Die Situation mit dem Kraftstoffmangel in Russland ist außer Kontrolle geraten und ist keine lokale Problematik der südlichen Regionen mehr. Unterbrechungen bei der Lieferung von Benzin und Dieselkraftstoff haben fast das gesamte Land erfasst und betreffen Regionen vom Moskauer Raum bis nach Sibirien und den Fernen Osten. Über das Ausmaß des Problems berichten russische Medien und regionale Telegram-Kanäle.
Tankbegrenzungen im Fernen Osten
In der Region Irkutsk, der Republik Burjatien und der Region Transbaikalien, die mehr als 5000 Kilometer von der Ukraine entfernt liegen, haben Tankstellennetze strenge Beschränkungen eingeführt. Jetzt darf pro Tankvorgang nicht mehr als 20 Liter Benzin der Sorte AI-92 abgegeben werden. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf den plötzlichen Anstieg der Nachfrage und den Mangel an Ressourcen an den Regalen.
Verbot von Kanistern und Verschwinden von Kraftstoff
In anderen Regionen werden noch strengere Maßnahmen ergriffen. In Krasnojarsk und der Region Murmansk wurde der Verkauf von Kraftstoff in Kanistern vollständig verboten, um Hortung und Spekulationen zu verhindern. In Wolgograd ist an den Tankstellen von Rosneft die Sorte AI-95 verschwunden. Die offizielle Version ist eine geplante Wartung, doch die Einheimischen behaupten, dass einfach kein Kraftstoff verfügbar ist. In Karelien haben einzelne Tankstellen „vorübergehende Beschränkungen“ eingeführt, ohne öffentliche Erklärungen für die Gründe zu geben.
Preisanstieg und Geografie der Probleme
Neben dem Mangel war die Bevölkerung mit steigenden Preisen konfrontiert. In Nowosibirsk stiegen die Preise für Benzin und Dieselkraftstoff innerhalb einer Woche um 4–8 Rubel. Unterbrechungen werden im ganzen Land registriert, wenn auch in weniger akuter Form als im Süden. Mit einem Mangel an Kraftstoff sind die Bewohner der Regionen Kursk, Belgorod, Rjasan und Orjol konfrontiert. Beschwerden kommen sogar aus Moskau und der Region Moskau sowie aus Sankt Petersburg, der Region Leningrad, der Region Pskow und der Region Nowgorod.
Ursachen der Krise
Noch vor einigen Tagen wurde in der Region Krasnodar die Abgabe von Kraftstoff an einigen Tankstellen vorübergehend eingestellt, aufgrund der erhöhten Nachfrage und Störungen in der Logistik. Experten verbinden die aktuelle Situation mit dem Druck auf die russische Ölindustrie. Die Verringerung der Verarbeitungsmengen im Inland sowie Angriffe auf Raffinerien und die Logistikinfrastruktur zwingen Russland dazu, Rohstoffe von Exportmärkten auf den Binnenmarkt umzuleiten, was zu einem Mangel führt.