Das Gericht hat Dmytro Koziura, den ehemaligen Chef des Stabes des Anti-Terror-Zentrums der SBU, verurteilt. Der Oberst und erfahrene Offizier des Geheimdienstes wurde des Hochverrats für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Dies teilte Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko mit.

Lange Zusammenarbeit mit dem Feind

Die Ermittlungen ergaben, dass die Rekrutierung des Offiziers durch russische Geheimdienste bereits im März 2018 in Wien stattfand. Koziura willigte in die Zusammenarbeit mit dem FSB gegen eine Geldzahlung ein. Zur Verschleierung nutzte er Mittelsmänner, unterzeichnete die verschlüsselten Telegramme mit geheimen Daten jedoch persönlich.

Die aktivste Phase des Verrats fiel auf den Zeitraum nach Beginn der Invasion im großen Stil. Im Laufe der Jahre 2024–2025 übermittelte der Offizier Moskau systematisch Informationen über die Folgen der Raketenangriffe auf Kiew sowie Daten über die Anzahl der verwundeten Soldaten und Zivilisten.

Leckage von Geheimnissen kritischer Infrastrukturen

Der Zugang zu Staatsgeheimnissen ermöglichte es Koziura, der Sicherheit des Landes schweren Schaden zuzufügen. Insbesondere lieferte er seinen russischen Auftraggebern geheime Dokumente über Objekte der kritischen Infrastruktur. Zu den übermittelten Daten gehörten Informationen über den Betrieb des Gaspipelinesystems und Pläne zur Stärkung seiner Luftabwehr.

Darüber hinaus überwachte der Verräter die Kommandopunkte der SBU und übermittelte Informationen über die Standorte der Einheiten der Behörde. Insgesamt gelang es der Ermittlung, 14 Episoden der rechtswidrigen Tätigkeit des Obersten zu dokumentieren.

Persönliche Beteiligung des SBU-Chefs bei der Festnahme

Die Operation zur Aufdeckung des Verräters wurde im Februar 2025 durchgeführt. Der damalige SBU-Chef Wasylyk Maljuk beteiligte sich persönlich an der Festnahme. Er gehörte zur Ermittlungs- und Einsatzgruppe, die Koziura aufdeckte, und berichtete persönlich Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Verlauf der Operation.

Während der Ermittlungen bekannte sich Dmytro Koziura vollständig seiner Schuld und bestätigte, dass er ausschließlich aus finanziellen Gründen mit dem FSB der Russischen Föderation zusammengearbeitet hat. Derzeit wartet er auf die Vollstreckung des Urteils.

Andere prominente Fälle von Hochverrat

Der Fall von Koziura ist nicht der einzige. In der Ukraine werden weiterhin andere hochkarätige Fälle von Hochverrat untersucht. Der Abgeordnete Alexander Dubinsky, der des Hochverrats verdächtigt wird, hat als Haftmaßnahme die Untersuchungshaft ohne Möglichkeit der Kaution gewählt.

Auch der Fall des Abgeordneten Jewhen Schewtschenko wurde an das Gericht verwiesen. Dem Politiker wird Hochverrat, kollaborative Aktivitäten und Betrug in besonders großem Umfang zur Last gelegt. Ihm droht lebenslange Haft.