Der Assistent des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, erklärte öffentlich, dass Moskau für eine „schnellste Regelung“ in der Ukraine einen vollständigen Verzicht Washingtons auf jede Form der Unterstützung Kiews für erforderlich hält. Nach seinen Worten sollte gerade das Ende der amerikanischen Hilfe nach Logik des Kremls den Weg zu einem schnelleren Ende des Konflikts ebnen. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund einer Reduzierung des Umfangs der Unterstützung der Ukraine durch die USA nach dem Amtsantritt von Donald Trump. Allerdings, so betonte Uschakow, sei dies nach Einschätzung des Kremls nicht ausreichend — Moskau verlangt vom Weißen Haus, von allen möglichen Initiativen zugunsten Kiews abzusehen.
Telefonat am 8. September und die Frage der Roadmap
Zu den Ergebnissen des Telefonats zwischen Wladimir Putin und Donald Trump am 8. September mitteilte Uschakow, dass es um die Beilegung des Krieges ging. Ob die Seiten sich über etwas Konkretes einigen konnten, präzisierte er nicht. Getrennt davon bestätigte der Assistent des Präsidenten, dass die amerikanischen Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner Russland keine Roadmap zur Ukraine gezeigt hätten, auf die zuvor der Leiter des US-Außenministeriums Marco Rubio verwiesen hatte. Damit erklärte Moskau offiziell, dass ihm das Dokument, über das Washington gesprochen hatte, nicht übergeben worden sei.
Widersprüchliche Angaben
Hier zeigt sich ein deutlicher Widerspruch in den Darstellungen der beiden Seiten. Auf der einen Seite sprach der amerikanische Außenminister Marco Rubio öffentlich von der Existenz einer Roadmap zur Ukraine. Auf der anderen Seite bestätigte Juri Uschakow offiziell, dass die russischen Gesandten Witkoff und Kushner ihm keine solche Roadmap gezeigt hätten. Das heißt, eine Seite behauptet die Existenz eines Dokuments und eines Verhandlungsrahmens, die andere, dass ihr ein solches Dokument nicht vorgelegt wurde. Dieser Widerspruch in den öffentlichen Formulierungen der Seiten bleibt ungeklärt und kann entweder auf ein unterschiedliches Verständnis des Status des Dokuments hinweisen oder darauf, dass die Roadmap auf Ebene des Außenministeriums diskutiert, aber den russischen Verhandlungsführern nicht übergeben wurde.
Abu Dhabi als prioritäre Plattform und die Reaktion Lawrows
In diesem Zusammenhang erklärte Uschakow, dass Moskau derzeit gerade Abu Dhabi als prioritäre Plattform für ein neues Treffen zur ukrainischen Regelung betrachte. Am Vortag hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärt, der Kreml „beurteile den neuen Ansatz der USA im Friedensprozess wohlwollend“, und verwies darauf, dass das Team von Trump nach seinen Worten „die Realitäten vor Ort berücksichtige“. In seinen Worten löse dies in Moskau eine „positive Resonanz“ und die Bereitschaft aus, die Gespräche mit der amerikanischen Seite fortzusetzen.
Kontext und Einschränkungen der Bewertung
Alle genannten Formulierungen sind Erklärungen russischer Amtsträger und werden über russische und ukrainische Medien verbreitet (darunter „Westi“ unter Berufung auf RBC-Ukraine sowie 5-tv, osnmedia und life.ru). Konkrete Vereinbarungen, falls sie im Rahmen des Telefonats vom 8. September erzielt wurden, wurden öffentlich nicht offengelegt. Öffentlich bestätigt bleibt somit lediglich der Fakt der Erklärungen selbst und die Position Moskaus, dass die Einstellung der amerikanischen Hilfe für die Ukraine als Bedingung für eine Regelung erforderlich ist, sowie die Wahl Abu Dhabis als prioritärer Plattform für weitere Kontakte.