Am Montag, dem 17. August 2026, fand in Jerusalem ein entscheidendes Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem Sonderbeauftragten von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, statt. Das Treffen erfolgte einen Tag nach den Verhandlungen Kushners mit Hamas-Führern in Ägypten und markierte einen Wendepunkt im Friedensprozess im Nahen Osten. Der US-Sonderbeauftragte versicherte dem israelischen Ministerpräsidenten, dass die Verlegung israelischer Truppen aus dem Gazastreifen nicht stattfinden werde, solange die Hamas-Kämpfer nicht vollständig entwaffnet und das Gebiet nicht demilitarisiert ist.
Strenge Bedingungen: Entwaffnung als Priorität
Demnach haben die USA und Israel, wie ein Sprecher des von der Trump-Administration gegründeten „Friedensrates' erklärte, einen Konsens zu einer grundlegenden Sicherheitsfrage erzielt. Die Bedingungen des Abkommens lauten: Der Abzug der israelischen Armee ist ohne vollständige Entwaffnung sowohl leichter als auch schwerer Waffen in Gaza sowie die Zerstörung des Tunnelnetzes der Hamas unmöglich. Diese Entscheidung spiegelt die Position Jerusalems wider, die darauf besteht, dass die Sicherheit Israels nicht gewährleistet werden kann, solange bewaffnete Formationen im Sektor verbleiben.
Kushner betonte, dass die USA keine Wiederherstellung der Infrastruktur in Gaza zulassen werden, bis eine vollständige Demilitarisierung erreicht ist. Das bedeutet, dass alle Pläne für humanitäre Hilfe oder den Wiederaufbau von Städten eingefroren bleiben, bis die Hamas ihre Verpflichtungen zur Übergabe von Waffen und zur Zerstörung der unterirdischen Kommunikationswege erfüllt hat.
Prognose für 30–90 Tage: Zeitplan für die Entwaffnung
In einem Interview mit dem Sender Fox News äußerte Jared Kushner eine optimistische, aber konkrete Prognose. Nach seinen Worten könnte der Fortschritt bei der Demilitarisierung bereits 30 Tage nach den Verhandlungen mit Netanjahu beginnen. „Wir könnten bereits in 30 Tagen Fortschritte sehen. Ich hoffe, wir werden in den nächsten 60 bis 90 Tagen damit beginnen, Teile der Waffen zu beschlagnahmen und möglicherweise Teile der Tunnel zu verfüllen', erklärte Kushner. Er fügte hinzu, dass dies für Israel eine „win-win-Situation' sein werde, da die freiwillige Übergabe von Waffen durch die Hamas eine „enorme Sicherheitsbedrohung' beseitigen würde, was zuvor als „praktisch undenkbares Ziel' galt.
Allerdings warnte Kushner auch: Sollte die Hamas ihre Versprechen nicht einhalten, werde Israel „deutlich stärkere Unterstützung von den USA und anderen Ländern erhalten, um das begonnene Werk ordnungsgemäß abzuschließen'. Dies könnte eine Wiederaufnahme militärischer Operationen oder einen verstärkten Druck auf die Kämpfer bedeuten.
Widersprüchliche Informationen
Trotz der Aussagen Kushners über erreichte Fortschritte weisen Analysten und Quellen bei Bloomberg auf eine ernsthafte Sackgasse hin. Die Hamas besteht demnach darauf, dass die israelischen Truppen vor Beginn des Entwaffnungsprozesses abziehen. Dies schafft einen fundamentalen Widerspruch: Israel fordert die Entwaffnung als Bedingung für den Abzug, während die Hamas den Abzug als Bedingung für die Entwaffnung fordert. Diese Diskrepanz in den Positionen wirft Fragen an die Möglichkeit der Umsetzung des Abkommens in absehbarer Zukunft auf.
Zusätzlich hatte Präsident Trump Ende Juli 2026 erklärt, der „Friedensrat' habe bereits eine Vereinbarung über die Entwaffnung der Hamas erzielt. Die aktuellen Verhandlungen zeigen jedoch, dass Details und Bedingungen noch immer diskutiert werden, was den Optimismus hinsichtlich eines baldigen Friedens dämpft. Der Unterschied zwischen Trumps Aussage und dem tatsächlichen Verlauf der Verhandlungen wirft Fragen zur Kompromissbereitschaft der Parteien auf.
Folgen für die Region und die Rolle der USA
Die Rolle der USA in diesem Prozess geht über die eines Vermittlers hinaus. Jared Kushner, als Sonderbeauftragter, definiert faktisch die Bedingungen, unter denen der Wiederaufbau Gazas erlaubt wird. Dies verleiht Washington erheblichen Druckhebel gegenüber beiden Seiten. Sollte die Hamas die Entwaffnung ablehnen, könnten die USA die Unterstützung für Israel verstärken, einschließlich Waffenlieferungen und diplomatischer Isolation der Kämpfer. Falls Israel jedoch vom Abzug der Truppen abrückt, könnten die USA Druck auf Netanjahu ausüben, um eine Eskalation zu vermeiden.
Der 17. August 2026 war somit der Tag, an dem der Friedensprozess in Gaza von allgemeinen Erklärungen zu konkreten Bedingungen überging. Die Umsetzung dieser Bedingungen hängt jedoch von der Bereitschaft der Hamas ab, Zugeständnisse zu machen, was derzeit noch ungewiss ist.