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title: "Lettland lehnt den Einsatz von Schiffen im Schwarzen Meer ab, ist aber bereit, Häfen für den ukrainischen Transit zu öffnen"
description: "Lettland lehnt den Einsatz von Schiffen im Schwarzen Meer ab, ist aber bereit, seine Häfen für den ukrainischen Transit zu öffnen. Ministerin Baiba Braže schlug alternative Logistikrouten vor, angesichts der Angriffe auf die Häfen Odessas und der Bedrohung der Ernährungssicherheit 🚛🇺🇦"
date: 2026-08-05T12:28:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/lettland-lehnt-den-einsatz-von-schiffen-im-schwarzen-meer-ab-ist-aber-bereit-hafen-fur-den-ukrainischen-transit-zu-offnen
tags: [latvia, ukraine, black-sea, ports, maersk]
publisher: "XAB.info"
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# Lettland lehnt den Einsatz von Schiffen im Schwarzen Meer ab, ist aber bereit, Häfen für den ukrainischen Transit zu öffnen

![Getreideladung im Hafen: Kräne und Lastwagen vor dem Hintergrund von Schiffen, die die Logistik des ukrainischen Transits durch lettische Häfen veranschaulichen](https://xab.info/media/2026/08/05/latviya-otkazalas-ot-otpravki-korabley-v-chernoe-more/latviya-otkazalas-ot-otpravki-korabley-v-chernoe-more-1.webp)

Die lettische Außenministerin Baiba Braže hat die Position ihres Landes in Bezug auf die Unterstützung der ukrainischen Logistik geklärt. In einem Kommentar für RBC-Ukraine erklärte sie, dass Riga nicht plant, eigene Schiffe ins Schwarze Meer zu entsenden, um die ukrainischen Häfen zu entblockieren. Allerdings ist Lettland bereit, alternative Lösungen anzubieten: die Öffnung ihrer eigenen Häfen sowie die Gewährleistung eines reibungslosen Eisenbahn- und Straßentransits.

### Alternative Logistik statt Flotteneinsatz

Laut der Diplomatin beinhaltet die Rolle Lettlands bei der Lösung des Hafenproblems kein Risiko für lettische Schiffe in gefährlichen Gewässern. Stattdessen ist das Land bereit, Infrastruktur für die Umschlag von Gütern bereitzustellen und die Organisation aller für Kiew erforderlichen Landtransportarten zu unterstützen. Zudem beabsichtigt Riga, auf internationaler Ebene eine klare Position einzunehmen und die Aufhebung der Blockade zu fordern.

Diese Entscheidung gewinnt angesichts der kritischen Lage in den Häfen des Großen Odessa an Bedeutung. Wie der Journalist Roman Kot berichtete, haben gezielte russische Angriffe den Seeverkehr faktisch gelähmt und damit mehr als 60 % des ukrainischen Exports sowie die Importketten gefährdet.

### Angriffe auf die Infrastruktur und Gefahr für die Ernährungssicherheit

Die schwerwiegendsten Folgen der Blockade traten während der Erntezeit ein, als ein erheblicher Teil der neuen Ernte bereits auf die Weltmärkte hätte verschifft werden sollen. Die Situation wird durch regelmäßige Angriffe auf die zivile Schifffahrt verschärft. So griffen russische Truppen am 25. Juli die Hafeninfrastruktur und Schiffe in der Oblast Odessa an. Zuvor, am 19. Juli, wurde der Bulkcarrier Golden Leo versenkt; neun ausländische Seeleute und ein ukrainischer Lotsen kamen ums Leben.

Die Verschlechterung der Sicherheit führte dazu, dass Maersk, einer der weltweit größten Spediteure, am 22. Juli seinen Service über den Schwarzmeer-Fischereihafen aussetzte. Der Minister für Agrarpolitik und Ernährung, Taras Wysoky, warnte davor, dass die Blockade der Häfen zu einem starken Anstieg der Lebensmittelpreise führen könnte, wodurch ein Teil der Nahrungsmittel für die ärmsten Bevölkerungsschichten unerschwinglich würde.