Der Gewerkschaft OneBGS, die die Interessen der Mitarbeiter von Bethesda Game Studios vertritt, hat die Studio offiziell des Verstoßes gegen das kanadische Arbeitsrecht bezichtigt. Auslöser für die scharfe Äußerung waren die Bedingungen der Personalabbau-Maßnahmen, von denen die Arbeitnehmer am 17. Juli erfuhren – genau an dem Tag, an dem Xbox dem Publikum umfangreiche Ankündigungen zur Fallout-Universum präsentierte.

Die Kluft zwischen Versprechen und Realität

Die Situation begann am 6. Juli, als Dutzende Mitarbeiter von Bethesda Game Studios in den USA und Kanada per Videoanruf über ihre Entlassung informiert wurden. Ihnen wurde mitgeteilt, dass sie ihre Arbeitsplätze bis September behalten würden, während das Unternehmen mit der Gewerkschaft über die Bedingungen der Abfindung verhandeln würde.

Allerdings stellte sich elf Tage später heraus, dass die Realität anders aussah. Kanadische Entwickler, die an Projekten wie Fallout und Elder Scrolls arbeiteten, erhielten E-Mails mit offizieller Entlassungsbekanntmachung. In den Dokumenten hieß es, die Mitarbeiter würden „die gesetzlich mögliche Mindestabfindung ohne Verhandlungen mit der Gewerkschaft“ erhalten.

Tatsächlich ging es um eine Zahlung für acht Wochen statt der gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfrist, plus eine Kompensation für angesammelten Urlaub. Gleichzeitig wurde die Krankenversicherung sofort gekündigt. Diese Entscheidung stand im direkten Widerspruch zu den mündlichen Zusagen des Managements und traf die Arbeitnehmer in einem Moment, in dem sie auf den Schutz ihrer Rechte hofften.

Reaktion der Gewerkschaft und der Community

OneBGS reichte sofort eine Beschwerde bei den zuständigen Behörden ein und bezeichnete die Handlungen von Bethesda und des Xbox-Managements als systematischen Verstoß gegen die Arbeitsnormen. In der Erklärung der Gewerkschaft wird betont, dass Mitarbeiter zur Gewinnmaximierung eingesetzt und dann „weggeworfen“ werden, sobald ihre Arbeit nicht mehr benötigt wird.

„Der Zyklus, bei dem Arbeitnehmer für Managementfehler bezahlen müssen, endet hier“, erklärten die Gewerkschaftsvertreter.

Die Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund massiver Personalabbau-Maßnahmen bei Microsoft ab, die etwa 1600 Mitarbeiter der Gaming-Sparte betrafen. Parallel dazu kündigte das Unternehmen an, dass Fallout 5 sich in der Vorproduktionsphase befindet, Remakes von Fallout 3 und New Vegas vorbereitet werden und Obsidian Entertainment ein eigenes Spiel im Fallout-Universum entwickelt.

Die öffentliche Reaktion der Community war zwiespältig: Viele Spieler sahen das Zusammentreffen von Ankündigungen und Entlassungen als absichtlich gewählten Zeitpunkt, um von internen Problemen abzulenken.

Aufforderung zum Handeln

Die Gewerkschaft rief die Spieler auf, Feedback auf der Xbox Player Voice-Seite zu hinterlassen und Microsoft mitzuteilen, dass ein solcher Umgang mit Mitarbeitern inakzeptabel ist. OneBGS hofft, dass öffentlicher Druck dazu beitragen wird, die Situation zu ändern und die Rechte der Mitarbeiter in Zukunft zu schützen.