Im Dorf Juodžionys im Rajon Pasvalys in Litauen wurden Trümmer eines unbemannten Luftfahrzeugs entdeckt. Dies teilte das Nationale Krisenmanagementzentrum (NCMC) Litauens laut dem Sender LRT mit. Nach vorläufigen Angaben wurden die Fragmente der Drohne in einem unbewohnten Gebiet gefunden, Strafverfolgungsbehörden sind vor Ort im Einsatz. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, sich den gefundenen Gegenständen nicht zu nähern, sie nicht zu berühren und bei verdächtigen Objekten die Notrufnummer 112 zu wählen.
Warnung für Anwohner und Beschaffenheit der Trümmer
Ersten Daten zufolge wurde die Drohne nicht abgeschossen – die Trümmer fielen offenbar herab, nachdem das Gerät in der Luft seine Funktionsfähigkeit verloren hatte. An die Bewohner der umliegenden Regionen wurde ein Warnsignal per GPS mit Informationen über die gefährlichen Trümmerteile gesendet. Die litauischen Behörden machten keine Angaben zu einer möglichen staatlichen Zugehörigkeit der Drohne und nannten keine weiteren technischen Merkmale des abgestürzten Objekts.
Vermutliche Route — Von polnischem Gebiet
Jüngsten Angaben der litauischen Streitkräfte zufolge ist es wahrscheinlich, dass die Drohne von polnischem Gebiet aus in den Luftraum des Landes eingedrungen ist. Dies ist eine vorläufige Einschätzung, die Vilnius noch nicht als endgültige Schlussfolgerung bestätigt hat. Parallel dazu wurde am Sonntag in der Nähe des polnischen Lublin nach einem Objekt gesucht, das möglicherweise den polnischen Luftraum verletzt haben könnte, was indirekt mit der Version über die Flugbahn der Drohne übereinstimmt.
Luftalarm und alliierte Luftstreitkräfte
Am Sonntagmorgen, dem 18. Oktober, riefen Lettland und Litauen wegen eines unbekannten Objekts am Himmel Luftalarm aus. Zur Abfangung und Identifizierung wurde alliierte Militärhaft der NATO eingesetzt. Der Vorfall mit den Trümmern im Rajon Pasvalys ist eine Fortsetzung der angespannten Lage im baltischen Luftraum, die vor dem Hintergrund einer Reihe von Grenzverletzungen in der Region anhält.
Kontext: Abgeschossene Drohnen über Rumänien
Eine Erinnerung an das Ausmaß der Bedrohungen in der Region gab es am Tag zuvor: Am Samstagabend, dem 17. Oktober, schossen rumänische F-16-Kampfjets zwei strahlgetriebene Angriffsdrohnen ab, die den Luftraum des Landes über dem Schwarzen Meer verletzt hatten. Das rumänische Verteidigungsministerium präzisierte, dass es sich bei den abgeschossenen Zielen um strahlgetriebene Angriffsdrohnen vom Typ „Geran“ handelte. Dabei zogen es die Vertreter des Verteidigungsministeriums vor, die staatliche Zugehörigkeit der zerstörten Fluggeräte nicht zu nennen.
Stärkung der Luftverteidigung: SkyFortress-System
Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse gab das litauische Verteidigungsministerium den Beginn der Stationierung des von ukrainischen Fachleuten entwickelten Luftraumüberwachungssystems SkyFortress bekannt. Nach Angaben des Behördenleiters Robertas Kaunas wird die Einführung dieser digitalen Lösung den Schutz der Luftgrenzen des Landes erheblich verbessern und die Erkennungsgeschwindigkeit von Drohnen erhöhen. Der Vorfall im Rajon Pasvalys unterstreicht erneut die Dringlichkeit der Stärkung der Luftverteidigung der baltischen Staaten.