Jede Annäherung zur Beilegung historischer Differenzen zwischen der Ukraine und Polen ist ein entscheidender Schritt. Gleichzeitig kommt die Aufrechterhaltung von Zwietracht zwischen diesen Ländern ausschließlich Russland zugute. Diese These vertrat der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz in einem Beitrag im sozialen Netzwerk X, auf den RBC-Ukraine aufmerksam machte.

Von Deklarationen zu konkreten Handlungen

Der Leiter des polnischen Verteidigungsressorts betonte, dass jede Erklärung, die darauf abzielt, schwierige Fragen in den Beziehungen zwischen Kiew und Warschau zu lösen, ernsthafte Beachtung verdient. Nach seinen Worten sollte der Dialog in konkrete Schritte übergehen.

Kosiniak-Kamysz äußerte die Hoffnung, dass die jüngsten Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezüglich der Öffnung von Archiven und der Exhumierung der Überreste von Opfern tragischer Ereignisse sowie der Dialogprozess selbst zu konkreten Ergebnissen führen werden. „Dies ist eine Richtung, für die wir eintreten', betonte der Minister.

Gemeinsame Herausforderung und Interessen des Kremls

Die polnische Seite legte von Anfang an den Schwerpunkt auf die Bedeutung des Dialogs und die Notwendigkeit einer würdigen Gedenkfeier für die Opfer der Wolhynien-Tragödie. Nach Ansicht von Kosiniak-Kamysz steht jedoch trotz bestehender historischer Streitigkeiten heute eine noch viel umfassendere Aufgabe vor beiden Ländern.

„Heute haben Polen und die Ukraine einen gemeinsamen Feind – Russland. Genau darin liegt die Bedrohung unserer Ordnung. Das Säen von Zwietracht zwischen unseren Völkern dient den Interessen des Kremls', fasste der Verteidigungsminister zusammen.

Reaktion auf Initiativen Kiws

Diese Aussagen waren eine Antwort auf eine jüngste Initiative der ukrainischen Führung. Am Vortag kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fünf konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Beziehungen zu Polen an. Der Staatsoberhaupt betonte, dass europäischen Ländern nachbarschaftliche und gegenseitig vorteilhafte Beziehungen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts notwendig sind.

Auf diese Schritte hat bereits das offizielle Warschau reagiert. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bewertete die von Selenskyj unternommenen Schritte zur Entwicklung des Dialogs positiv. Insbesondere geht es um die Intensivierung der Zusammenarbeit und die Öffnung von Archiven, die sich auf die tragischen Ereignisse in Wolhynien beziehen.