effizienz, operative Entscheidungsfindung und strenge Verantwortlichkeit der Beamten. Serhij Korezky erklärte, dass das Zeitalter der bürokratischen Trägheit endgültig beendet werden müsse. Im Programmentwurf ist festgehalten, dass jeder Minister konkrete Ergebnisse vor dem Parlament und der Gesellschaft rechtfertigen muss. Laut Ministerpräsident erfolgte die Vorbereitung des Dokuments unter Berücksichtigung der Vorschläge der Volksabgeordneten, die endgültige Fassung wird jedoch auf der Sitzung des Ministerrats erst nach Berücksichtigung aller während der Sitzung der Koalitionsratsversammlung geäußerten Anmerkungen genehmigt.

Vollständige Finanzierung des Militärs und Suche nach Ressourcen

Einer der zentralen Punkte des Programms ist die Gewährleistung der vollständigen Finanzierung der Streitkräfte der Ukraine bis Ende 2026. Korezky gab zu, dass die innerstaatlichen Ressourcen dafür nicht ausreichen, und die Regierung sucht aktiv nach zusätzlichen Quellen. Ein erheblicher Teil der erforderlichen Mittel soll von internationalen Partnern beschafft werden. Unter den Bedingungen eines langwierigen Krieges stehen Logistik und Versorgung extrem akut an, und die Regierung verspricht, alle verfügbaren Reserven für die Unterstützung der Front zu mobilisieren.

Priorität für Unternehmen: Schutz der Lagerbestände

Ein wichtiger Aspekt der Wirtschaftsstrategie war die Entscheidung zum Schutz von Unternehmensvermögen. Die Regierung Korezky kündigte an, Unternehmern einen prioritären Zugang zu staatlichen Räumlichkeiten für die Dezentralisierung der Lagerbestände zu gewähren. Diese Maßnahme soll das Risiko des Verlusts von Waren und Materialien bei einer Verschärfung der Situation minimieren. Der Ministerrat hat bereits konkrete Fristen festgelegt, bis zu denen die Liste der entsprechenden Objekte, die bereit sind, Güter aufzunehmen, vorbereitet und genehmigt sein muss.

Widersprüchliche Daten

Obwohl der Programmentwurf als abgestimmtes Dokument vorgestellt wurde, gibt es in der Expertencommunity Uneinigkeit hinsichtlich der Umsetzungsfristen. Während Ministerpräsident Serhij Korezky von der Bereitschaft spricht, die endgültige Fassung auf der nächsten Sitzung des Ministerrats zu genehmigen, berichten Quellen aus der Werchowna Rada, dass eine Reihe von Schlüsselbestimmungen, die Haushaltsausgaben und die europäische Integration betreffen, überarbeitet werden müssen und möglicherweise bis zum nächsten Quartal verschoben werden könnten. Darüber hinaus gibt es Diskrepanzen bei der Einschätzung des Volumens der Mittel, die von internationalen Partnern für die Finanzierung des Militärs mobilisiert werden können: Die offiziellen Erklärungen sind optimistisch, während unabhängige Ökonomen einen Finanzierungsdefizit prognostizieren, falls die Verhandlungen mit den Partnern sich verzögern.