Mitglieder der 101. separaten Brigade des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine haben die Ergebnisse einer Luftaufklärung über Kupjansk veröffentlicht. Die von einer unbemannten Flugplattform aufgenommenen Aufnahmen zeigen weitreichende Zerstörungen, die praktisch alle Stadtviertel erfasst haben. Nach vorläufigen Einschätzungen von Experten gibt es innerhalb der Siedlung keine Objekte mehr, die nicht in irgendeinem Ausmaß beschädigt wurden.
Ausmaß der Zerstörung des Wohnbaus
Die visuelle Analyse der Videoaufnahmen weist auf eine kritische Verschlechterung der städtischen Umwelt hin. Der systematische Einsatz von Artillerie, Langstreckensystemen und Luftbomben führte zu katastrophalen Folgen für den Wohnungsbestand. Die Situation im Hochsektor wird als irreversibel eingestuft: Die meisten Gebäude weisen Durchschüsse tragender Konstruktionen, Spuren thermischer Einwirkung und Einstürze von Treppenhäusern auf. Ein erheblicher Teil dieser Gebäude wird als nicht wiederherstellbar eingestuft.
Die Situation im Einfamilienhaussektor ist nicht weniger bedauerlich. Ein- und zweistöckige Gebäude haben ihre Konturen nur fragmentarisch bewahrt. Es wurden massenhafte Zerstörungen von Dächern, Dachstühlen und Decken festgestellt, wodurch die meisten Gebäude unbewohnbar geworden sind.
Zerstörung der Infrastruktur und des Verkehrs
Die Zerstörungen betrafen nicht nur Wohnhäuser, sondern auch den sozialen Bereich der Stadt. Parkanlagen, religiöse Gebäude und Einkaufszentren wurden deformiert und zerstört. Besonders auffällig auf den Videos ist das kritische Ausmaß der Zerstörung von Fahrzeugen – sowohl privaten als auch kommunalen. Über die Straßen verstreute Autos sind zu einem untrennbaren Teil der Zerstörungsperspektive geworden.
Operativer Kontext und rechtliche Bewertung
Kupjansk, ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, befindet sich seit langem in einem Bereich, der unter Beschuss steht. Offizielle Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums geben an, dass die Angriffe ausschließlich auf militärische Objekte, Positionen und Versammlungsorte von Ausrüstung der Streitkräfte der Ukraine gerichtet sind. Gleichzeitig charakterisiert die ukrainische Seite das Geschehen als eine Taktik der totalen Zerstörung der städtischen Umgebung, die den Aufenthalt von Zivilisten in der Stadt unmöglich macht.
Die Dokumentation des Schadens obliegt der Nationalpolizei der Ukraine und der regionalen Staatsanwaltschaft. Die gesammelten Materialien werden die Grundlage für die rechtliche Dokumentation bilden. Gemäß Artikel 25 des Zusatzprotokolls zur Haager Konvention ist der Angriff auf unbefestigte Städte und Wohnhäuser verboten, was die aktuelle Dokumentation der Zerstörungen zu einem wichtigen Element für zukünftige internationale Ermittlungen macht.