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title: "Kritischer Mangel: Warum der Westen mit der Produktionsrate russischer ballistischer Raketen nicht mithalten kann"
description: "Der Westen steht vor einem kritischen Mangel an Abfangraketen: Russland produziert mehr ballistische Raketen, als die USA Abfangsysteme herstellen. 🚀🛡️ Experten erklären, warum die Systeme Patriot und SAMP/T mit den Angriffsraten nicht zurechtkommen und welche Barrieren die Lieferungen behindern. 🇺🇦🇺🇸"
date: 2026-08-05T13:22:01.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/kritischer-mangel-abfangraketen-russland-iskander-patriot
tags: [ukraine, russia, patriot, isander, air-defense]
publisher: "XAB.info"
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# Kritischer Mangel: Warum der Westen mit der Produktionsrate russischer ballistischer Raketen nicht mithalten kann

![Russischer Startkomplex für ballistische Raketen auf einem Testgelände, der Stärke und Einsatzbereitschaft zeigt](https://xab.info/media/2026/08/05/defitsit-protivoraket-rossiya-iskander-patriot/defitsit-protivoraket-rossiya-iskander-patriot-1.webp)

Ballistische Raketen bleiben eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für die Ukraine und die westlichen Länder. Heute verfügen nur wenige Luftabwehrsysteme über die Fähigkeit, diese Ziele in der Luft abzufangen, und ihre Anzahl ist kritisch unzureichend, um massierte Angriffe abzuwehren. Experten und Militäranalysten diskutieren die globale Krise der Raketenabwehr, die durch die jahrelange Unterschätzung der Bedrohung durch westliche Länder entstanden ist.

### Die Mathematik des Krieges: Die Produktion von Abfangraketen hinkt hinterher

Das Hauptproblem liegt nicht im Fehlen von Technologien, sondern in einem banalen Mangel an Waffen. Wie der Militärexperte Iwan Stupak feststellt, hat sich der Westen jahrelang mit anderen Fragen beschäftigt, während Russland, der Iran und Nordkorea systematisch in die Entwicklung ballistischer Waffen investierten. Jetzt sind die Folgen dieses Versäumnisses offensichtlich geworden.

Der militärpolitische Kommentator Alexander Kowalenko führt schockierende Statistiken an, die die Diskrepanz in den Produktionsraten von Angriffswaffen und Verteidigungswaffen verdeutlichen:

- Die Firma Lockheed Martin produziert etwa 700 PAC-3-Raketen pro Jahr.

- Die japanische Mitsubishi Heavy Industries stellt zusätzlich etwa 70 PAC-3-Raketen lizenziert her.

- Russland hingegen produziert jährlich mehr als tausend ballistische Raketen vom Typ 9M723 für das operative taktische Raketenkomplex „Iskander-M“.

Für einen garantierten Abschuss einer ballistischen Rakete sind mindestens zwei PAC-3-Abfangraketen erforderlich. Das bedeutet, dass allein zur Bekämpfung der jährlichen Produktion von „Iskander“-Raketen etwa zweitausend amerikanische Abfangraketen benötigt werden. In der Realität erhält Kiew manchmal nicht einmal 70 Abfangraketen für eine einzige Nacht eines massierten Angriffs.

### Welche Luftabwehrsysteme funktionieren in der Ukraine wirklich?

Gegenwärtig sind in der Ukraine nur zwei Systeme in der Lage, ballistische Ziele abzufangen:

- Das amerikanische Patriot-System mit PAC-3-Raketen.

- Das französisch-italienische SAMP/T-System mit den neuesten Aster B1NT-Raketen.

Es gibt weltweit auch andere leistungsstarke Systeme wie das amerikanische THAAD, das israelische „Davidsschleuder“-System und das marinebasierte Aegis-System. Laut Alexander Kowalenko sind diese jedoch entweder für die Ukraine nicht verfügbar oder können unter den aktuellen Bedingungen nicht effektiv eingesetzt werden. Die Beschaffung von THAAD, einem der teuersten und knappsten Systeme der Welt, erscheint praktisch unmöglich, da traditionelle US-Verbündete bei den Lieferungen Priorität haben.

### Rechtliche Barrieren und das Fehlen von Alternativen

Versuche, alternative Bezugsquellen zu finden, stoßen auf strenge rechtliche Beschränkungen. Japan, das PAC-3-Raketen lizenziert herstellt, hat nicht das Recht, Raketen eigenständig an die Ukraine zu übergeben, ohne dies mit den USA abzustimmen. Theoretisch ist ein mehrstufiger Reexport über Drittländer möglich, doch ein solcher Mechanismus wurde bisher nicht umgesetzt.

Südkorea wird ebenfalls nicht als echte Quelle für Abfangraketen betrachtet. Dies liegt an den Exportbeschränkungen Seouls und der Notwendigkeit, eigene Vorräte angesichts der ständigen Bedrohung durch Nordkorea zu erhalten. Die Produktion von Raketen für SAMP/T-Systeme verläuft noch langsamer als bei PAC-3, was die Situation mit dem Mangel zu einem systemischen Problem für die gesamte Welt macht.

### Abschreckung als Teil der Lösung

Unter den Bedingungen, dass die Anzahl der Verteidigungssysteme mit der Produktionsrate der angreifenden Raketen nicht mithalten kann, ändert sich die Schutzstrategie. Die Zerstörung von Startfahrzeugen noch vor dem Start der Rakete wird zu einem kritisch wichtigen Element der Verteidigung. Genau aus diesem Grund wird die Entwicklung ukrainischer Langstreckenwaffen und eigener Ballistik als eines der Schlüsselelemente zur Abschreckung russischer Angriffe betrachtet.