Ab dem 1. September 2026 wird in der Ukraine eine umfassende Reform der Schulspeisung eingeführt. Das Kabinett der Minister hat beschlossen, dass alle Schüler kommunaler Schulen kostenloses warmes Mittagessen erhalten, unabhängig von ihrer Klasse, sofern sie im Präsenzunterricht oder in einem Mischformat lernen. Dies gilt für Schüler der 1. bis 11. (12.) Klasse.
Laut dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine (MON) wird der Staat im Zeitraum von September bis November 2026 mehr als 7,4 Milliarden Hrywnja in Form von Subventionen an die lokalen Haushalte überweisen, um dieses Programm umzusetzen.
Finanzierungsmodell und regionale Besonderheiten
Der Bildungsminister Oksen Lesnoi betonte, dass der Staat rechtzeitig Ressourcen bereitstellt, um die Verfügbarkeit von Mahlzeiten für alle Bedürftigen zu gewährleisten. Der Staat übernimmt die Finanzierung der Kosten für eine warme Mahlzeit. Dieser Ansatz gilt einheitlich für alle Gemeinden, unabhängig von der Region und dem Organisationsmodell der Verpflegung.
Es gibt jedoch Ausnahmen für bestimmte Grenzgebiete, in denen die Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) greift. In diesen Regionen wird die Verpflegung der Grundschüler nach einem gemischten Modell finanziert: 35 Hrywnja stellt die staatliche Subvention, weitere 15 Hrywnja das WFP-Programm.
Bei der Verteilung der Mittel haben die Beamten zahlreiche Faktoren berücksichtigt: die Anzahl der Schüler im Präsenz- oder Mischformat, die Anzahl der Schultage, den Anwesenheitskoeffizienten, die Kosten der Verpflegung und die Besonderheiten der Organisation der Verpflegung in jeder einzelnen Gemeinde.
Neue Regeln für die Organisation der Verpflegung unter Kriegsbedingungen
Die Regierung hat auch die Regeln für die Organisation der Schulspeisung während des Kriegsrechts aktualisiert. Wenn in der Schulkantine nicht genügend Plätze vorhanden sind, können die Schüler ihre Mahlzeiten in anderen Räumen der Bildungseinrichtung einnehmen. Zu diesen Bereichen gehören Klassenzimmer, Freizeitzonen, Festsaalräume sowie Schutzräume während der Luftalarm.
Das MON hat klargestellt, dass die Erlaubnis zur Nutzung alternativer Räumlichkeiten nur bei strikter Einhaltung der Hygienevorschriften gilt. Dazu gehören:
- Einhaltung des Speiseplans;
- Möglichkeit für Schüler, sich die Hände zu waschen;
- Geeignete Reinigung und Belüftung der Räumlichkeiten;
- Sichere Transportierung der fertigen Gerichte;
- Angemessener Umgang mit Lebensmitteln.
Die Anforderungen an Sicherheit und Qualität der Verpflegung bleiben unverändert.
Modernisierung und Digitalisierung
Die Änderungen sehen die Einführung eines systematischen Monitorings der Verpflegungsorganisation vor. Dies wird eine genauere Planung der Finanzierung und die Berücksichtigung der tatsächlichen Bedürfnisse der Gemeinden ermöglichen. Darüber hinaus werden mit Unterstützung der EU-Antikorruptionsinitiative in der Ukraine (EUACI) digitale Instrumente entwickelt. Ihr Ziel ist es, die Preise für Lebensmittel und die Kosten für Verpflegungsdienste in Schulen zu senken.
Laut MON läuft der Modernisierungsprozess bereits auf Hochtouren. Derzeit wurden etwa 20 % der Schulverpflegungsanlagen im Verhältnis zum Gesamtbedarf modernisiert. Mit Mitteln der staatlichen Subvention wurden bereits 157 Verpflegungsanlagen renoviert, weitere 84 Projekte befinden sich in der Umsetzung. Mehr als 1500 Schulkantinen wurden durch lokale Haushalte und die Unterstützung internationaler Partner modernisiert.
Die Reform der Schulspeisung in der Ukraine umfasst nicht nur die Ausweitung der kostenlosen Mittagessen, sondern auch den Bau von Küchenfabriken, die Schulung von Kochpersonal nach neuen Standards und die Einführung gesunder Ernährungsgewohnheiten. Derzeit erhalten Schüler der 1. bis 4. Klasse und Schüler aus Grenzregionen kostenlose warme Mittagessen, und ab dem 1. September 2026 wird das Programm für alle kommunalen Schulen allgemein gültig.