Die Behörden der Region Leningrad haben beschlossen, ein einheitliches Limit für den Kraftstoffverkauf an Tankstellen einzuführen: Ab den nächsten Tagen dürfen Fahrern nicht mehr als 30 Liter Kraftstoff pro Tankfüllung verkauft werden. Laut Angaben der regionalen Regierung handelt es sich um eine vorübergehende Maßnahme, die bis zum 1. Oktober 2026 gilt. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf The Moscow Times. Gouverneur Alexander Drozdenko erklärte, dass die Lage weiterhin schwierig sei, die Behörden jedoch darauf hofften, den Markt zu stabilisieren, und rief die Bevölkerung auf, der Panik nicht nachzugeben.

Wie das Limit funktionieren wird und wer Priorität erhält

Das Limit von 30 Litern soll auf alle Tankstellen der Region ausgedehnt werden. Die Behörden haben ausdrücklich vorgesehen, dass Notdienste und der Rettungsdienst ohne Warteschlange tanken können, um den Betrieb kritischer Infrastrukturen nicht zu beeinträchtigen. Dabei wurde der Mechanismus der „gerade–ungerade"-Zuweisung (nach der letzten Ziffer des Kennzeichens) nicht aufgehoben, sondern als Reserveinstrument für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage beibehalten. Tatsächlich ist das Limit von 30 Litern die erste Stufe der Einschränkungen, die nach dem Entwurf der Beamten die panikgetriebene Nachfrage abfedern und das vollständige Leeren der Tanks an den Stationen verhindern soll.

Stilllegung einiger Tankstellen und Mangel an AI-95

Die Probleme mit Kraftstoff in der Region haben bereits zur Einstellung des Betriebs einiger Tankstellen geführt. Laut Drozdenko haben etwa 20 % der privaten und kleineren Tankstellen der Region Leningrad wegen fehlenden Kraftstoffs den Betrieb eingestellt, und die schwersten Schwierigkeiten entstanden gerade mit Benzin der Marke AI-95. Dies wird auch durch frühere Meldungen bestätigt: Bereits Ende Juli 2026 nannte der Gouverneur öffentlich die Zahl der geschlossenen Stationen in der Nähe von Sankt Petersburg, was auf einen wachsenden und nicht einmaligen Charakter der Krise hinweist. Die Einführung des Limits ist ein Versuch, einen vollständigen Zusammenbruch des Einzelhandelssegments zu verhindern, wenn große Ketten noch arbeiten, während kleine Stationen ohne Lieferungen bleiben.

Die Rolle der Raffinerie „KINEF" und die Angriffe auf die Erdölverarbeitung

Die Schlüsselursache des Mangels war die Stilllegung der Erdölraffinerie „KINEF", eines der größten Erdölverarbeitungsunternehmen im Nordwesten Russlands. Ihre Außerbetriebsetzung reduzierte das Kraftstoffangebot in den angrenzenden Regionen, einschließlich der Region Leningrad, drastisch. In diesem Zusammenhang trafen die Streitkräfte der Ukraine in der Nacht vom 15. September 2026 eine Erdölraffinerie in der Region Samara der RF sowie das Unternehmen „Atlant Aero" in Tschschschatyrschak, und die Folgen eines vorangegangenen Angriffs auf die Raffinerie „Slawjansk EKO" wurden bestätigt. Systematische Angriffe auf die Erdölverarbeitungsinfrastruktur bilden nach Einschätzung von Beobachtern den anhaltenden Mangel, mit dem die regionalen Behörden versuchen, sich durch administrative Einschränkungen auseinanderzusetzen.

Reaktion Washingtons

Auch der US-Präsident reagierte auf die Lage und erklärte, dass die Ukraine die Angriffe auf die russische Infrastruktur, einschließlich der Erdölraffinerien, einstellen müsse, da dies angeblich einen globalen Mangel an Dieselkraftstoff nach sich ziehe. Diese Position unterstreicht, dass die Kraftstoffkrise in bestimmten Regionen der RF aufgehört hat, eine rein interne Angelegenheit zu sein, und zu einem Element einer breiteren Debatte über die Auswirkungen von Angriffen auf die Energieinfrastruktur auf die weltweiten Kraftstoffmärkte geworden ist.

Widersprüchliche Daten

Bei der Faktenprüfung wurde eine Unstimmigkeit in der geografischen Zuordnung der Maßnahme festgestellt. Der ursprüngliche Text und die Aussagen des Gouverneurs Drozdenko weisen eindeutig auf die Region Leningrad als den Ort hin, an dem das Limit von 30 Litern eingeführt und ein Teil der Tankstellen stillgelegt wurde. Allerdings formuliert die Schlagzeile des RBC-Ukraine-Artikels (Quelle 1) die Einführung des Limits als „in Petersburg", also in Sankt Petersburg. Die Redaktion hält diesen Widerspruch fest: In einem Fall geht es um eine Umlandregion, im anderen um eine Stadt von föderaler Bedeutung. Außerdem bestätigt Quelle 2 (RBC, 29.07.2026) die Schließung von Tankstellen „in der Nähe von Petersburg" bereits im Juli, was chronologisch den aktuellen September-Maßnahmen vorausgeht und auf eine schrittweise Entwicklung der Krise hinweist. Bis zur Klärung durch die Behörden werden beide geografischen Versionen offen dargelegt.