In mehreren Regionen Russlands, darunter Moskau, Sankt Petersburg und der Republik Tatarstan, haben große Tankstellenketten strenge Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Diesel eingeführt. Die Beschränkungen betreffen die wichtigsten Kraftstoffarten und gelten pro Kunde.

Den Berichten von Journalisten zufolge hat das Unternehmen „Tatneft“ zu Beschränkungen gegriffen. Auf den ihm gehörenden Tankstellen in Moskau und Sankt Petersburg gelten Limits von bis zu 20 Litern für Benzin AI-92 und AI-95 sowie bis zu 40 Litern für Dieselkraftstoff. Wie Quellen berichten, hat das Unternehmen den Verkauf von Kraftstoff in allen Regionen seines Einsatzgebiets eingeschränkt.

Reaktion der Behörden und die Lage in den Regionen

Auch an einigen Tankstellen in Tatarstan wurden vorübergehende Limits eingeführt. Die lokalen Behörden kommentieren die Situation mit der Behauptung, die Maßnahmen seien „zur Vermeidung künstlicher Panikkäufe und zur Gewährleistung einer stabilen Situation“ ergriffen worden.

Gleichzeitig gibt der zuständige Ausschuss in Sankt Petersburg bekannt, dass derzeit keine Anzeichen für einen Mangel an Kraftstoffressourcen in der Stadt zu verzeichnen sind, trotz der Beschränkungen an einzelnen Tankstellen.

Zusammenhang mit Angriffen auf die Infrastruktur

Die Einführung von Beschränkungen an den Tankstellen zeitlich mit einer Serie erfolgreicher Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur. Am Vortag griffen ukrainische Drohnen in Tatarstan die große Ölraffinerie „TANECO“ des Unternehmens „Tatneft“ sowie das Unternehmen „TAIF-NK“ in Nischnekamsk an.

Die Probleme mit Kraftstoff in der Russischen Föderation und auf den besetzten Gebieten haben sich nach einer Serie gezielter Angriffe der Verteidigungskräfte der Ukraine auf die Kraftstoffinfrastruktur und die Logistik des Gegners drastisch verschärft. In der Nacht zum 7. Juni trafen ukrainische Streitkräfte zwei der größten Ölbasen in der Krim: den Ölladekomplex in Feodosija und die Basis „Semikolodezjanskaja“, die die russische Truppengruppe mit Kraftstoff versorgte.

Aufgrund der Zerstörung von Kraftstofflagern und Eisenbahnknotenpunkten geriet das Logistiksystem der Besatzer in einen Zustand des Zusammenbruchs. Infolgedessen gaben die russischen Behörden offiziell zu, dass Lastwagen mit Kraftstoff aufgrund der Feuerüberwachung durch die Ukraine nicht bis in die Krim gelangen konnten. Dies zwang die Besatzungsmächte der Halbinsel, die Ausgabe von Benzin sogar nach den zuvor eingeführten Gutscheinen vollständig einzustellen.

Wirtschaftliche Folgen

Experten stellen fest, dass die russische Ölraffineriebranche aufgrund regelmäßiger Drohnenangriffe bereits auf das Niveau der Wirtschaftskrise von 2009 gesunken ist. Russische Raffinerien müssen nach Angriffen wegen Mangels an importierten Ersatzteilen für lange Reparaturen stillgelegt werden. Infolgedessen hat sich der Kraftstoffmangel schnell von den Grenzregionen direkt in die größten Städte des Aggressorstaats ausgebreitet.