In Kirgisistan entwickelt sich eine ernste Situation bei der Versorgung der Bevölkerung mit Kraftstoff. In dem Land wurde ein Mangel an hochoktanigem Benzin festgestellt, was die Regierung zu dringenden Verhandlungen mit sechs Staaten veranlasst hat. Das Ziel der Behörden ist es, stabile Lieferungen von Kraftstoffen und Schmierstoffen (KSM) zu gewährleisten und einen Zusammenbruch des Binnenmarktes zu verhindern.

Suche nach alternativen Partnern

Laut der regionalen Redaktion von „Asatlyk Azija“ führt das Ministerium für den Energiesektor Kirgistans aktive diplomatische Konsultationen durch. Zu den Partnerländern, mit denen Lieferungen diskutiert werden, gehören Russland, Belarus, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan.

Die Republik ist historisch vom Außenmarkt abhängig und importiert zwischen 90 % und 95 % ihres gesamten Kraftstoffvolumens aus Russland. Allerdings wird an lokalen Tankstellen bereits ein akuter Mangel an den beliebten Marken AI-95 und AI-98 beobachtet. Die Regierung bestätigte, dass sie alternative Logistikrouten detailliert untersucht, um die kritische Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu verringern.

Ursachen des Problems: Zusammenbruch der russischen Erdölverarbeitung

Die Situation in Kirgisistan wird durch massive Probleme in Russland selbst verschärft. Regelmäßige Angriffe ukrainischer Drohnen auf russische Erdölraffinerien haben die Produktionskapazitäten getroffen. Die systematische Zerstörung der Infrastruktur führte dazu, dass die Benzinerzeugung in Russland um 25 % zurückging.

Laut dem Auslandsnachrichtendienst der Ukraine fielen die Erdölverarbeitungsmengen in Russland in der ersten Juniwoche auf die niedrigsten Werte der letzten 21 Jahre. Dies löste eine Kettenreaktion aus: Massenausfälle im öffentlichen Verkehr und bei den kommunalen Diensten in vielen Regionen sowie Panik an den Tankstellen.

Panik und Rekordpreisanstieg

Vor dem Hintergrund des Mangels in Russland begannen Fahrer, Kraftstoff in Kanistern zu kaufen, was die Situation nur verschlimmerte. Im aggressiven Staat wurde der höchste wöchentliche Preisanstieg für Benzin seit 20 Jahren verzeichnet. Lieferausfälle oder die Einführung strenger Limits und Normierungen für Kraftstoff haben bereits 75 % der russischen Regionen erfasst.

Die kritische Situation auf dem Binnenmarkt zwang den Kreml zu beispiellosen Schritten für eines der größten Kraftstoffexportländer der Welt. Moskau, das normalerweise Ressourcen liefert, begann selbst Verhandlungen mit Kasachstan über die Einfuhr von Kraftstoff aus dem Nachbarland.