Der größte Telekommunikationsanbieter der Ukraine, «Kyivstar», steht vor ernsthaften finanziellen Sanktionen seitens der Aufsichtsbehörde. Der Antimonopolkomitee der Ukraine (AMKU) hat eine Geldstrafe in Höhe von 17,5 Millionen Griwna verhängt. Auslöser für die Bestrafung war die Verwendung der Werbehinweis «Nr. 1 mobile Internetgeschwindigkeit» in einer Marketingkampagne.

Gründe für die Beanstandungen der Aufsichtsbehörde

Die Experten des AMKU stuften das Vorgehen des Anbieters als Verbreitung ungenauer Informationen ein, was gegen Artikel 15-1 des Gesetzes der Ukraine «Über den Schutz vor unlauterem Wettbewerb» verstößt. Nach Ansicht der Beamten hat das Unternehmen die Verbraucher in die Irre geführt.

Der Hauptvorwurf bezog sich nicht auf die Tatsachenbehauptung der Marktführerschaft an sich, sondern auf die Art und Weise, wie die begleitenden Informationen präsentiert wurden. Im Komitee wurde darauf hingewiesen, dass Angaben zu den Messquellen, den Untersuchungszeiträumen und den ermittelten Durchschnittswerten so platziert waren, dass ihre gleichzeitige Wahrnehmung mit dem Hauptwerbeslogan erschwert wurde.

Position von «Kyivstar»: Ablehnung der Schuldanerkenntnis

In der Pressestelle des Anbieters wurde erklärt, dass man den Schlussfolgerungen der Antimonopolbehörde nicht zustimmt und die Entscheidung für unbegründet hält. Das Unternehmen betonte, dass es die Rolle des AMKU bei der Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs respektiert, jedoch auf seiner Rechtslage besteht.

Der Anbieter begründet seine Position damit, dass er sich auf offizielle Daten der unabhängigen internationalen Firma Ookla stützte, deren Dienste (Speedtest) als allgemein anerkannter globaler Standard zur Bewertung der Internetgeschwindigkeit gelten. «Kyivstar» behauptet, dass alle wesentlichen Bedingungen und Datenquellen ordnungsgemäß offengelegt wurden und die Kommunikation vollständig den geltenden Rechtsvorschriften entsprach.

Pläne für die Zukunft

Die Parteien sind bereit, den Konflikt gerichtlich fortzusetzen. «Kyivstar» hat bereits angekündigt, die Entscheidung der Aufsichtsbehörde vor Gericht anzufechten, da es die vorläufigen Schlussfolgerungen des AMKU nicht teilt.

Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund der aktiven Tätigkeit des Unternehmens in angrenzenden Sektoren. Zuvor hatte das AMKU «Kyivstar» die Übernahme des Cloud-Providers GigaCloud erlaubt, der wichtige staatliche Dienste wie «Dija» und «Prozorro» bedient. Im Gegenzug verpflichtete die Aufsichtsbehörde den Anbieter, den Kunden des Providers keine Telekommunikationsdienste aufzudrängen. Heute gehört der «Kyivstar»-Konzern bereits den medizinischen Dienst Helsi, die Plattform «Kyivstar TV», den Taxi-Dienst Uklon und den Marktplatz Tabletki.ua.