Am 10. Juni ereignete sich in der Region Samara ein neuer Drohnenangriff auf Objekte der russischen Energieinfrastruktur. Infolgedessen musste die Kuibyschewer Ölraffinerie – ein Schlüsselunternehmen im Verbund von Rosneft – ihren Betrieb vollständig einstellen.
Der Angriff erfolgte am Mittwochmorgen, dem 10. Juni. Der Gouverneur der Region Samara bestätigte den Drohnenangriff auf die Region. Laut zwei Quellen aus der Öl- und Gasbranche wurden durch den Schlag Anlagen beschädigt und es brachen auf dem Werksgelände Brände aus.
Abschaltung kritischer Anlagen
Nach dem Angriff wurden zwei Anlagen zur primären Erdölverarbeitung – CDU-4 und CDU-5 – stillgelegt. Jede davon ist in der Lage, etwa 10.000 Tonnen Rohöl pro Tag zu verarbeiten, was rund 73.000 Barrel entspricht. Das bedeutet, dass das tägliche Verarbeitungs Volumen des Werks um mehr als 146.000 Barrel zurückging.
Teil eines gemeinsamen Hubs: Folgen für das gesamte System
Die Kuibyschewer Raffinerie gehört zum Samaraer Ölraffinerie-Hub von Rosneft, zu dem auch die Werke Nowokuibyschewsk und Syzran gehören. Allerdings ist die Syzraner Raffinerie seit dem 21. Mai bereits stillgelegt – sie wurde bei einem früheren Drohnenangriff beschädigt. Auch das Werk Nowokuibyschewsk, das im April einem Angriff ausgesetzt war, hat seinen vollen Betrieb bisher nicht wieder aufgenommen.
Produktionszahlen 2024
Im Jahr 2024 verarbeitete die Kuibyschewer Raffinerie 4,7 Millionen Tonnen Erdöl – das entspricht etwa 94.400 Barrel pro Tag. Aus diesem Volumen wurden produziert:
- 0,8 Millionen Tonnen Benzin;
- 1,4 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff;
- 1,3 Millionen Tonnen Heizöl.
Die Stilllegung des Werks bedeutet einen vorübergehenden Verlust eines erheblichen Teils dieser Mengen, was sich auf die Logistik und die Kraftstoffversorgung in der Region und darüber hinaus auswirken könnte.
Kontext: Serie von Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur
Der Angriff auf die Kuibyschewer Raffinerie ist Teil einer fortlaufenden Serie von Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur. Am 8. Juni führten die ukrainischen Verteidigungskräfte Angriffe auf drei große Ölanlagen durch:
- Die Ölmittelstelle „Gruschewaja“ in der Region Krasnodar;
- Die Ölpumpstation „Krasnoarmeisk“ in der Region Saratow;
- Die Produktions- und Dispositionsstation „Krasny Jar“ in der Region Wolgograd.
Laut Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte erlitten alle drei Objekte erhebliche Schäden. Diese Angriffe verdeutlichen den systematischen Charakter der Attacken auf den russischen Energiesektor, die darauf abzielen, dessen Durchsatzkapazität und Produktionsleistung zu verringern.
Die Lage bleibt dynamisch: Die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Anlagen und Werke hängt vom Ausmaß der Schäden, der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und den Sicherheitsbedingungen vor Ort ab.