Der ehemalige Sondergesandte des US-Präsidenten für die Ukraine, Kurt Kellogg, gab dem Fernsehsender „Suspilne“ ein ausführliches Interview, in dem er den aktuellen Stand der diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Konflikts darlegte. Nach seinen Worten ist der Verhandlungsprozess zwischen der Ukraine, den USA und Russland faktisch ausgesetzt, doch er betrachtet diese Pause als positiven Moment.
Prioritäten der Diplomatie und Pause im Dialog
Kellogg erläuterte die Gründe für die Stille auf der diplomatischen Ebene. Schlüsselfiguren wie Steve Witkoff und Jared Kushner sind derzeit in Verhandlungen mit dem Iran involviert. Kellogg betonte, dass es für sie schwierig sei, zwei derart umfangreiche Richtungen gleichzeitig zu verfolgen. „Also ist es gut, dass sie derzeit mit dem Iran arbeiten, und ich denke, dass der Verhandlungsprozess faktisch ausgesetzt ist. Das ist nicht schlecht. Das ist wirklich gut“, unterstrich der ehemalige Sondergesandte.
Die Verschiebung des Fokus der amerikanischen Diplomatie lässt die Ukraine, nach Ansicht Kelloggs, in einer Situation zurück, in der sie den Kampf gegen Russland weiterhin eigenständig führt. Gleichzeitig drückte er die Überzeugung aus, dass Kiew dies effektiv tut.
Sanktionen und das militärische Potenzial Russlands
Auch Fragen zur Sanktionspolitik wurden im Gespräch angesprochen. Kellogg erklärte, dass das Sanktionspaket der USA gegen Russland „noch nicht abgeschlossen“ sei. Er bestätigte keine Pläne zur Lockerung der Beschränkungen und stellte fest, dass der Druck von Washington anhält.
Auf Fragen zur Sicherheit der baltischen Staaten und Osteuropas hin rief Kellogg zur Ruhe auf. Er äußerte die Meinung, dass Wladimir Putin derzeit nicht über die Ressourcen verfügt, um die militärischen Aktionen über den aktuellen Kriegsschauplatz hinaus auszuweiten, auch nicht in Richtung Polen oder der baltischen Staaten. „Ja, sie sind sicher. Ich denke, dass die Leute im negativen Sinne die Hände ringen, und ich würde mir keine Sorgen darum machen. Ich denke, alle sollten sich etwas entspannen“, merkte er an.
Pläne von Trump und Besuch in Kiew
Zum Abschluss des Gesprächs berührte Kellogg die Position des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Nach seinen Worten setzt sich Trump für die Beendigung des langwierigen Konflikts und eine friedliche Lösung ein. Außerdem wurde der Plan für einen Besuch Kelloggs selbst in der Ukraine bestätigt, der Ende des Sommers 2026 stattfinden soll.
Zuvor hatte Kurt Kellogg erklärt, dass Russland seine Ziele im Krieg nicht erreicht und ihn faktisch nicht gewinnt, wobei er die Notwendigkeit eines Übergangs zu einem vollständigen Verhandlungsprozess betonte.