Sewastopol kehrt zum System der rationierten Abgabe von Kraftstoffen zurück. Ab Samstag, dem 27. Juni 2026, wird der kommerzielle Verkauf von Benzin und Diesel an städtischen Tankstellen unter strenger Kontrolle wieder aufgenommen. Der tatsächliche Leiter der Stadtverwaltung, Michail Raswojaschew, bestätigte, dass der Betrieb der Tankstellen gemäß einer speziellen vorübergehenden Verordnung erfolgen wird, die eine digitale Identifizierung der Käufer und strenge mengenmäßige Obergrenzen vorsieht.

Neue Spielregeln: QR-Codes und 20 Liter

Die Stadtverwaltung hat beschlossen, strenge Maßnahmen einzuführen, um eine unkontrollierte Erschöpfung der Vorräte an Kraftstoffen und Schmierstoffen zu verhindern. Nicht jeder, der mit einem leeren Tank anreist, wird betanken können. Es gelten folgende Verteilungsparameter:

  • Digitale Verifizierung: Der Verkauf von Kraftstoffen an Privatpersonen ist nur nach dem Scannen persönlicher QR-Codes möglich. Diese Codes werden über den regionalen Teil des Portals für staatliche Dienstleistungen generiert, was es den Behörden ermöglicht, das Volumen des beantragten Kraftstoffs zu überwachen.
  • Strenge Obergrenze: Für jedes Kraftfahrzeug ist ein maximaler Einzeltankvorgang von nicht mehr als 20 Litern festgelegt. Diese Beschränkung soll dazu dienen, die verfügbaren Ressourcen so breit wie möglich auf die Bevölkerung zu verteilen.
  • Priorität für Spezialfahrzeuge: Fahrzeuge des Rettungsdienstes, Fahrzeuge des Ministeriums für Notfälle, kommunale Technik, städtischer Personennahverkehr und Fahrzeuge des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation werden ohne Warteschlange betankt. Für sie gelten Ausnahmen: Es gibt keine Mengenbeschränkungen und keine Notwendigkeit, digitale Codes vorzulegen.

Ursachen der Krise: Von Logistik bis Infrastruktur

Die Einführung von Schutzmaßnahmen auf dem Einzelhandelsmarkt in Krim ist eine Reaktion auf eine Kette von Ereignissen, die die logistische Versorgungskette der Halbinsel unterbrochen haben. Die Störung des Rhythmus der Lieferungen hängt mit der Beschädigung von Elementen der Verkehrsinfrastruktur der Kertscher Fährverbindung und wichtigen Knotenpunkten des Eisenbahnverkehrs zusammen. Dies führte zu einer vorübergehenden Aussetzung des Transits von Flüssigfracht vom russischen Festland.

Die Situation wurde durch die Verschlechterung der Lagerkapazitäten verschärft. Als Folge einer Reihe externer Einflüsse wurden große Ölbasen und Umschlagterminals sowohl auf der Halbinsel selbst als auch in den angrenzenden Gebieten des Krasnodar-Gebiets teilweise außer Betrieb gesetzt. Die Panikkäufe von Autobesitzern, die eine vollständige Unterbrechung der Kraftstoffversorgung fürchteten, führten zu einer beschleunigten Erschöpfung der Betriebsvorräte der kommerziellen Netzwerke.

Die lokalen Behörden betonen, dass das eingeführte Rationierungssystem eine präventive Maßnahme ist. Es wird erwartet, dass es bis zur Stabilisierung alternativer Landrouten für die Versorgung aufrechterhalten wird. Unter den Bedingungen des auf der Halbinsel geltenden Gesetzes über den Kriegszustand sind die Organe der lokalen Exekutive befugt, vorübergehende Beschränkungen für den Handel mit Gütern des täglichen Bedarfs, einschließlich strategischer Energierohstoffe, einzuführen.