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title: "Litauen weist atomare Drohungen des Kremls zurück: Vilnius nennt Moskaus Aussagen Instrument psychologischen Drucks"
description: "Litauische Parlamentarier wiesen die Drohungen des Kremls im Zusammenhang mit einer möglichen Stationierung von Atomwaffen zurück und nannten sie ein Instrument psychologischen Drucks. In Vilnius wird betont, dass die NATO-Mitgliedschaft das Land bereits zu einem Ziel Moskaus mache."
date: 2026-09-12T21:28:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/litauen-antwortet-kreml-auf-atomare-drohungen
tags: [lithuania, nuclear-weapons, nato, kremlin, medvedev, peskov, defense-policy]
publisher: "XAB.info"
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# Litauen weist atomare Drohungen des Kremls zurück: Vilnius nennt Moskaus Aussagen Instrument psychologischen Drucks

![Wladimir Putin vor der russischen Flagge im Kontext der von Litauen abgelehnten Atomdrohungen des Kremls](https://xab.info/media/2026/09/12/litva-otvet-kremlyu-na-yadernye-ugrozy/litva-otvet-kremlyu-na-yadernye-ugrozy-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Litauische Politiker nannten die Aussagen Peschows und Medwedews über Atomwaffen ein Instrument politischen und psychologischen Drucks.
- Vilnius ist der Auffassung, dass Litauen aufgrund seiner NATO-Mitgliedschaft bereits ein potenzielles Ziel Russlands sei, daher sollten Moskaus Drohungen seine Entscheidungen nicht bestimmen.
- Im Winter könnte Litauen Änderungen in die Verfassung einbringen, die die Stationierung von Atomwaffen erlauben; im Sommer sprach Nausėda von einer „praktisch einstimmigen“ Unterstützung dieser Idee.
- Vor dem Hintergrund dieser Aussagen hat Finnland bereits den Import und die Lagerung von Atomwaffen legalisiert, während Polen und Frankreich Verhandlungen über einen „atomaren Schirm“ aufnahmen.

Litauische Politiker haben öffentlich Drohungen zurückgewiesen, die im Zusammenhang mit einer möglichen Stationierung von Atomwaffen auf dem Territorium des Landes aus Moskau kamen. Anlass für die scharfe Reaktion in Vilnius waren die Aussagen des Pressesprechers des russischen Präsidenten, Dmitri Peschow, und des stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, der am Vortag, am 11. September 2026, Litauen Konsequenzen androhte, sollte auf seinem Boden irgendeine Waffe, einschließlich Atomwaffen, auftauchen. In Litauen werden diese Äußerungen nicht als Argument in einer Debatte gewertet, sondern als Versuch politischen und psychologischen Drucks, der nach Auffassung der einheimischen Politiker die souveränen Entscheidungen des Staates über seine eigene Sicherheit nicht beeinflussen sollte.

### Position Vilnius: Druck, kein Argument

Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für nationale Sicherheit und Verteidigung des Parlaments, Laurynas Kasčiūnas, nannte die Worte des Kreml-Vertreters offen ein „Instrument politischen und psychologischen Drucks“. Nach seiner Einschätzung ist diese Taktik Russlands nichts Neues, und die Änderung einer verfassungsrechtlichen Norm allein vermag den Status Litauens aus Moskaus Sicht nicht zu verändern. Das Mitglied desselben Ausschusses, Dainius Gaižauskas, fügte hinzu, dass Litauen bereits nach seinem Beitritt zur NATO ein potenzielles Ziel Russlands geworden sei, und daher seien die Warnungen des Kremls nicht nur an Vilnius gerichtet: Sie sollen die Bevölkerung der Bündnisstaaten einschüchtern und die Möglichkeit des Drucks auf den Westen demonstrieren. Gleichzeitig sei, so seine Worte, die Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots erforderlich, damit Litauen die von der NATO bereitgestellten Verteidigungsmöglichkeiten voll nutzen könne – andernfalls laufe das Land Gefahr, zum schwachen Glied des Nordatlantischen Bündnisses zu werden.

### Verfassungsrechtliche Schritte und regionales Umfeld

Die zentrale Antwort der litauischen Politiker lautet, dass Litauen aufgrund seiner NATO-Mitgliedschaft bereits unter den potenziellen Zielen Russlands sei und Moskaus Drohungen die Entscheidungen des Landes über seine eigene Sicherheit nicht bestimmen sollten. Bereits im Winter könnte Litauen Änderungen in die Verfassung einbringen, die die Stationierung von Atomwaffen auf seinem Territorium erlauben. Noch im Sommer hatte der litauische Präsident Gitanas Nausėda erklärt, dass es unter den Führungspersönlichkeiten der Parlamentsparteien eine „praktisch einstimmige“ Unterstützung für die Idee der Aufhebung eines solchen Verbots gebe. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund eines allgemeinen Überdenkens der atomaren Verteidigung in Europa: Ende Juni 2026 unterzeichnete der finnische Präsident Alexander Stubb Änderungen zum Atomenergiegesetz, die den Import, die Durchfuhr und die Lagerung von Atomwaffen im Rahmen der Integration in das Verteidigungssystem der NATO endgültig erlaubten, während Polen und Frankreich konkrete Verhandlungen über einen „atomaren Schirm“ aufnahmen und die erste Sitzung einer speziellen Koordinierungsgruppe abhielten.

### Widersprüchliche Angaben

In den Darstellungen der beteiligten Seiten gibt es erhebliche Abweichungen, die ehrlich widerspiegelt werden sollten. Moskau (über die Aussagen Peschows und Medwedews) behauptet, dass Litauen im Falle einer Stationierung von Atomwaffen „im Visier“ russischer Raketen stehe, und Medwedew erklärte, dass die NATO bei einer Antwort Russlands das Land angeblich nicht verteidigen werde. Die litauische Seite und die Logik des Bündnisses weisen die Logik solcher Drohungen selbst zurück und verweisen darauf, dass das Land aufgrund seiner NATO-Mitgliedschaft bereits faktisch ein Ziel Moskaus sei und Drohungen die Verpflichtungen des Bündnisses nicht ändern. Außerdem werden die Urheber der Drohungen in verschiedenen Quellen unterschiedlich dargestellt: In einigen Meldungen liegt der Schwerpunkt auf den Worten Peschows, in anderen auf der Erklärung Medwedews vom 11. September 2026, in dritten werden die Drohungen dem „Kreml“ insgesamt ohne Bezug zu einer konkreten Person zugeschrieben. Die Behauptung, die NATO werde Litauen „nicht verteidigen“, ist ausschließlich eine russische Bewertung und wird von keiner Institution des Bündnisses bestätigt.

### Was als Nächstes

Die Situation sieht aus wie ein gegenseitiges Verfestigen der Positionen: Vilnius bewegt sich hin zur verfassungsrechtlichen Aufhebung des Verbots von Atomwaffen, während Moskau die Rhetorik atomarer Drohungen als Element der Abschreckung und psychologischen Beeinflussung einsetzt. Vor dem Hintergrund der Aggression Russlands in der Ukraine und der instabilen Position Washingtons gegenüber der NATO erweitern europäische Länder konsequent ihre eigenen atomaren und Verteidigungsoptionen – von den finnischen Änderungen bis zum polnisch-französischen „atomaren Schirm“. Damit wird der Streit um Litauen zu einem Teil eines breiteren Prozesses der Umgestaltung der europäischen atomaren Sicherheit, in dem die Worte aus Moskau in Brüssel und Vilnius als Signal zur Beschleunigung und nicht zum Rückzug wahrgenommen werden.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Litauen antwortet dem Kreml auf Drohungen mit Atomwaffen](https://www.rbc.ua/ukr/news/litva-vidpovila-kremlyu-pogrozi-dernoyu-zbroeyu-1789247500.html) - Подтверждает реакцию литовских политиков на угрозы Кремля и контекст заявления.
- [Kreml: Litauen wird im Visier russischer Raketen stehen, wenn Vilnius Atomwaffen erhält](https://klops.ru/other/2026-09-11/390865-kreml-litva-okazhetsya-v-pritsele-rossiyskih-raket-esli-vilnyus-poluchit-yadernoe-oruzhie) - Датирует угрозу 11.09.2026 и фиксирует формулировку «под прицелом».
- [Kreml droht Litauen mit atomarem Schlag wegen Aufhebung des Verbots](https://aroundprague.cz/news/politika/kreml-prigrozil-litve-yadernyim-udarom-iz-za-vozmozhnoj-otmenyi-zapreta-na-razmeshhenie-ya) - Подтверждает связь угроз с планируемой отменой конституционного запрета.
- [„Im Visier“: Kreml bewertet Pläne Litauens, das Verbot von Atomwaffen zu überdenken](https://rtvi.com/news/pod-priczelom-kreml-oczenil-plany-litvy-peresmotret-zapret-na-yadernoe-oruzhie/) - Подтверждает оценку Кремля планов Литвы по пересмотру запрета.

## ❓ FAQ

### Q: Warum möchte Litauen das Verbot von Atomwaffen aufheben?
**A:** Nach den Worten litauischer Politiker ist die Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots erforderlich, damit das Land die Verteidigungsmöglichkeiten der NATO voll nutzen und nicht zum „schwachen Glied“ des Bündnisses werden kann. Präsident Nausėda sprach im Sommer von einer „praktisch einstimmigen“ Unterstützung dieser Idee durch die Führungspersönlichkeiten der Parlamentsparteien.

### Q: Was erklärte der Kreml als Reaktion auf die Pläne Litauens?
**A:** Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peschow, und der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew (11. September 2026), drohten Litauen Konsequenzen an, einschließlich dessen, dass das Land „im Visier“ russischer Raketen stehe, und Medwedew erklärte, die NATO werde bei einer Antwort Russlands das Land angeblich nicht verteidigen.

### Q: Wie bewerteten litauische Politiker diese Drohungen?
**A:** Laurynas Kasčiūnas nannte sie ein Instrument politischen und psychologischen Drucks, und Dainius Gaižauskas wies darauf hin, dass Litauen aufgrund seiner NATO-Mitgliedschaft bereits ein potenzielles Ziel Russlands sei, daher sollten Moskaus Drohungen die Entscheidungen Vilnius nicht bestimmen.

### Q: Was geschieht mit der atomaren Verteidigung in anderen europäischen Ländern?
**A:** Ende Juni 2026 unterzeichnete der finnische Präsident Alexander Stubb Änderungen, die den Import, die Durchfuhr und die Lagerung von Atomwaffen im Rahmen der NATO erlaubten, während Polen und Frankreich konkrete Verhandlungen über einen „atomaren Schirm“ aufnahmen und die erste Sitzung der Koordinierungsgruppe abhielten.