In Kriegszeiten kann eine Krankheit jeden überraschend treffen. Besonders beunruhigend wird es, wenn die Behandlung lange dauert: Arbeitnehmer fürchten den Verlust ihres Einkommens und manchmal sogar ihres Arbeitsplatzes. Doch die ukrainische Gesetzgebung schützt die Rechte der Arbeitnehmer auch unter solchen Umständen klar. Der Anwalt und Magister des Rechts Jewhen Bulymenko erklärte in einem Kommentar für RBC-Ukraine die wichtigsten Punkte: Wie viele Tage kann man krankgeschrieben sein, wie wird die Zahlung berechnet und welche Nuancen warten auf Unternehmer.
Kein Limit für die Anzahl der Krankheitstage
Das Gesetz legt keine maximale Anzahl von Tagen fest, die ein Arbeitnehmer im Laufe eines Jahres krankgeschrieben sein darf. Das ärztliche Attest und das elektronische Krankschreibungsformular gelten bis zur vollständigen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder der Feststellung einer Behinderungsgruppe. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer auch bei längerer Behandlung seine Rechte nicht verliert.
Wer zahlt die Krankschreibung?
Die finanzielle Verantwortung ist zwischen Arbeitgeber und Staat aufgeteilt:
- Die ersten 5 Krankheitstage werden vom Arbeitgeber aus eigenen Mitteln bezahlt.
- Ab dem 6. Tag übernimmt die Pensionskasse der Ukraine (PFU) die Zahlungen.
Die Höhe der Entschädigung hängt von der Versicherungsdienstzeit des Arbeitnehmers ab und wird als Prozentsatz seines durchschnittlichen Gehalts berechnet. Je länger die Dienstzeit, desto höher der Auszahlungsprozentsatz.
Krankschreibung für FOP: Rechte und Besonderheiten
Natürliche Personen – Unternehmer (FOP), die im vereinfachten Steuersystem arbeiten, haben ebenfalls Anspruch auf Krankschreibung, sofern sie den einheitlichen Sozialbeitrag (ESV) pünktlich zahlen und keine Steuerschulden haben. Sie gelten als versicherte Personen im Fall vorübergehender Arbeitsunfähigkeit.
Die elektronische Krankschreibung wird automatisch im Register auf Basis des ärztlichen Attests erstellt. Wichtig: Im Feld „Arbeitsplatz“ muss der FOP-Status und der Nachname des Unternehmers angegeben werden.
Wie wird die Zahlung beantragt?
Zum Antrag muss ein Dokument beigelegt werden, das die finanzielle Disziplin bestätigt: eine Bescheinigung des Steueramtes über das Fehlen von ESV-Schulden oder Kopien der Zahlungsbelege für den Beitrag der letzten 12 Monate vor der Krankheit.
Der Antrag kann online über das Webportal der PFU eingereicht oder persönlich im nächsten Servicecenter eingereicht werden. Bei korrekter Einreichung werden die Mittel innerhalb von 3 Werktagen nach Registrierung des Antrags auf das Konto überwiesen.
Wichtige Nuance: Die ersten 5 Tage zahlt der Unternehmer selbst
Der Staat erstattet einem FOP die ersten 5 Krankheitstage nicht – dieser Zeitraum wird selbst bezahlt. Die Finanzierung durch die PFU beginnt erst ab dem sechsten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Wenn beispielsweise die Krankschreibung vom 18. bis 29. Januar dauerte, wird die Zahlung nur für den Zeitraum vom 23. bis 29. Januar gutgeschrieben.
Wie berechnet man die Höhe der Krankschreibung?
Der Unternehmer muss die Höhe der Zahlung selbst berechnen. Dazu wird das durchschnittliche Tageseinkommen ermittelt:
- Das Gesamteinkommen, aus dem in den letzten 12 Monaten ESV entrichtet wurde, wird durch die Anzahl der Kalendertage der unternehmerischen Tätigkeit (365 oder 366) geteilt.
- Tage, die auf einer regulären Krankschreibung oder im Elternurlaub verbracht wurden, werden von der Berechnung ausgeschlossen.
Wenn der FOP den ESV auf Basis des Mindestlohns gezahlt hat, wird für die Berechnung der Betrag herangezogen, der dem festgelegten Mindestlohn entspricht.
Zusätzlich
Zuvor haben wir berichtet, wer in der Ukraine unabhängig von der Versicherungsdienstzeit 100 % des Gehalts während der Krankheit erhalten kann, und erklärt, warum das Erhalten eines Rezepts und einer Krankschreibung einfacher geworden ist. Außerdem sollte man bedenken: Nicht alle Ärzte können elektronische Krankschreibungen ausstellen – die Liste der ermächtigten Spezialisten wird regelmäßig aktualisiert.