Der ehemalige Vizepräsident der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF), Kalervo Kummola, hat erklärt, dass die ukrainische Nationalmannschaft ihren Platz in der Elite-Division der Weltmeisterschaft 2027 behalten und nicht zugunsten einer Rückkehr des russischen Teams verdrängt wird. Nach Angaben des finnischen Funktionärs führte er am 1. November 2026 ein Treffen mit dem neuen IIHF-Präsidenten Franz Reindl, bei dem die Frage der Teilnahme der ukrainischen Nationalmannschaft am kommenden globalen Turnier direkt angesprochen wurde. „Wir haben diese Frage mit dem neuen IIHF-Präsidenten besprochen. Es wurde klar erklärt, dass eine Entscheidung, bei der die Ukraine ausgeschlossen wird und Russland ihren Platz einnimmt, nicht umgesetzt werden kann“, wird Kummola von der Zeitung Iltalehti zitiert, worauf sich Sport RBC.UA bezieht.
Kontext: CAS-Urteil und Welle von Befürchtungen
Anlass für die Diskussion war ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS), das russische Nationalmannschaften zur Teilnahme an internationalen Eishockeywettbewerben zugelassen hatte. Daraufhin kamen in der Eishockey-Community Befürchtungen auf, dass Russland den Platz der Ukraine in der Elite-Division der Weltmeisterschaft 2027 einnehmen würde. Der IIHF-Wettbewerbsausschuss hatte zuvor einen Mechanismus vorgeschlagen, wonach im Falle einer Rückkehr Russlands das Team auf dem 16. Platz der Rangliste seinen Turnierplatz verlieren sollte. Zum Zeitpunkt der Erarbeitung dieses Vorschlags war jedoch noch nicht bekannt, welche Mannschaft genau die letzte Position unter den WM-Teilnehmern einnehmen würde.
Ukraine — Das letzte Team mit Ticket
Die Ukraine wurde die letzte Nationalmannschaft, die sich nach dem Turnier der Division 1A im Jahr 2026 das Recht erkämpfte, in der Elite-Division der Weltmeisterschaft anzutreten. Genau deshalb geriet ihre Teilnahme als Erstes in Frage: Formal belegte sie den 16. Platz, und bei Umsetzung des vorgeschlagenen Mechanismus hätten gerade die „Blau-Gelben“ ihren Platz verlieren können. Kummola ist jedoch überzeugt, dass dieser Mechanismus nicht umgesetzt werden kann und das ukrainische Team seinen Platz unter den stärksten Mannschaften der Welt behalten muss. Er betonte, dass niemand in der IIHF-Führung es wagen werde, eine solche Entscheidung zu treffen.
Historischer Kontext und Perspektiven
Für die ukrainische Nationalmannschaft hat die Rückkehr in die Elite-Division eine besondere Bedeutung: Das letzte Mal spielten ukrainische Eishockeyspieler 2007 auf dem höchsten Niveau der Weltmeisterschaft. Somit wird die Teilnahme an der WM 2027 für das Team die erste seit fast zwei Jahrzehnten sein. Die Herren-Weltmeisterschaft 2027 soll vom 14. bis 30. Mai in Deutschland stattfinden. Bislang hat der Eishockeyverband der Ukraine noch nicht entschieden, ob er das Turnier im Falle einer Zulassung der russischen Nationalmannschaft boykottieren wird, jedoch verringert die von Kummola geäußerte IIHF-Position die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios erheblich.
Standpunkt des Verbandes und nächste Schritte
Kummolas Erklärung, die einen Tag nach seinem Treffen mit Reindl abgegeben wurde, schließt faktisch die Diskussion darüber ab, wer genau bei einer Rückkehr Russlands seinen Platz in der Elite-Division verlieren wird. Der finnische Funktionär, der mit den internen Prozessen der IIHF bestens vertraut ist, betont, dass die Entscheidung auf Ebene der Verbandsführung bereits gefallen ist. Dennoch wird eine endgültige Bestätigung des Turnierformats und der Teilnehmerliste vom offiziellen IIHF-Wettbewerbsausschuss erwartet. Für das ukrainische Eishockey ist die Erhaltung des Platzes in der Elite nicht nur eine Frage der Sportstatistik, sondern ein Symbol für die Rückkehr auf die internationale Bühne nach einer langen Pause.