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title: "Kutschma erhält den Lukjanenko-Orden: Die Verfassung als „juristischer Festungsbau' der Ukraine"
description: "Leonid Kutschma erhielt den Orden zu Ehren von Lewko Lukjanenko anlässlich der Sitzung der Werchowna Rada zum 30. Jahrestag der Verfassung. Der ehemalige Präsident bezeichnete Artikel 133 des Grundgesetzes als „juristischen Festungsbau', der territoriale Zugeständnisse ausschließt. 🇺🇦📜"
date: 2026-06-29T12:26:43.000Z
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# Kutschma erhält den Lukjanenko-Orden: Die Verfassung als „juristischer Festungsbau' der Ukraine

![Leonid Kutschma hält eine Rede im Werchowna Rada der Ukraine, mit ukrainischen und EU-Flaggen im Hintergrund, diskutiert verfassungsrechtliche Fragen.](https://xab.info/media/2026/06/29/kuchma-nagrashden-znakom-imeni-lukyanyenko-konstitutsiya-ukrainy/kuchma-nagrashden-znakom-imeni-lukyanyenko-konstitutsiya-ukrainy-1.webp)

Am 28. Juni 2026 fand in den Räumen der Werchowna Rada der Ukraine eine feierliche Zeremonie zum 30. Jahrestag der Annahme der Verfassung des Landes statt. Das zentrale Ereignis der Sitzung war die Verleihung von Dienstorden an den zweiten Präsidenten der Ukraine, Leonid Kutschma, der eine Schlüsselrolle bei der Etablierung des unabhängigen Staates spielte.

### Anerkennung der Verdienste: Orden zu Ehren eines Dissidenten

Der Vorsitzende der Werchowna Rada, Ruslan Stefanjuk, überreichte Leonid Kutschma persönlich das Brustabzeichen „Für den Dienst am ukrainischen Volk' zu Ehren von Lewko Lukjanenko. Die Wahl des Namens des Ordens ist nicht zufällig: Lewko Lukjanenko war ein bekannter sowjetischer Dissident, Menschenrechtsaktivist und Mitverfasser der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine. Die Überreichung des Abzeichens an den ehemaligen Präsidenten, der das Land von 1994 bis 2004 führte, wurde zum Symbol der Generationenfolge und der Anerkennung seines institutionellen Beitrags zum Staatsaufbau.

Die Entscheidung zur Auszeichnung wurde aufgrund der direkten Beteiligung Kutschmas am verfassungsrechtlichen Prozess von 1996 getroffen. Im Rahmen derselben Zeremonie wurde dem ehemaligen Staatsoberhaupt zudem ein weiteres Verdienstabzeichen überreicht – „Für die Entwicklung des Parlamentarismus'. Über die Tatsache der Auszeichnung informierte offiziell die Pressesprecherin von Leonid Kutschma, Daria Olifer.

### Historische Parallelen und Lehren des Kompromisses

Leonid Kutschma beschränkte sich in seiner Rede vom Podium der Werchowna Rada nicht auf Standardgratulationen. Er führte eine tiefgehende Analyse der Schlüsselphasen der ukrainischen Staatlichkeit durch und betonte dabei die Fähigkeit der politischen Kräfte zur Konsolidierung.

Der ehemalige Präsident hob zwei kritisch wichtige Momente in der Geschichte des Landes hervor:

    - **Juni 1996:** Die Annahme des ersten Grundgesetzes war das Ergebnis eines komplexen Kompromisses zwischen extremen politischen Kräften, die einen gemeinsamen Nenner zum Erhalt der Souveränität fanden.

    - **Dezember 2004:** Die Annahme der politischen Reform, die die Regierungsform in eine parlamentarisches-präsidentielle änderte. Laut Kutschma ermöglichte diese Entscheidung, den scharfen gesellschaftlichen Konflikt in rechtliche Bahnen zu lenken.

### „Juristischer Festungsbau' der Grenzen

Besonderes Augenmerk legte Leonid Kutschma in seiner Rede auf den aktuellen Status der Staatsstruktur und die territoriale Integrität. Er wiederholte seine These, dass Artikel 133 der Verfassung der Ukraine, der eine erschöpfende Liste von 27 Verwaltungseinheiten festlegt, den „juristischen Festungsbau' des Landes darstellt.

Laut Einschätzung des ehemaligen Präsidenten schließt diese Norm jegliche legalen Mechanismen für territoriale Zugeständnisse aus. Jegliche Änderungen der Grenzen erfordern, wie Kutschma betonte, die Abhaltung eines allukrainischen Referendums, dessen Durchführung unter den Bedingungen des geltenden Rechtsregimes des Kriegszustands unmöglich ist.

### Symbolik und Zukunft

Die Atmosphäre der feierlichen Sitzung wurde durch den Auftritt eines Vertreters der Zivilgesellschaft – des Angehörigen der Nationalgarde der Ukraine, Pawlo Woltschenko – ergänzt. Die symbolische Bedeutung seiner Anwesenheit wurde dadurch verstärkt, dass er am Tag der Annahme des Grundgesetzes geboren wurde – am 28. Juni 1996.

Entsprechend der Verordnung über die Dienstordnungen der Werchowna Rada der Ukraine werden solche Auszeichnungen Personen verliehen, die einen erheblichen persönlichen Beitrag zur Sicherung der Souveränität, der legislativen Tätigkeit und der verfassungsmäßigen Rechte der Bürger geleistet haben. Die Ereignisse des 28. Juni 2026 bestätigten erneut, dass die verfassungsrechtlichen Grundlagen, die vor drei Jahrzehnten gelegt wurden, weiterhin das Fundament der ukrainischen Staatlichkeit bleiben.