Bewerber und ihre Eltern sehen sich einer ernsthaften Herausforderung gegenüber: Die führenden technischen Hochschulen der Ukraine – die Nationale Technische Universität „KPI“ und die Lwiw-Politechnika – haben ihre Preislisten für das Jahr 2026 aktualisiert. Die Zahlen schockieren: Die Studiengebühren für bestimmte Fachrichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 28 % und sogar um 50 % gestiegen. Wir analysieren, wo das Studium teurer geworden ist und wie sich die Preispolitik bei diesen beiden Bildungsgiganten verändert hat.
Lwiw-Politechnika: Rekordhafter Preisanstieg
Die Hochschule in Lwiw hat eine neue „Marke“ für die teuersten Studiengänge gesetzt. Hier ist ein erheblicher Anstieg der Studiengebühren im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dies betrifft insbesondere Programme im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Studium an solchen Richtungen an der Lwiw-Politechnika ist spürbar teurer als die entsprechenden Angebote in Kiew: Die Kosten erreichen 100.000 Hrywnja.
Allerdings sind nicht alle Fachrichtungen in Lwiw unerschwinglich geworden. Die Einstiegsschwelle für die günstigsten Studiengänge liegt hier bei etwa 50.000 bis 52.000 Hrywnja, was praktisch mit dem Mindesttarif in Kiew übereinstimmt.
KPI: Das Paradoxon der Studienkosten
Am Kiewer Polytechnischen Institut ist die Preispolitik anders gestaltet. Hier sind vor allem geistes- und wirtschaftswissenschaftliche Fächer am teuersten. Technische Studiengänge bleiben hingegen für Studierende zugänglicher.
Beispielsweise kosten Programme für künstliche Intelligenz an der KPI etwa 70.000 Hrywnja, was 30.000 Hrywnja günstiger ist als in Lwiw. Gleichzeitig kosten Wirtschaftswissenschaften und Geisteswissenschaften in Kiew die Studierenden 83.700 Hrywnja, während die gleichen Fächer an der Lwiw-Politechnika zwischen 69.500 und 75.000 Hrywnja kosten.
Kontrast zum juristischen Studium
Die Situation des Preisanstiegs an technischen Hochschulen wirkt vor dem Hintergrund des Marktes für juristische Ausbildung noch kontrastreicher. Die Kosten für ein Jurastudium in der Ukraine variieren je nach Stadt und Status der Einrichtung. Im vergangenen Jahr kostete der teuerste Kurs in Lwiw fast 150.000 Hrywnja pro Jahr. In Kiew schwanken die Preise zwischen 65.000 und 110.000 Hrywnja. In regionalen Zweigstellen und Fachhochschulen kann man jedoch eine juristische Ausbildung für 16.000 bis 20.000 Hrywnja pro Kurs absolvieren.
So müssen sich die Bewerber im Jahr 2026 nicht nur die Qualität der Ausbildung, sondern auch die finanzielle Belastung genau überlegen, wenn sie zwischen technischen und geisteswissenschaftlichen Fächern in verschiedenen Regionen des Landes wählen.