Der Devisenmarkt zeigt Anfang Juli einen stabilen Trend zum Rückgang der Kosten für die wichtigsten Fremdwährungen. Die Nationale Bank der Ukraine (NBU) hat am 2. Juli den offiziellen Rückgang sowohl des US-Dollars als auch des Euro festgelegt. Experten stellen fest, dass unter den aktuellen Bedingungen der panische Kauf von Bargeld weniger vorteilhaft sein kann als eine kluge Diversifizierung der Vermögenswerte.
Offizielle Wechselkurse: Dollar und Euro verlieren an Boden
Laut dem Regulierer betrug der offizielle Wechselkurs des US-Dollars am 2. Juli 44,76 Hrywnja. Dies ist 3 Kopeken niedriger als am vorherigen Banktag, als der Dollar 44,79 Hrywnja kostete. Die europäische Währung setzte ihren Rückgang ebenfalls fort: Der Euro-Kurs wurde auf 50,97 Hrywnja festgelegt, was 6 Kopeken weniger ist im Vergleich zum Kurs vom 1. Juli (51,03 Hrywnja).
So ist zu Beginn des Monats ein allmählicher Rückgang des Wertes beider Schlüsselwährungen im Verhältnis zur Landeswährung zu beobachten.
Strategie der Ersparnisse: Warum „Alles oder Nichts“ ein Fehler ist
Unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges bleibt die Frage der Wahrung des Wertes der Ersparnisse für die Bürger eine der schärfsten. Serhij Mamjedow, Vizepräsident der Vereinigung der ukrainischen Banken und Vorstandsvorsitzender der „Globus Bank“, warnte in einem Kommentar an RBC-Ukraine vor Extremen im Management des persönlichen Haushalts.
Der Experte betonte, dass das Denken in Kategorien von „entweder alles in Fremdwährung oder alles in Hrywnja“ strategisch falsch ist. Der vernünftigste Ansatz in der aktuellen Situation bleibt die Diversifizierung:
- Ein Teil der Mittel sollte tatsächlich in Fremdwährung als Reserve gehalten werden. Dies ist finanziell gerechtfertigt, um eine Sicherheitsreserve für unvorhergesehene Umstände zu schaffen.
- Der Kauf von Währung ausschließlich vor dem Hintergrund von Gerüchten und Angst ist jedoch keine gute Investitionsstrategie.
Hrywnja-Einlagen gegenüber passiver Lagerung von Fremdwährung
Der Spezialist wies auf die Attraktivität von Hrywnja-Einlagen hin, die durch den hohen Diskontsatz der NBU bedingt ist. Derzeit beginnen die durchschnittlichen Zinssätze für Einlagen bei 14 % pro Jahr, und die maximalen Angebote der Banken erreichen 16,5–17,5 %.
Mamjedow führte eine konkrete Berechnung der Rentabilität an: Wenn man 100.000 Hrywnja für sechs Monate zu 14 % pro Jahr auf ein Sparkonto anlegt, beträgt der Nettogewinn nach Steuern etwa 5.400 Hrywnja. Damit der Kauf von Dollar ein ähnliches Ergebnis bringt, müsste der Kurs der amerikanischen Währung auf 47,4 Hrywnja steigen. Bei Verwendung höherer Einlagensätze steigt die Schwelle für die Rentabilität des Fremdwährungskaufs auf fast 48 Hrywnja pro Dollar.
Das Fazit des Experten ist eindeutig: Wenn die Schwächung der Hrywnja schrittweise und ohne plötzliche Sprünge erfolgt, kann die Anlage von Mitteln auf einem Sparkonto vorteilhafter sein als die einfache Lagerung von Bargeld in Fremdwährung.
Optimales Finanzmanagement-Modell
Nach Ansicht des Bankers ist die Kombination verschiedener Finanzinstrumente die ausgewogenste Lösung. Das optimale Ersparnis-Modell umfasst:
- Anlage eines Teils der Mittel auf Hrywnja-Einlagen oder in Staatsanleihen (OVGZ).
- Bewahrung eines Teils des Kapitals in Fremdwährung.
- Halten eines bestimmten Bestands an Bargeld und Mitteln auf Girokonten für operative Ausgaben.