Eine der einflussreichsten konservativen Influencerinnen der USA, Laura Loomer, kommentierte in einem Interview mit RBC-Ukraine die wachsende Feindseligkeit eines Teils der MAGA-Bewegungsanhänger gegenüber Kiew. Ihren Worten zufolge geht es dabei weniger um eine konkrete ukrainische Agenda als vielmehr um die grundsätzliche Haltung der Bewegung gegenüber jeglichen Transfers von US-Steuergeldern ins Ausland. „Wir sehen, wie viele MAGA-Vertreter jetzt feindselig gegenüber Israel eingestellt sind. Das betrifft nicht nur die Ukraine. Es geht um das Konzept des Abzugs von Steuergeldern ins Ausland an sich“, erklärte Loomer und betonte, dass die Ukraine das öffentlichste und auffälligste Beispiel für diese Haltung geworden sei, aber nicht das einzige.

„Kein irrationaler Hass“

Loomer versuchte, zwei Thesen zu trennen, die im öffentlichen Raum oft vermischt werden: die systemische Opposition von MAGA gegen jegliche ausländische Finanzhilfe und die persönlichen Antipathien einzelner Personen gegenüber bestimmten Völkern. „Die Ukraine ist einfach das krasseste Beispiel, aber ich glaube nicht, dass es um irrationalen Hass auf Ukrainer geht“, sagte sie. Gleichzeitig bestritt die Influencerin nicht, dass es unter den Anhängern der Bewegung diejenigen gibt, die eine Abneigung speziell gegen Ukrainer äußern: „Gleichzeitig hassen einige Leute Ukrainer, aber ich möchte nicht, dass die Leute denken, MAGA-Anhänger hassen Ukrainer.“ Damit räumt Loomer faktisch ein, dass es innerhalb der Bewegung eine Spaltung gibt zwischen „prinzipiellen Isolationisten“ und jenen, deren Haltung von ethnischer oder nationaler Feindseligkeit gefärbt ist.

Kritik an den Demokratischen Sozialisten

Sie lenkte das Gespräch auf den entgegengesetzten Flügel der US-Politik und wandte sich der Demokratischen Partei und ihrem linken Flügel zu. Ihrer Behauptung nach gibt es in der Partei die Demokratischen Sozialisten Amerikas (DSA), die „offen gegen das ukrainische Volk auftreten“, und viele Förderer der progressiven DSA-Agenda würden „buchstäblich von Russland finanziert“. Die Influencerin ging noch weiter und bezeichnete einige Podcaster, die mit dieser Richtung verbunden sind, als „buchstäbliche russische Agenten“. Diese Aussagen untermauerte Loomer in diesem Interview nicht mit konkreten Namen oder Dokumenten, sie passen jedoch in ein breiteres Narrativ, das sie und ihre nahestehenden Medien in den letzten Monaten entwickelt haben.

Kontext: Was MAGA ist und warum es wichtig ist

Eine Erinnerung für den Leser: MAGA (Make America Great Again, „Amerika wieder groß machen“) ist eine politische Bewegung, die sich um Präsident Donald Trump bereits während seines Wahlkampfs 2016 formuliert hat. Ihr Name leitet sich von Trumps Hauptslogan ab. Die Bewegung vereint Befürworter der „America First“-Doktrin, die den bedingungslosen Vorrang der nationalen Interessen der USA, eine Verschärfung der Migrationskontrolle und die Unterstützung der heimischen Produktion voraussetzt. Genau dieser ideologische Rahmen macht nach Loomers Logik die Opposition gegen jegliche Auslandshilfe — sei es für die Ukraine, Israel oder ein anderes Land — strukturell und nicht situativ.

Trump, Selenskyj und das „Diesel-Abkommen“

Zuvor hatte Loomer im selben Medienraum die Hypothese aufgestellt, dass Donald Trumps scharfe Rhetorik gegenüber Wolodymyr Selenskyj mit der öffentlichen Kritik des ukrainischen Führers am sogenannten Diesel-Abkommen zusammenhängen könnte. Darüber hinaus drückt Trump laut der Influencerin Frustration über das Ausbleiben nennenswerter Fortschritte bei der Beilegung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine aus. Diese Aussagen, gemacht unter den Bedingungen, dass das aktuelle Datum November 2026 ist, spiegeln die anhaltende Diskussion innerhalb der amerikanischen politischen Klasse darüber wider, zu welchem Preis und in welchen Zeitrahmen Washington bereit ist, Kiew zu unterstützen. Loomers Position als eine der resonantesten Stimmen des konservativen Influencer-Marketings dient als Indikator dafür, wie sich innerhalb von MAGA eine „Basis“-Rechtfertigung für den Kurs zur Kürzung oder Überprüfung der ausländischen Finanzhilfe bildet.