Die kulinarische Welt steht auf dem Kopf: Das Magazin Time Out hat den Ranking der besten Städte für Feinschmecker im Jahr 2026 vorgestellt, und ganz oben auf dem Podest steht nicht wie gewohnt eine europäische Hauptstadt, sondern Lima – die Hauptstadt Perus. Doch Europa ist nicht leer ausgegangen und hat mit London, Barcelona, Athen und Lissabon vier Städte in den Top-10 vertreten.

Für die Erstellung des Rankings wurde eine umfangreiche Arbeit geleistet: Mehr als 24.000 Einwohner aus 150 Städten weltweit wurden befragt. Die Befragten wurden nach der Qualität und Verfügbarkeit von Restaurants, Cafés, Pubs und Bars gefragt sowie darüber, was ihre Stadt auf der weltweiten gastronomischen Karte auszeichnet. Der Endwert setzte sich zu 70 % aus den Meinungen der Einheimischen und zu 30 % aus den Bewertungen von mehr als 100 Redakteuren von Time Out und lokalen Experten zusammen.

London: Vielfalt gegen Erschwinglichkeit

London hat sich in diesem Jahr als kulinarisches Universum bestätigt. Der größte Vorteil der britischen Hauptstadt ist die unglaubliche Auswahl: vom traditionellen Pie and Mash und Bagels über äthiopische vegane Gerichte bis hin zu dänischen Smørrebrød-Sandwiches. Laut Umfrage halten 96 % der Befragten es für „gut“ oder „fantastisch“, in London Restaurants zu besuchen, aber nur 42 % finden dies preislich erschwinglich.

Experten von Time Out stellen fest, dass neue italienische Lokale derzeit ihre Hochsaison haben. Zu den Pflichtbesuchen gehören Osteria Vibrato (berühmtes cremiges weißes Risotto), Auguste (Abruzzen-Spieße) und Martino (Frikadellen). Für diejenigen, die ein demokratischeres Format bevorzugen, ist der Trend zu Pizza in Pubs aktuell: Überall in der Stadt entstehen temporäre Standorte von Marken wie Dough Hands, Short Road, Hot Saint und Little Earthquakes.

Barcelona: Rückkehr zu den Wurzeln

Im Jahr 2025 war Madrid der spanische Spitzenreiter, doch im Jahr 2026 ist Barcelona zur kulinarischen Hauptstadt des Landes geworden. Die Stadt erzielte hohe Punktzahlen: 82 % der Einheimischen bewerten die lokale Gastronomieszene sehr positiv. Obwohl Barcelona traditionell für die große Anzahl von Restaurants mit Michelin-Sternen bekannt ist, freut es die Experten von Time Out am meisten, dass die traditionelle katalanische Küche wiederentdeckt wird.

Einheimische und Gäste können Capipota probieren – ein gelartiges Gericht aus Kalbskopf und -füßen –, sich mit langsam geschmortem Sofregit und Ragout aufwärmen. Und natürlich können sie sich in Bombas verlieben – frittierte Kartoffelbällchen, für die Barcelona am meisten bekannt ist.

Athen: Von Tavernen bis zur Haute Cuisine

Die griechische Hauptstadt erhielt sowohl von den Einheimischen als auch von den Experten fast gleich hohe Bewertungen: 78 % der Ersteren und 80 % der Letzteren nannten Athen eine der interessantesten Städte zum Essen heute. Die Einheimischen empfehlen vor allem, in familiäre Tavernen und Cafés zu schauen, während die Experten den Fokus auf Restaurants der Haute Cuisine legen.

Zu den Top-Lokalen gehört das einzige Restaurant im Land mit zwei Michelin-Sternen, Delta, sowie neue Adressen wie Kuchisabishii, Thirio und Zigoala.

Lissabon: Das Zeitalter der Neo-Tasca

Lissaboner lieben es, Restaurants zu besuchen: 86 % bewerten die lokale Gastronomieszene sehr positiv, und 63 % halten dieses Vergnügen für erschwinglich. In der ganzen Stadt gewinnen „Neo-Tascas“ an Popularität – authentische, gastfreundliche Stadtteilrestaurants mit einwandfreier Technik und kreativem Menü, das auf portugiesischen Traditionen basiert. Zu den besten gehören O Velho Eurico, Polémico, Vida de Tasca und Gancho by Louise Bourrat.

Wenn die Lissaboner selbst lokale Bäckereien und Dessertläden lieben, empfehlen die Experten, in angesagte Sandwich-Bars wie Tosta und Bibs zu gehen.

„Die Küchen von Lima bis Lissabon spielen 2026 wirklich mit dem Essen, experimentieren mit unerwarteten Geschmackskombinationen und heben klassische Gerichte auf ein neues Niveau“, sagt Grace Bird, Reise-Redakteurin von Time Out. Sie stellt fest, dass die Einheimischen sich von der Mode kleiner Teller und Sauerteigbrot abwenden, Neo-Tavernen füllen und sich in Schlange für das beste Stück Pizza stellen. Und das Wunderbarste an diesem Ranking ist, dass hier für jeden Geschmack etwas dabei ist – von sparsamen Besuchern bis hin zu anerkannten Bonvivans.