Die Lage auf der besetzten Halbinsel ändert sich rasant. Der Krim, der früher als uneinnehmbare Festung galt, verwandelt sich allmählich in eine Falle für die russische Truppengruppe. Folgeschläge gegen kritische Infrastrukturen schaffen die Voraussetzungen für eine vollständige Isolation der Besatzer und entziehen ihnen Treibstoff, Munition und Strom.

Expertenmeinungen bestätigen dies: Die Halbinsel wird zu einer Zone tödlicher Gefahr. Eskender Barijew, Vorstandsvorsitzender des Krimtatarischen Ressourcen-Zentrums und Mitglied des Medschlis des krimtatarischen Volkes, erklärte in einem Kommentar für RBK-Ukraine, dass der Krim bereits zu einem 'natürlichen Kessel' geworden ist.

Logistischer Sackgasse und energetischer Kollaps

Ein Schlüsselfaktor, der das Schicksal der russischen Truppengruppe bestimmt, ist die Logistik. Wenn die Versorgungsrouten vollständig abgeschnitten werden, wird sich die riesige Armee in Isolation befinden. Ohne Treibstoff und Energieversorgung wird die Erfüllung militärischer Aufgaben unmöglich.

Die Energieinfrastruktur der Halbinsel wurde systematischen Angriffen ausgesetzt. Probleme mit der Stromversorgung hängen direkt mit der Zerstörung von Gasanlagen zusammen. Insbesondere wurden Gaskompressorstationen und das unterirdische Gasspeicher von Glebowo angegriffen.

Am 23. Juni spitzte sich die Situation extrem zu. Nach einem Angriff auf das Heizkraftwerk in Keratsch brach ein Großbrand an Tanklagern für Mineralölprodukte aus. Das Feuer erfasste das Industriegebiet, und in mehreren Städten und Bezirken kam es zu Stromausfällen.

Wirtschaftlicher Zusammenbruch und Flucht der Touristen

Der Zusammenbruch der Infrastruktur hat sich bereits auf den Alltag und die Wirtschaft der Region ausgewirkt. Die Bewohner der Halbinsel bereiten sich auf den schlimmsten Fall vor und kaufen Vorräte, obwohl die Regale in den Geschäften noch gut gefüllt sind.

Der schwerste Schlag wird jedoch durch die massive Boykottierung seitens russischer Touristen verursacht. Mehr als 58 % der Russen haben ihre zuvor gebuchten Plätze in Sanatorien und Erholungsheimen storniert. Bürger geben Tickets massenhaft zurück, da sie erkennen, dass die Anreise auf die Halbinsel aufgrund der zerstörten Logistik praktisch unmöglich geworden ist.

Die Wirtschaft des Krim, die kritisch von Subventionen und der Sommersaison im Tourismus abhängt, steht am Rande des Zusammenbruchs. Laut Einschätzung von Barijew wird die massive Absage von Urlauben der Region unersetzlichen Schaden zufügen.

Verschärfung des Regimes und Evakuierung

Die Besatzungsmacht ist gezwungen, auf die Krise zu reagieren, indem sie Notbeschränkungen einführt. Auf der Krim wurde der Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs, von Geschäften und Gastronomiebetrieben eingeschränkt. Es wurden Stromabschaltpläne und vorübergehende Beschränkungen beim Verkauf von Kraftstoff eingeführt.

Aufgrund der Angriffe und der wachsenden Instabilität ist eine verstärkte Evakuierung zu beobachten. Laut dem Partisanenbewegung 'Atesh' beginnen Familienangehörige von Vertretern der Besatzungsverwaltung und russischer Sicherheitskräfte, die Halbinsel zu verlassen.