Am 7. November eröffnete ein Mann auf dem Hauptmarkt (Rynek Główny) in Krakau das Feuer auf Passanten. Infolge des Angriffs starben nach Angaben des polnischen Premierministers Donald Tusk bei einer Sitzung der Sicherheitsdienste in Krakau sechs Menschen, weitere 15 wurden verletzt. Dies berichten RBK-Ukraine unter Berufung auf die Erklärung des Premierministers sowie der Sender Polsat News und die Zeitungen Rzeczpospolita und Interia. Der Vorfall wird als einer der blutigsten in der jüngeren Geschichte Polens bezeichnet.

Leichen von drei Personen im Haus des Angreifers

Bei einer Durchsuchung im Haus des Schützen in Ostrowiec Świętokrzyski entdeckten Einsatzkräfte die Leichen von zwei Frauen und einem Mann. Zunächst waren die Toten auf einer Drohnenaufnahme entdeckt worden, danach bestätigte Premierminister Tusk den Sachverhalt persönlich. Nach vorläufigen Angaben handelt es sich dabei höchstwahrscheinlich um nahe Verwandte des Angreifers. Das Auffinden der Leichen in der Wohnung des Schützen verändert das Bild des Vorfalls erheblich und weist auf einen möglichen Zusammenhang des Angriffs mit der familiären Situation hin.

Terrorismus-Status und Worte des Premierministers

„Bisher gab es in Polen keine so brutalen Fälle von Terrorismuss“, erklärte Donald Tusk und stufte den Vorfall de facto als Terroranschlag ein. Der Premierminister teilte zudem mit, dass das Auto des Angreifers entgegen ersten Befürchtungen keine Explosionsgefahr darstelle. Gleichzeitig wurde im Innenraum eine beträchtliche Menge an Waffen gefunden, weshalb Tusk seine Zuversicht äußerte, dass mögliche Komplizen des Schützen bald festgenommen werden können.

Wer schoss und wie er festgenommen wurde

Polizeigaben zufolge handelte es sich bei dem Schützen um einen 24-jährigen polnischen Staatsbürger aus der Woiwodschaft Heiligkreuz (Świętokrzyskie). Die Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer auf ihn, verletzten ihn und nahmen ihn fest; nach einer Operation wurde sein Zustand als stabil beschrieben. Der polnische Innenminister teilte mit, dass der Angreifer radikale Ansichten vertrat und höchstwahrscheinlich allein handelte.

Die Version mit der Waffe des Vaters

Berichten von Interia zufolge waren auf den Vater des Angreifers offiziell 11 Waffen registriert. Eine der Ermittlungshypothesen besagt, dass der Schütze die Waffe genau von seinem Vater genommen hat. Diese Ermittlungsrichtung hilft dabei, das Vorhandensein eines beträchtlichen Arsenals bei dem jungen Mann zu erklären und zu überprüfen, ob er Zugang zu Munition und weiteren Schusswaffen hatte.

Reaktion der Staatsführung

Die höchsten Amtsträger Polens reagierten auf die Tragödie: Sowohl Präsident Karol Nawrocki als auch Premierminister Donald Tusk gaben Erklärungen ab. Die Ermittlungen laufen, und die Zahl der Opfer sowie Details zur Motivation des Schützen werden im Zuge der Arbeit der Ermittlungsbehörden präzisiert.