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title: "Kritische UEFI-Firmware-Schwachstelle erlaubt Computer-Uebernahme vor dem Windows-Start"
description: "Forscher von Anthropic und Google haben die kritische Schwachstelle CVE-2026-97631 in der UEFI-Firmware aufgedeckt, die eine Geräteübernahme vor dem Windows-Start ermöglicht. Das Risiko betrifft Server mit PXE-Netzwerk-Boot."
date: 2026-10-28T13:12:06.197Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/kritische-uefi-firmware-schwachstelle-ermoeglicht-uebernahme
tags: [uefi, firmware-vulnerability, cve-2026-97631, cybersecurity, pxe-boot, tiano-core]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Kritische UEFI-Firmware-Schwachstelle erlaubt Computer-Uebernahme vor dem Windows-Start

![Laptop auf einem Tisch mit offener Platine, auf dessen Bildschirm eine UEFI-Schnittstelle mit einer Warnung vor kompromittierter Firmware angezeigt wird.](https://xab.info/media/2026/10/28/kritichestkaya-uvyazvimost-proshivki-uefi/kritichestkaya-uvyazvimost-proshivki-uefi-1.webp)

## Kernpunkte

- Kritische Schwachstelle CVE-2026-97631 in der TianoCore EDK II-Codebasis zur Erstellung von UEFI-Firmware gefunden.
- Angriffe sind über den PXE-Netzwerk-Bootloader möglich: Die Komponente prüft die Größe von Netzwerknachrichten nicht, was zu Speicherbeschädigungen vor dem OS-Start führt.
- Heim-PCs, die von lokalen Laufwerken booten, sind nicht bedroht; das Risiko betrifft Firmenserver und Rechenzentren.
- Intel und Arm gaben an, dass ihre Produkte den anfälligen Code standardmäßig nicht enthalten, aber Mainboard-Hersteller ihn integriert haben könnten.
- Empfehlung: Ungenutztes PXE-Netzwerk-Booten deaktivieren und Firmware-Updates im Blick behalten.

Forscher von Anthropic und Google haben eine kritische Schwachstelle in der TianoCore EDK II-Codebasis entdeckt, einem Open-Source-Projekt, das Hardware-Anbieter und Cloud-Provider zur Erstellung von UEFI-Firmware nutzen. Genau diese Schnittstelle wird beim Einschalten des Geräts geladen, noch bevor das Betriebssystem und der Antivirenschutz starten, was sie zu einer besonders sensiblen Ebene macht. Der Schwachstelle wurde die Kennung CVE-2026-97631 mit einem Gefahrenwert von 9,5 von 10 zugewiesen, und laut dem Medium RBC befand sich der Bug etwa 16 Jahre lang in der Codebasis.

### Angriffsmechanismus: Speicherbeschädigung vor dem OS-Start

Das Problem tritt beim Netzwerk-Booten von Servern über ein lokales Netzwerk auf. Eine spezielle UEFI-Firmware-Komponente, die für die Verarbeitung von Netzwerknachrichten zuständig ist, überprüft deren Größe nicht. Ein Angreifer mit Netzwerkzugriff kann speziell präparierte Daten senden, den Gerätespeicher beschädigen und den Betrieb stören, noch bevor das Betriebssystem startet. Ein solches Szenario ebnet den Weg für eine heimliche Kontrolle über das Gerät auf einer Ebene, die für klassische Schutzmechanismen unerreichbar ist.

### Wer tatsächlich gefährdet ist

Normale Heimcomputer, die von ihrer eigenen SSD oder Festplatte booten, sind von dieser Schwachstelle nicht bedroht. Das Risiko konzentriert sich auf Unternehmensserver und Rechenzentren, wo die Hardware über das Netzwerk mittels PXE-Technologie gestartet wird. Genau dieser Netzwerk-Bootloader wird zum Einstiegspunkt für den Angriff, weshalb primär Infrastruktur- und Cloud-Plattformen gefährdet sind.

### Positionen der Hersteller und verfrühte Offenlegung

Vertreter von Intel erklärten, dass ihre kommerziellen Produkte, die sich im Support befinden, den anfälligen Code standardmäßig nicht enthalten, er jedoch direkt von Mainboard-Herstellern integriert worden sein könnte. Arm gab an, dass das Problem seine Produkte nicht direkt betrifft. Ein eigenes Risiko entsteht durch die Dynamik der Offenlegung selbst: Den Informationen hinter dem Artikel zufolge veröffentlichte das Unternehmen AMI einen Patch vor dem geplanten Termin, wodurch Details zur Schwachstelle vorzeitig öffentlich wurden, was die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Exploit-Entwicklung erhöht.

### Empfehlungen für Administratoren und der „ewige“ Charakter des Problems

Fachleute empfehlen Server-Administratoren, das PXE-Netzwerk-Booten vorübergehend zu deaktivieren, sofern es nicht genutzt wird, und die Veröffentlichung von Firmware-Updates der Hardware-Hersteller zu verfolgen. Experten warnen zudem, dass CVE-2026-97631 zu einem weiteren „ewigen“ Problem für nicht mehr gewartete Systeme werden könnte: Die Aktualisierung von UEFI auf Millionen von Geräten von Tausenden Herstellern ist ein komplexer und langwieriger Prozess, der selten abgeschlossen ist, bevor die Schwachstelle ausgenutzt wird.

## Faktencheck und Quellen

- [Хакеры могут захватить компьютер еще до запуска Windows: баг 16 лет скрывался в прошивке](https://www.rbc.ua/ukr/news/hakeri-mozhut-zahopiti-komp-yuter-shche-zapusku-1793182030.html) - Primärquelle: Beschreibung der Schwachstelle in TianoCore EDK II, Bewertung 9,5/10, PXE-Mechanismus, Positionen von Intel und Arm, Empfehlungen. Die Überschrift weist darauf hin, dass sich der Bug seit rund 16 Jahren in der Codebasis befand.

## Häufige Fragen

### Was ist CVE-2026-97631 und wo befindet sie sich?

Es handelt sich um eine kritische Schwachstelle in der TianoCore EDK II-Codebasis, auf deren Basis UEFI-Firmware erstellt wird. Sie ermöglicht eine Beschädigung des Gerätespeichers über den Netzwerk-Bootloader vor dem Start des Betriebssystems.

### Ist mein Heimcomputer gefährdet?

Wenn Ihr Computer von seiner eigenen SSD oder Festplatte bootet, ist das Risiko minimal. Die Schwachstelle betrifft primär Server und Rechenzentren, die das PXE-Netzwerk-Booten nutzen.

### Was wird Administratoren empfohlen?

Das PXE-Netzwerk-Booten vorübergehend zu deaktivieren, falls es nicht verwendet wird, und die Veröffentlichung von Firmware-Updates der Hardware-Hersteller zu verfolgen.