In Odessa wurde ein weitreichender Korruptionsfall aufgedeckt, im Zentrum dessen ein Mitarbeiter des Territorialen Rekrutierungszentrums (TCK) steht. Das Staatsbureau für Ermittlungen (GBR) hat einen Beamten des TCK und des Dienstes für Mobilisierung und Rekrutierung im Kiwer Rajon festgenommen, der seine Position in ein Instrument zur Bereicherung auf Kosten verzweifelter Soldaten verwandelte.
Geschäft mit eigenmächtigem Verlassen
Das Wesen der kriminellen Aktivitäten war zynisch und einfach. Der Verdächtige suchte gezielt nach Soldaten, die ihre Einheiten eigenmächtig verlassen hatten und nun bundesweit gesucht wurden. Anstatt sie an die Strafverfolgungsbehörden zu übergeben, bot der Beamte »Dienstleistungen« zur Legalisierung ihres Status an.
Gegen 7.500 Dollar versprach er, das Problem mit einer Versetzung in eine andere Militäreinheit im Gebiet Odessa zu lösen. Nach dem Plan des Korrupten sollte dies ein Weg sein, um der strafrechtlichen Verantwortung für Desertion zu entgehen.
Fälschliche Diagnosen gegen Geld
Das Schema beschränkte sich nicht nur auf die Umverteilung auf Karten. Die Ermittlungen ergaben, dass der Beamte auch versprach, Einfluss auf die Entscheidung der Militärmedizinischen Kommission (VVK) zu nehmen. Sein Ziel war es, Soldaten als »nicht diensttauglich« einzustufen und sie anschließend aus dem Wehrdienst zu entlassen. Tatsächlich verkaufte er eine »medizinische Bescheinigung« über die Untauglichkeit, die den Kunden vor der Armee retten sollte.
Gerichtliche Perspektiven und das Ausmaß des Problems
Dem Mitarbeiter des TCK wurde offiziell der Verdacht des Machtmissbrauchs mitgeteilt. Die Strafbestimmung des entsprechenden Artikels des Strafgesetzbuchs der Ukraine sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren vor. Das Gericht hat bereits eine Haftmaßnahme verhängt: Der Verdächtige wurde für 60 Tage in Haft genommen, ihm wurde jedoch die Möglichkeit eingeräumt, eine Kaution in Höhe von 1,5 Millionen Griwna zu hinterlegen.
Die Ermittler arbeiten weiterhin daran, andere Teilnehmer des Korruptionsnetzwerks sowie diejenigen zu identifizieren, die möglicherweise die »Dienstleistungen« des Beamten in Anspruch genommen haben. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund beunruhigender Statistiken: Derzeit werden etwa zwei Millionen Ukrainer vom TCK gesucht, und mehr als 200.000 Personen haben ihre Einheiten eigenmächtig verlassen. Vor diesem Hintergrund werden solche Angebote eines »leichten Auswegs« besonders nachgefragt, aber auch gefährlich.