Diplomatie am Rande des Scheiterns: Militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran haben mit neuer Intensität begonnen, und es sind bisher keine Anzeichen dafür zu erkennen, dass die Parteien zu Kompromissen bereit sind. Der zentrale Streitpunkt bleibt die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports fließt.

Zusammenbruch der Verhandlungen und Vertrauensverlust

Laut Quellen der Zeitung Politico haben die Bemühungen internationaler Vermittler, den Dialog wieder aufzunehmen oder zumindest einen Waffenstillstand wiederherzustellen, keine Ergebnisse gebracht. In diplomatischen Kreisen hat sich die allgemeine Meinung durchgesetzt, dass die Kampfhandlungen fortgesetzt werden. US-Beamte geben zu, dass die Situation in einem Zustand der Ungewissheit verharre.

„Das Weiße Haus ist sich nicht ganz sicher, wohin dies alles führt. Es könnte noch eine Weile so weitergehen. Zwischen dem Iran und den USA gibt es kein Vertrauen, und das ist im Grunde die Basis jeder Diplomatie', so ein US-Beamter.

Die Position von Donald Trump und die Bedrohung der Schifffahrt

US-Präsident Donald Trump hat eine harte Linie eingenommen und erklärt, Teheran müsse auf die Kontrolle der Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus verzichten. Der Iran, der die vorherigen Angriffe überstanden hat, droht jedoch weiterhin, Tanker mit Drohnen und Raketen anzugreifen. Unklar bleibt, ob eine neue Kampagne amerikanischer Schläge diese Bedrohung neutralisieren kann.

Ende Juli, während eines NATO-Gipfels in Ankara, kündigte Trump offiziell das Ende des Waffenstillstands an. „Ich denke, es ist vorbei', sagte er einige Stunden nachdem US-Truppen iranische Militärobjekte als Vergeltung für Angriffe auf Handelsschiffe bombardiert hatten.

Militärische Eskalation und US-Präsenz

Bündnispartner im Weißen Haus betrachten die Gegenmaßnahmen Amerikas als notwendig, um das Kräfteverhältnis wiederherzustellen. Alex Gray, ehemaliger Chef des Stabes des Nationalen Sicherheitsrats während Trumps erster Amtszeit, betonte die Wichtigkeit der Demonstration von Stärke: „Trump muss reagieren, wenn die Iraner ihre Versprechen brechen. Wir können nicht zum Gleichgewicht zurückkehren, wenn die Amerikaner nicht ihre Bereitschaft zur Eskalation bei Bedarf demonstrieren'.

Die militärische Präsenz der USA im Nahen Osten bleibt stark. In der Region befinden sich zwei Flugzeugträger, die Teil einer Gruppe von etwa 20 Kriegsschiffen sind, sowie ein Kontingent von 2.500 Marinesoldaten. Die meisten Schiffe sind mit Langstreckenraketen ausgestattet, und Kampfflugzeuge sowie Artillerie sind in befreundeten Ländern entlang des Persischen Golfs stationiert.

„Der Arsenal bleibt an Ort und Stelle', bestätigte ein US-Beamter. „Wir sind dort, wir wechseln Teile aus, aber wir gehen nirgendwo hin'.

Situation im Kanal: Schließung und geheime Passagen

Die Lage bleibt angespannt aufgrund des Fehlens einer endgültigen Vereinbarung zur Wiederaufnahme der Schifffahrt. Obwohl die Parteien vor einem Monat eine Absichtserklärung vereinbart haben, beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig, die Bedingungen verletzt zu haben.

Zuvor hatte der Iran die vollständige Schließung der Straße von Hormus nach einem Angriff auf eines der Schiffe angekündigt. Die Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, dass der Kanal geschlossen bleiben werde, bis die USA ihre Einmischung in die Angelegenheiten der Region beenden. Dennoch gab es am 13. Juli Berichte, dass eine kleine Anzahl von Schiffen trotz der Gefahr einer neuen Eskalation des Konflikts heimlich den Kanal passiert hat.