In Moskau entbrannte ein diplomatischer Streit, nachdem der US-Außenminister Mark Rubio erklärte, es gäbe keine Vereinbarungen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin auf dem Gipfel in Anchorage (Alaska). Die russische Seite, vertreten durch Außenminister Sergej Lawrow und den Pressesprecher des Präsidenten Dmitri Peskow, forderte Washington auf, seine Position zum Krieg gegen die Ukraine zu klären und offizielle Erklärungen abzugeben.

„Nicht sehr elegant': Lawrows Antwort auf Rubios Worte

Sergej Lawrow reagierte scharf auf den Kommentar seines amerikanischen Amtskollegen. Laut Lawrow klang Rubios Aussage, dass in Anchorage keine Abkommen erzielt wurden, „nicht sehr elegant'. Der russische Außenminister betonte, dass auf dem Gipfel Vorschläge des Trump-Teams diskutiert wurden, die von Putin unterstützt wurden. Somit besteht Moskau darauf, dass die Verhandlungen ein Ergebnis hatten, auch wenn dieses nicht in einem öffentlichen Dokument formalisiert wurde.

Peskow: Die USA sind nicht neutral, aber wo ist der Beweis?

Der Pressesprecher des Präsidenten Dmitri Peskow schloss sich ebenfalls der Kritik an. Er erinnerte daran, dass Russland die USA nie als neutrale Partei im Konflikt mit der Ukraine betrachtet habe und wies auf die umfangreichen Waffenlieferungen hin. Allerdings äußerte Peskow Zweifel nach einer Aussage des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der behauptete, die USA seien auf die Seite der Ukraine übergetreten.

„Ich glaube nicht, dass Präsident Macron in irgendeiner Weise Anspruch auf die Rolle eines Anwalts oder Pressesprechers Washingtons erheben kann. Aber wir haben bisher keine Erklärungen aus den USA gehört, die dies bestätigen', betonte Peskow. Er forderte das Weiße Haus auf, offizielle Klarstellungen zum Status der USA im Konflikt abzugeben.

Trump und Selenskyj: Bündnis und Zustimmung

Zuvor wurde bekannt, dass Donald Trump auf dem Gipfel der „G7' erstmals ein Dokument unterzeichnet hat, in dem sich die USA nicht als neutraler Vermittler, sondern als Verbündeter der Ukraine bezeichnen. Darüber hinaus bewertete der US-Präsident die Bemühungen von Wladimir Selenskyj zur Eindämmung Russlands positiv und zeigte sich begeistert über die erfolgreichen Aktionen der ukrainischen Verteidigungskräfte, einschließlich der Angriffe auf russisches Territorium.

So sieht sich Moskau mit widersprüchlichen Signalen konfrontiert: Einerseits öffentliche Aussagen von Macron und von Trump unterzeichnete Dokumente, andererseits das Fehlen offizieller Kommentare aus Washington, die die Position der USA klar definieren würden. Genau dies war der Anlass für die Forderung der russischen Führung an die amerikanische Seite, klare Antworten zu geben.