Am 14. September 2026 feiert die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) eines der großen Zwölftage – die Erhöhung des Ehrbaren und Lebensspendenden Kreuzes unseres Herrn. Dies teilte die Pressestelle der OKU mit, deren Veröffentlichung von der Ausgabe RBC-Ukraine weitergegeben wurde. An diesem Tag gedenken und verehren die Gläubigen das historische Ereignis der Auffindung und Verherrlichung des lebensspendenden Holzes des Kreuzes unseres Herrn, das gemäß der Überlieferung der Kirche dank der Fürsorge der gleichapostolischen Helena – der Mutter des römischen Kaisers Konstantin – geschah. „Als das Kreuz, an dem unser Erlöser gekreuzigt und gestorben war, gefunden wurde, wurde dies zu einer großen geistigen Freude für die christlichen Jerusalemer und für die gesamte Kirche“, betonte die OKU.
Historische Überlieferung: von der gleichapostolischen Helena bis zum Patriarchen Makarios
Laut Vertretern der OKU wurde das Kreuz unseres Herrn, das in der Nähe des Golgotha vergraben lag, nach seiner Auffindung „mit großer Ehrfurcht gewaschen“. Genauso zu Ehren dieses Ritus wird während der Erhöhungszereonie bis heute ein symbolisches Waschen des Kreuzes vollzogen. Als die Zahl der Pilger, die aus der Stadt und den umliegenden Gebieten zum Golgotha strömten, um das lebensspendende Holz anzubeten, wuchs, begann Patriarch Makarios das Kreuz hoch über dem Volk zu erheben und damit in die vier Himmelsrichtungen zu segnen, während alle in Gebet niederknieten und „Herr, erbarme dich!“ riefen.
Das Wunder am Golgotha und die Auferstehungskirche Christi
Die OKU erinnerte auch an das wundersame Ereignis, das mit der Auffindung des Kreuzes verbunden ist. Als die Menschen mehrere vergrabene Kreuze fanden, wussten sie nicht, welches genau Jesus Christus gehörte. In der Nähe der Grabungsstätte zog zu diesem Zeitpunkt eine Trauerprozession vorbei. „Die Überlieferung bezeugt, dass in dem Moment, als Patriarch Makarios den Verstorbenen mit dem Kreuz unseres Erlösers berührte, der Tote wieder zum Leben erwachte, aufstand und auf eigenen Beinen nach Hause ging“, berichtete die OKU. Später wurde an der Stelle der Auffindung des Kreuzes die Auferstehungskirche Christi errichtet, die am 13. September 335 geweiht wurde. „Bis heute strömen zahlreiche Pilger aus der ganzen Welt dorthin“, fügte die Kirche hinzu.
Göttliche Liturgie in der Heilig-Michael-Kathedrale und Online-Übertragung
Am Festtag wird die Göttliche Liturgie in der Heilig-Michael-Golden-Kuppel-Kathedrale auf dem Gelände des gleichnamigen Klosters in Kiew zelebriert. Auf den Fotos vom Gottesdienst sind Geistliche in roten liturgischen Gewändern und mit Mützen vor dem Hintergrund eines vergoldeten Ikonostases mit Ikonen der Gottesmutter und der Heiligen zu sehen. Diejenigen Gläubigen, die nicht persönlich in der Kirche anwesend sein können, können der Liturgie auf Distanz folgen – über die Online-Übertragung, die die OKU organisiert.
Geistige Bedeutung des Fests: sein eigenes Kreuz tragen
Die OKU erklärte, dass das Kreuz unseres Herrn nicht nur das historische Holz ist, an dem der Erlöser gekreuzigt wurde. Das Bild des Kreuzes, das mit Blumen geschmückt in der Mitte der Kirchen liegt, und jedes Kreuz, das in den Kirchen der ganzen Welt zur Verehrung aufgestellt ist, trägt in sich geistige Kraft. „Deshalb verehren die Gläubigen dieses Bild, beugen sich vor ihm und ehren es – um durch die vom Kreuz unseres Herrn geschenkte Kraft fähig zu sein, auch ihr eigenes Kreuz würdig zu tragen, wie es der Erlöser hinterlassen hat“, betonte die OKU. Die Kirche ruft die Gläubigen auf, „geduldig, mit unerschütterlicher Hoffnung auf Gott, alle Prüfungen zu ertragen, die auf unserem Lebensweg geschehen“. Zum Abschluss ihres Appells wünschte die OKU den Ukrainern: „Mögen das Bild und das Zeichen des Kreuzes unseres Herrn uns immer eine Erinnerung, eine Hilfe, ein Trost und ein Schutz durch den Glauben an den Sohn Gottes sein, der am Kreuz für uns starb – und auferstand als Sieger über das Böse“.