Die Scheidung ukrainischer Prominenter ist nicht selten nur von lauten Erklärungen begleitet, sondern auch von der praktischen Frage der Unterhaltspflicht für gemeinsame Kinder. Einige öffentliche Persönlichkeiten einigen sich auf konkrete Zahlungsbeträge, andere verlassen sich auf die freiwillige Hilfe ihres Ex-Partners, und einige lehnen es grundsätzlich ab, finanzielle Verpflichtungen zu formalisieren. Das Magazin Styler (RBC.UA) hat die Geschichten mehrerer ukrainischer Celebrities gesammelt, die nach der Scheidung offen darüber gesprochen haben, wie in ihren Familien die finanzielle Frage im Hinblick auf die Kinder geregelt wurde.

Dasha Kwitykowa: bewusster Verzicht auf Unterhalt und Verweis auf das Familienrecht

Erst kürzlich geriet die Bloggerin Dasha Kwitykowa in die Mitte einer Debatte über Unterhalt, nachdem eine Threads-Nutzerin behauptete, das Beantragen von Zahlungen sei angeblich ein Zeichen dafür, dass eine Frau nicht in der Lage sei, ein Kind allein zu unterhalten. Kwitykowa reagierte scharf auf solche Worte und erklärte, dass sie selbst bereits im Scheidungsverfahren bewusst auf den Unterhalt verzichtet habe. „Ich habe bewusst auf den Unterhalt verzichtet, weil das ukrainische Familienrecht die Möglichkeit vorsieht, Unterhalt bereits vom volljährigen Kind für einen arbeitsunfähigen Vater zu verlangen, der auf finanzielle Hilfe angewiesen ist“, schrieb sie. Dabei betonte die Bloggerin: Die Unterhaltspflicht für ein Kind liege bei beiden Eltern und nicht ausschließlich bei der Mutter, und Unterhalt sei keine „Hilfe für eine mittelmäßige Frau“, sondern die Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht gegenüber dem eigenen Kind.

Wiktoria Bilan-Raschuk: freiwillige 15.000 und Zahlungsverzögerungen

Im Mai 2026 erzählte die Schauspielerin Wiktoria Bilan-Raschuk im Interview mit Wave RBC.UA, dass sie offiziell noch keinen Unterhalt beantragt habe, da ihr Scheidungsverfahren mit Wladimir Raschuk noch laufe. Ihren Worten zufolge habe sich ihr Ex-Mann bereit erklärt, dem Kind freiwillig finanziell zu helfen, und einen konkreten Betrag genannt: „Er hat mir gesagt: Ich werde dir 15.000 für das Kind geben.“ Gleichzeitig merkte Bilan-Raschuk an, dass das Geld nicht immer pünktlich komme – die Zahlung für April habe sie erst am Monatsende erhalten. Trotz allem erklärte die Schauspielerin, sie werde keine Hilfe erbetteln oder wegen Geld öffentliche Konflikte machen.

Natalja Denysenko: „Andrej wird sein Kind nie im Stich lassen“

Einen anderen Ansatz verfolgt die Schauspielerin Natalja Denysenko. Sie plant nicht, Unterhalt zu beantragen, und sagt, dass sie von ihrem Ex-Mann Andrej Fedinets die finanzielle Unterstützung annehme, die er leisten könne. „Davon ist überhaupt keine Rede. Ich werde das nicht tun. Andrej ist ein sehr fairer Mensch. Er wird sein Kind nie im Stich lassen. Wenn ich ihm sagte: „Kannst du diesen Monat die Schule bezahlen?“ – dann sagt er so: „Nein, entschuldige, ich kann nicht, aber ich kann dir hier so viel Geld geben.“ Und ich sage: „Gott, vielen Dank““, erzählte Denysenko im Interview mit Masha Jefrosinina. Die Schauspielerin ist überzeugt, dass der Vater ihres Sohnes das Beste tut, was er kann, und erinnert daran, dass Fedinets Verletzungen während seiner Armeezeit erlitten und anschließend entlassen wurde.

Olga Gorbatschowa und Misha Romanowa: von Einigungen bis schmerzhaften Konflikten

Auch die Sängerin Olga Gorbatschowa entschied sich, die finanziellen Fragen mit Juri Nikitin nicht über Unterhalt zu regeln. „Weder letztes Mal noch dieses Mal habe ich Unterhalt beantragt. Keine Regulierung, nur auf Einigungen untereinander. Ich sage nicht, dass das der Weg für jeden ist. Aber für mich ist es so. Ich möchte, dass unsere Beziehungen von zwei erwachsenen und vernünftigen Menschen geregelt werden“, erklärte Gorbatschowa im Interview mit Maritschka Padschalko. Eine völlig andere Situation ergab sich bei der ehemaligen Teilnehmerin der Gruppe „WIA Gra“, Misha Romanowa. Die Künstlerin erzählte, dass der Vater ihres Sohnes Martin 100 Dollar Unterhalt zahlen müsse, dies aber nicht pünktlich tue. „Das ist ein sehr schmerzhaftes Thema. Das dauert schon sehr lange, und es tut mir für Martin leid. Ich würde sehr gerne, dass er mit seinem Vater in Kontakt steht, aber der Vater will das nicht. Er zahlt den Unterhalt nicht pünktlich, diese 100 Dollar. Und überhaupt betrachtet er ihn nicht als seinen Sohn. Das ist sein Gewissen“, sagte Romanowa. Die Sängerin merkte auch an, dass aufgrund des fehlenden normalen Kontakts zum Vater des Kindes zusätzliche Schwierigkeiten entstehen, auch bei der Besorgung von Dokumenten, da er sich zusammen mit dem Sohn im Ausland aufhalte.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Quellen wurden keine wesentlichen faktischen Widersprüche zwischen den Versionen der Parteien festgestellt. Alle Zitate stammen aus direkten Aussagen der Protagonistinnen in verschiedenen Interviews und Veröffentlichungen. Der einzige Nuance betrifft die Situation von Wiktoria Bilan-Raschuk: Der Betrag von 15.000 Hrywnja wurde von ihr als freiwilliges Versprechen des Ex-Mannes genannt und nicht als rechtlich festgelegte Zahlung, was bedeutet, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Interviews kein offizieller Unterhaltsvertrag vorlag. Dabei war das Scheidungsverfahren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen, und die endgültigen finanziellen Bedingungen konnten noch überarbeitet werden.

Wie aus den gesammelten Geschichten hervorgeht, unterscheidet sich die Erfahrung ukrainischer Prominenter bei der Lösung der Frage der Kinderunterbringung nach der Scheidung erheblich: vom formellen Verzicht auf Unterhalt und informellen Einigungen bis zu Situationen, in denen Zahlungen mit Verzögerungen kommen und bei beiden Seiten emotionalen Unbehagen verursachen. Jeder der angeführten Fälle zeigt, dass die Wahl zwischen gerichtlicher Einziehung und freiwilliger Unterstützung nicht nur von den finanziellen Umständen, sondern auch von persönlichen Werten, dem Charakter der Beziehungen zwischen den Ex-Partnern und dem Grad des Vertrauens zwischen ihnen bestimmt wird.